Neue Mode: Aus Blaulicht-Blau wird nun ein leuchtendes Sandbeige

Von: -jül-
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Model in Uniform: Oberbrandmeister Peter Cosler testete als einer der ersten Stolberger die neue Ausrüstung. Foto: J. Lange

Stolberg. Aus amerikanischen und britischen (Film-)Szenen sind sie bereits vertraut, die neuen Uniformen, die nun auch in der Kupferstadt Einzug halten. Vorbei ist‘s bald mit dem gewohnten Blaulicht-Blau, das vor etwa zwei Jahrzehnten die knatsch-orange Einsatzkleidung ablöste. Jetzt trägt Feuerwehrfrau und -mann ganz im zeitgemäßen Trend ein leuchtendes Sandbeige.

Zumindest im Einsatz. 270 Exemplare der neuen Schutzbekleidung möchte die Stadt bis 2020 sukzessive beschaffen. Stückpreis rund 1500 Euro; in der Summe macht das auf sechs Haushaltsjahre verteilt 405.000 Euro. Hauptausschuss und Stadtrat sollen auf ihren nächsten Sitzungen die Mittel einplanen.

Eine Ausgabe, die natürlich nichts mit aufkeimenden Modebewusstsein aufgrund steigendem Interesses von weiblichem Nachwuchs an der Arbeit der Wehr zu tun hat, sondern schlicht und einfach mit den Erfordernissen und den Gefahren des Alltags.

Seit 1998 wurde das Feuerwehrpersonal mit einer so genannten Innenbrandbekämpfungsbekleidung ausgestattet, die natürlich seinerzeit Stand der Technik war. Heute sind die Blaumäntel eher Oldtimer. Gefährliche Altkleider, „die die Sicherheit der Einsatzkräfte zwischenzeitlich gefährdet“, erläutert Fachbereichsleiter Walter Wahlen. Verschleiß, UV-Strahlenwirkung, Einreißen des Schutzstoffes trugen dazu bei. Heute erfüllt das Blaulicht-Blau nicht mehr die aktuell geforderten Schutzklassen. „Dies machte eine Überarbeitung und Neuausrichtung der persönlichen Schutzkleidung erforderlich“, so Wahlen.

Die Wehr hat analysiert, nachgeforscht und sich bei Kameraden umgehört. Augenmerk wurde auf Material, Tragekomfort und Funktionalität gelegt. Berücksichtigt wurden steigende Verbrennungstemperaturen, die schnell bis zu 1200 Grad Celsius erreichen, wenn Photovoltaik, wärmegedämmte Gebäude oder Kunststoffe in Flammen stehen.

Gefunden wurde eine neue Schutzkleidung aus dem PBO (Polybenzobisoxazol), das extrem hitzebeständig und formstabil ist, gute Trageeigenschaften, hohe Chemikalienbeständigkeit, gute Reinigungsmöglichkeiten und einen geringen Verschließ besitzt. Zudem ist das Material mit Kevlarfasern unterstützt, so dass eine extreme Reiß- und Schnittfestigkeit bescheinigt wird – was wiederum wichtig ist bei der steigenden Anzahl von technischen Hilfeleistungen, zu denen die Stolberger Feuerwehr ausrücken muss.

Was sich in der Theorie gut anhört, will auch in der Praxis erprobt sein. So übernahmen seit dem vergangenen Jahr die Truppführer die Aufgabe der Models und testeten die neue Uniform auf Herz und Nieren im abwechslungsreichen Alltag einer Einsatzkraft der Feuerwehr. Mit Erfolg: Nun soll die Beschaffung der Schutzausrüstung europaweit ausgeschrieben werden. Und warum in dieser Farbe? „Das ist die Originalfarbe des Materials“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Konrads. Sie ist gut zu erkennen, erst recht mit den Reflexstreifen nach Vorbild der Flughafen-Feuerwehr.

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