Neue Pächterin für Burg-Gastronomie

Von: Jürgen Lange
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Mit Investitionen, Angeboten für Kinder und dem Ausbau der Nutzungsmöglichkeiten möchte Monika Lück die Stolberger Burg zu einem Anziehungspunkt für Gäste aus nah und fern machen. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Entscheidung fiel innerhalb weniger Minuten am Dienstagabend in nicht öffentlicher Sitzung: Einstimmig entschied sich der Hauptausschuss, die gastronomische Nutzung der Stolberger Burg ab Neujahr Monika Lück anzuvertrauen.

Damit endet auch an Silvester der Pachtvertrag mit Bettina Austinat frühzeitig; sie hatte um eine vorzeitige Beendigung gebeten, weil die Gastronomie nicht wirtschaftlich zu betreiben sei.

Eine Einschätzung, die auch Monika Lück bei der Präsentation ihres Konzeptes im vorangegangenen öffentlichen Teil der Sitzung des Hauptausschusses durchaus teilte. „Man kann nicht unbedingt Geld verdienen”, sagte Lück und kündigte einerseits an, die Öffnungszeiten während der Wintermonate auf freitags bis sonntags beschränken, andererseits aber „mehrere hunderttausend Euro” in die Immobilie der Stadt investieren zu wollen, um der Burg mehr Attraktivität und Anziehungskraft zu verleihen. Burg und Altstadt müssten als Ganzes gesehen und vermarktet werden, so Lück.

Mit dieser Ankündigung unterschied sich die 50-jährige Unternehmerin aus Stolberg wesentlich von der Präsentation des Mitbewerbers Thomas Voncken. Der 49-jährige Eigentümer von Gut Kranensterz beschrieb die Burg als einen Ort der „Betriebserweiterung zur Stabilisierung” des Geschäftsbetriebs in Büsbach und Festigung der Arbeitsplätze. Gut Kranensterz sei als Eventlokal über Monate ausgebucht. Mit Überkapazitäten könnte die Burg belebt werden. Als Café mit Bistro solle die Gastronomie zu den gewohnten Öffnungszeiten der Burg betrieben werden. Darüber hinaus seien Sonderveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Burgfestspiele angedacht. Weitere Raumkapazitäten der Burg sollten kontinuierlich in eine öffentliche Nutzung einbezogen werden „bis wir irgendwann die Burg in vollem Umfang nutzen können”, so Voncken. Kerngeschäft sei aus seiner Sicht jedoch die Nutzung für Hochzeits-Veranstaltungen.

In diesem Punkt kamen sich die Konzepte von Lück und Voncken sehr nahe. Auch Monika Lück verzeichnet eine Auslastung des Kupferhofes Rosental für Trauungen über Monate hinaus. Auch sie möchte die Burg nutzen, um „Stolberg als Hochzeitsstadt” weiter publik zu machen. Auch sie plant weitere Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Brunchs sowie internationaler Speisekarte.

Aber Monika Lück kündigte darüber hinaus an, das Wahrzeichen der Stadt auch kinderfreundlicher zu gestalten durch Veranstaltungen wie auch durch Investitionen in Ausstattung und Ausbau. „Die Burg muss für Kinder attraktiver werden”, erklärte die neue Prinzessin auf der Burg; und möchte einen der Türme für eine Nutzung durch junge Ritter und kleine Burgfräuleins herrichten.

Und Monika Lück beschrieb, dass ihr ursprüngliches Interesse nicht in erster Linie der Gastronomie, sondern der Belebung Stolbergs galt. „Die Burg ist schön von außen, aber leer von innen”, erkannte die Unternehmerin und überlegte, wie sie attraktiver gestatet werden könne.

Handlungsspielraum eingefordert

Weil der Bergfried nicht öffentlich zugänglich ist, beschloss sie bereits im vergangenen Jahr, „dem verarmten Stolberg” einen zweiten Rettungsweg für die oberste Turmebene zu spendieren. „Aber sogar als Sponsor muss man der Stadt hinterherlaufen”, erklärte Lück, dass eine Realisierung des Angebotes sich bis heute hinziehe.

Hineingeklettert in die Stollen unter der Burg ist die unternehmungslustige Investorin auch schon. Sie sollen zukünftig einbezogen werden in ein Nutzungskonzept, das von den Zinnen des Bergfrieds bis hinunter in die Stadt ausstrahlen soll. „Dafür brauche ich aber auch freie Hand auf der Burg”, forderte Lück rigoros Handlungsspielräume im Hauptausschuss ein, und Bürgermeister Ferdi Gatz-weiler sicherte zu, dabei ein verlässlicher Partner sein zu wollen.

Nach einer 15-minütigen Beratungspause im Anschluss an die Vorstellungsrunde fiel die Entscheidung zugunsten von Monika Lück rasch, und der Mitbewerber Thomas Voncken gratulierte als einer der ersten.

Damit ist die Stolbergerin ihrem Traum „von einer Bimmelbahn, die Burg und Kupferhof verbindet”, ein Stück näher gekommen.
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