Neue P+R-Anlage gefährdet die Sicherheit der Bahn

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Weil die P+R-Anlage die Sicherheit der Bahn am Ubergang Propsteistraße gefährdet, soll diese Ausfahrt gesperrt und an der zweiten Ausfahrt ein Linksabbiegegebot vorgeschrieben werden.

Stolberg. Sie ist fast fertiggestellt, die zweite zusätzliche P+R-Anlage für den Stolberger Hauptbahnhof an der Rhenaniastraße, da muss die Stadt die Notbremse ziehen und die geplante Verkehrsführung überarbeiten.

Denn just vor der Inbetriebnahme sind der Deutschen Bahn als Nutzerin der Euregiobahnlinie potenzielle Sicherheitsmängel ins Auge gestoßen, die die Stadt nun in Absprache mit dem Infrastrukturanbieter EVS beheben muss. Das Sicherheitsproblem begründet der dem P+R-Platz gegenüberliegende Bahnübergang der Propsteistraße, dessen mit Ampeln gekoppelte Sicherung bislang auf den passierenden bzw. abbiegenden Verkehr auf der Rhenaniastraße abgestimmt ist - vergleichbar mit der Regelung am Haltepunkt Schneidmühle. Bevor ein Zug naht, zeigen Ampeln auf der Rhenaniastraße Rot, so dass in die Propsteistraße einfahrender Verkehr abfließen kann. Nach einer Sicherheitsphase bleibt das Rot direkt am Bahnübergang, während auf der Rhenaniastraße die Fahrzeuge wieder fahren dürfen.

Die Ausfahrten des Parkplatzes liegen aber so, dass sie hinter den Ampeln auf die Rhenaniastraße münden und Fahrzeuge das Freiräumen des Bahnübergangs behindern oder ungewarnt Richtung Propsteistraße fahren könnten.

Was nicht sein darf, muss formal geändert werden in einem Genehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt, das für seine langwierigen Bearbeitungszeiten berüchtigt ist. Derzeit überlegt die Verwaltung, die Achse Propstei-/Rhenaniastraße als abknickende Vorfahrtsstrecke auszuweisen und die Sicherheitsregelung analog zum Bahnübergang Aachener Straße einzurichten, erklärte Fachbereichsleiter Josef Braun jüngst dem Bauausschuss.

Für die vielen Monate bis zu einer erhofften Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt soll eine Zwischenlösung her. Sie sieht vor, auf eine der beiden Parkplatzausfahrten zu verzichten und an der verbleibenden ein Linksabbiege-Gebot vorzuschreiben - also das Abbiegen in die Sackgasse Hauptbahnhof.

Damit wäre der Ruf Stolbergs als „Schilda” zwar gefestigt, hieß es im Bauausschuss, aber ein anderes Provisorium, das den Sicherheitsanforderungen der Bahn genüge täte, sei nicht in Sicht. Auch die vier geplanten Pkw-Stellplätze an der Rhenaniastraße könnten in dieser Zeit allenfalls Zweiradfahrern vorbehalten werden.
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