Neue Hoffnung für die Anwohner im Schnorrenfeld

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So schön kann es sein im Schnorrenfeld – zumindest bei trockenem Wetter. Foto: D. Müller
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Ein ganz anderes Bild bietet sich allerdings nach Starkregen oder Schneeschmelze. Foto: D. Müller

Stolberg. Immer wenn Starkregen fällt oder im Winter der Schnee schmilzt, blicken die Anwohner der Straße Schnorrenfeld ängstlich in ihre Gärten und Keller. Kaum ein Jahr vergeht, in dem sie nicht von Hochwasser geplagt werden. Doch die Chancen steigen, dass die Bewohner der unmittelbar am Münsterbach gelegenen Häuser künftig dauerhaft aufatmen können.

„Ende des Jahres müssten wir wissen, ob und wie wir das Ziel des nachhaltigen Hochwasserschutzes im Schnorrenfeld durch Gewässerrenaturierungen erreichen können“, sagt Thomas Meurer vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

Betroffene Anwohner hatten Vertreter der großen Koalition und der Stadtverwaltung um einen Ortstermin gebeten. Bei diesem machten sie noch einmal auf die großen Probleme aufmerksam. Während im vorderen Bereich der Straße nach Starkregen oder Schneeschmelze das Wasser kniehoch in den Kellern stehe, würden am Ende der Sackgasse die Keller bis knapp unter die Decke volllaufen. Die Feuerwehr pumpe die Wassermassen zwar ab, aber für die Anwohner würden Schmutz und Feuchtigkeit zurückbleiben. „Wir befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schimmel“, sagte eine Mutter.

An Waschmaschine und Wäschetrockner im Keller sei für die Anwohner gar nicht zu denken, da im Ernstfall das Wasser derart schnell steige, dass die Elektrogeräte nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden könnten. Das Wasser erreiche mitunter auch die Badezimmer im Erdgeschoss, so dass selbst dort Waschmaschinen vor den Fluten nicht sicher seien, berichtete eine andere Anwohnerin. „Einen Weckruf in Richtung WVER zu senden“, versprachen Vertreter von SPD und CDU, die darauf verwiesen, dass der Wasserverband bereits im Jahr 2011 zugesagt habe, mit den Planungen für den Hochwasserschutz am Schnorrenfeld beginnen zu wollen.

Dies sei auch geschehen, betont der WVER-Gebietsleiter Meurer: „Leider hat sich herausgestellt, dass die bisher geprüften Einzelmaßnahmen kaum Erfolg versprechen.“ Weder die Aufweitung des Münsterbachs an der zur Bebauung gegenüberliegenden Seite oder die Räumung des Lichtraumprofiles der Zweifeldbrücke der EVS (Euregio Verkehrsschienennetz GmbH) noch die Absenkung des Wasserspiegels durch den Um- beziehungsweise Rückbau des Wehres unterhalb der EVS-Brücke würden die Hochwassergefahr für die Anwohner effektiv und nachhaltig mindern können.

„Daher prüfen wir derzeit, wie im Detail eine sinnvolle Kombination dieser Maßnahmen den Hochwasserschutz am Schnorrenfeld voranbringen kann“, erklärt Gewässeringenieur Thomas Meurer. Wenn diese Prüfung Ende des Jahres abgeschlossen sei, gelte es, für den WVER die Finanzierung der Maßnahmen und in Frage kommende Fördermittel zu eruieren, erklärt Tobias Röhm, Technischer Beigeordneter der Stadt Stolberg. „Außerdem sind bauliche Maßnahmen an einem Gewässer bei der Unteren Wasserbehörde genehmigungspflichtig“, führt Röhm aus, dass deren Umsetzung deshalb wahrscheinlich frühestens 2017 begonnen werden könne. „Wir haben aber bereits mit dem WVER abgestimmt, dass schon vorher der Bereich an der EVS-Brücke geräumt wird, um den Anwohnern kurzfristig etwas zu helfen.“

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