Neue musikalische Kooperation schlägt erste Töne an

Von: Dirk Müller
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Musikpädagoge Harry Wassenber
Musikpädagoge Harry Wassenberg erklärt, warum das Saxofon zur Familie der Holzblasinstrumente gehört und hilft den Schülern, dem Instrument die ersten Töne zu entlocken. Foto: D. Müller

Stolberg. Stellenweise wird es laut im Pädagogischen Zentrum des Goethe-Gymnasiums. Zumindest dort, wo die Klänge der E-Gitarren und eines E-Basses aus dem Verstärker wummern. Oder wo im angrenzenden Musikraum mit den Drumsticks beherzt die Trommeln und Becken des Schlagzeugs bearbeitet werden.

Eher zaghaft zu vernehmen sind die Töne, die die Kinder den Violinen oder Cello entlocken. Was noch wie ein ausgedientes Nebelhorn klingt, ist die Trompete, und das Quietschen kommt eindeutig aus dem Saxofon.

Auch die Klarinette und die klassische Gitarre werden gerne in Anspruch genommen, denn die Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufen des Gymnasiums dürfen unter der Anleitung von Musikpädagogen alle Instrumente ausprobieren, die Bau- und Funktionsweise sowie die Handhabung kennenlernen.

Die Kinder und ihre Eltern sind zur Auftaktveranstaltung der neuen Kooperation des Gymnasiums mit der Musikschule Merz eingeladen. Der Grund für diese neue Zusammenarbeit sei, die Förderung der instrumentalen Erziehung der „Goethe-Schüler” zu ermöglichen, erklärt Bernd Decker.

„Die Verkürzung der Schulzeit und der Ganztagsunterricht haben zur Folge, dass die Kinder heute sehr viel Zeit in der Schule verbringen. Wenn sie dann noch Hobbys wie zum Beispiel Sport betreiben und sich natürlich auch hin und wieder mit Freunden treffen wollen, bleibt der Instrumentalunterricht aus zeitlichen Gründen oft auf der Strecke”, führt der Schulleiter des Goethe-Gymnasiums aus.

Für die Familien, insbesondere wenn beide Elternteile berufstätig sind, sei auch die Organisation schwierig, da sie die Kinder zusätzlich zur Schule noch zum Instrumentalunterricht bringen und wieder abholen müssen.

Um diese Probleme zu lösen und die musikalische Entwicklung der Schüler dennoch fördern zu können, arbeiten das Gymnasium und die Musikschule an der Frankentalstraße nun zusammen. Im Anschluss an die Herbstferien bieten sie gemeinsam Instrumentalunterricht im Anschluss an die sechste Stunde an - in den Räumlichkeiten des Gymnasiums. Möglich ist das Erlernen aller Instrumente, die heute ausprobiert werden können zuzüglich Kontrabass und Oboe.

Nachfrage ist groß

„Wir bieten Einzelunterricht bis, je nach Instrument, hin zu Unterricht in Dreiergruppen an. Welche Konstellationen für welche Instrumente zustande kommen werden, hängt von der Nachfrage der Schüler ab”, sagt Kantor Herbert Merz, Leiter der Musikschule. Und diese ist reichlich vorhanden, zumal die Kooperationspartner mit einer dreimonatigen kostenlosen „Schnupperphase” den Eintritt in die Welt des instrumentalen Musizierens erleichtern.

Nachdem nicht nur Musikpädagogen sondern auch die Musikschüler Aaron Fehr (Trompete), Maren Paulmann (Violoncello) und Malte Willms (E-Gitarre) die verschiedenen Instrumente vorgestellt haben, versuchen die Fünft- und Sechstklässler des Goethe-Gymnasiums sich selbst an Geige, Gitarre, Klarinette und Co., während Merz den Eltern Rede und Antwort steht. Unter anderem umreißt er die Kosten für die Anschaffung der jeweiligen Instrumente und zeigt Möglichkeiten auf, diese zu mieten.

Der Kantor lobt die Initiative des Gymnasiums zur instrumentalen Förderung der Kinder: „Unsere Musikschule arbeitet bereits mit den Grundschulen Donnerberg und Zweifall zusammen. Diese erste Kooperation mit einer weiterführenden Schule ist ein richtiger Schritt, um die musikalische Ausbildung in Stolberg auf breitere Beine zu stellen.”

Eine klangvolle Zusammenarbeit mit weiteren Kupferstädter Schulen sei in diesem Sinne durchaus denkbar, meint Merz.
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