Neue Kühltherapie am Gesundheitszentrum kann Leben retten

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Geschäftsführer Dirk Offermann (2.v.r.) Chefarzt Dr. Christoph Dietrich (2.v.l.), Sektionsleiter Dr. Andreas Bootsveld (li.), und Bernd Meuthen, Bereichsleiter Intensivstation, vor dem neuen Kühlgerät. Foto: Eisenmenger

Stolberg. Optisch ist der „Lebensretter“ relativ unspektakulär: Das System zur Regulierung der Körpertemperatur nach einem Herzstillstand besteht aus einem kleinen Metallgehäuse mit digitaler Anzeige und Reglern.

Einfluss auf die Körpertemperatur nehmen zu können, kann die Prognose des Patienten deutlich verbessern. Es ist schon ein seltsamer Gedanke, dass so viel von diesem unscheinbaren Gerät abhängt. Seit Anfang des Jahres wird es auf der Intensivstation des Stolberger Krankenhauses eingesetzt.

„Wir sind sehr froh darüber, denn jetzt können wir Patienten nach einer Wiederbelebung noch besser versorgen als es bisher der Fall war“, sagt der Chefarzt. Warum das Kühlgerät von so großer Bedeutung ist, erklärt Dr. Andreas Bootsveld, Sektionsleiter Kardiologie: „Bei einem Herzstillstand ist die größte Gefahr eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Es ist schon lange bekannt, dass eine niedrige Körpertemperatur Stoffwechselvorgänge verlangsamt und damit der Sauerstoffverbrauch geringer wird.“

So habe jeder schon Geschichten gehört, dass Menschen auf Eis einbrachen und lange in eiskaltem Wasser waren, bis sie wiederbelebt werden konnten. Trotz der langen Zeit im eiskalten Wasser blieben keine bedeutsamen Folgeschäden zurück. Es lag nur nahe, sich die Erkenntnis, dass Kälte den Stoffwechsel verlangsamt und damit den Sauerstoffverbrauch im Körper verringert, zunutze zu machen. Es wurden Methoden entwickelt, um die Körpertemperatur kontrolliert zu senken. Das Bethlehem Gesundheitszentrum war eines der ersten Häuser in der Städteregion, das die Kühltherapie anwendete.

Mit dem neuen System wird die Messlatte wieder ein Stück höher gelegt: „Jetzt können wir die Temperatur noch exakter regulieren“, so Dr. Bootsveld. Eine präzise dosierte Absenkung der Körpertemperatur ist von großem Vorteil für den Patienten. Denn ebenso wie eine zu hohe Temperatur den Organismus schädigen kann, kann dies auch im umgekehrten Fall geschehen und Herzrhythmusstörungen oder massive Störungen im Stoffwechsel verursachen. Zudem ist das neue System einfacher in der Handhabung.

Die Temperatur des Patienten wird kontinuierlich gemessen. „Abweichungen vom Soll-Wert werden somit sofort erkannt und korrigiert“, sagt Bernd Meuthen, Bereichsleiter der Intensivstation. Gekühlt wird der Patient etwa einen Tag, dann erfolgt eine langsame und gezielte Wiedererwärmung des Körpers von maximal 0,5 Grad Celsius pro Stunde. In den darauffolgenden Tagen gilt es, Fieber zu vermeiden – und auch dabei hilft das neue Kühlsystem. Darüber hinaus kann das Gerät bei vielen anderen Erkrankungen, die eine Regulierung der Körpertemperatur erforderlich machen, eingesetzt werden.

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