Neue Nachbarn im Camp sind schnell beim Du

Von: Kolja Linden
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Wenn ein Zimmermann eines nicht kennt, dann ist es wohl Höhenangst: Swen Schmitz hält den Richtspruch für den Rohbau seiner Werkhalle in Camp Astrid höchstpersönlich. Foto: K. Linden

Stolberg. Richtsprüche hat Swen Schmitz schon viele gehalten. Schließlich ist diese Ehre auf jeder Baustelle dem Zimmermann vorbehalten, und Swen Schmitz ist Zimmermann. Doch diesen einen Richtspruch wird er in besonderer Erinnerung behalten.

Es ist der für seine eigene Werkhalle. Und wie er da so steht auf dem schmalen roten Balken in über vier Metern Höhe, da dürfte es nicht nur für ihn persönlich eine große Freude sein.

Vier Meter weiter unten und mit einigem Sicherheitsabstand verfolgt Hermann Gödde die Szene. Auch für ihn ist dieser Donnerstag ein besonderer Tag. „Das ist hier quasi meine letzte Amtshandlung”, sagt der scheidende Geschäftsführer der Camp Astrid GmbH.

„Ist doch ein schöner Anlass”, sagt er und blickt über den grünen Zaun direkt hinter dem Rohbau. Dort, auf der anderen Seite, beginnt das Stadtgebiet von Eschweiler, wo Gödde ab 1. August seine neue Stelle als Technischer Beigeordneter antritt.

Bislang ist die Zimmerei in der Spinnereistraße zu Hause, wo Swen Schmitz jedoch nur Mieter ist. Mit der neuen, eigenen Produktionshalle wird sich das ändern. Seit drei Jahren habe er schon in Kontakt mit der Camp Astrid GmbH gestanden, sagt er.

Eine anstehende Mieterhöhung am alten Standort hat ihm die Entscheidung schließlich leicht gemacht. Am Ende ging alles ganz schnell: Wiederaufnahme von Gesprächen im Frühjahr, unterzeichneter Grundstücksvertrag vor fünf Wochen, am Donnerstag dann Richtfest. „Die Baugenehmigung kam mit dem Tag, an dem wir hier angefangen haben”, sagt Schmitz, und nicht nur er muss schmunzeln. Denn nicht immer geht so etwas schnell. Für Hermann Gödde ist das ein klares Zeichen dafür, dass man im Camp Astrid nicht mit bürokratischen Hürden zu kämpfen hat.

Überhaupt scheint Bewegung in das Gewerbegebiet zu kommen. „Das ist doch schön, dass es jetzt voran geht”, sagt Thomas Jansen, der zum Richtfest vorbeigekommen ist. Jansen ist quasi Nachbar, wenn man das in dem weitläufigen Gelände so sagen kann.

Seine Metallbaufirma war der erste Betrieb, der sich in Camp Astrid angesiedelt hat. Jansen und Schmitz wünschen sich gegenseitig alles Gute, im nächsten Satz sind sie schon per Du. So geht das hier, schnell und unkompliziert.

Und das Grundstück der Zimmerei Schmitz ist nicht das einzige, wo gebaut wird. Zwei weitere Firmen, die sich in dem neuen Gewerbegebiet ansiedeln wollen, stehen schon in den Startlöchern, ihre Bauvorbereitungen sind bereits abgeschlossen.

Nicht weit vom Rohbau der Zimmerei Schmitz ist ein Grundstück schon für den Baubeginn abgesteckt. Dorthin zieht eine Fleischerei aus Aachen, der es in der dortigen Elsassstraße einfach zu eng geworden ist. Und als direkter Nachbar von Swen Schmitz wird bald eine Messebaufirma loslegen, die ebenfalls hier produzieren wird. Ein Lkw-Handel kommt auch noch, ein Ledermöbelrestaurator ist schon da.

„Das ist genau die Zielgruppe, die wir haben wollen”, sagt deshalb Detlef Werry, der als Nachfolger von Hermann Gödde zum Geschäftsführer der Camp Astrid GmbH bestellt wurde. „Firmen, die expandieren möchten, das aber in ihrer alten Umgebung nicht mehr können.” Im Camp sei es diesen Firmen nun möglich, ihren Betrieb so zu organisieren, wie es den Erfordernissen entspreche - und das bei vergleichsweise geringen Quadratmeterpreisen von 35 Euro.

Sechs Grundstücke sind insgesamt bisher verkauft, das macht knapp 8500 von insgesamt 223000 m2 Fläche. Das heißt aber auch, dass noch jede Menge frei ist - viel Arbeit also für die Vermarkter des neuen Gewerbegebiets. Diese aber geben sich zuversichtlich, gerade zuletzt hätten sich viele Interessenten gemeldet, seien viele Gespräche geführt worden. Die Grundstücksgrößen sind dabei variabel, Kleinteiligkeit ist dabei durchaus gewollt. „Wir wollen ja vor allem kleinen und mittelständischen Firmen ein gutes Umfeld bieten.”

Zimmermann Swen Schmitz ist sicher, dieses Umfeld gefunden zu haben. Eilig ist er nicht: Bis Ende des Jahres läuft noch sein Mietvertrag in der Spinnereistraße, spätestens dann soll der Umzug aber über die Bühne. Bis dahin sollte auch noch seine neue Anschrift komplett sein. Die Straße hat er schon: Wallonischer Ring. Nun fehlt nur noch die Hausnummer.
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