Neue Haltepunkte könnten „den Tourismus ankurbeln“

Von: Jürgen Lange
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Nahe dem Bahnübergang zwischen Steinbachshochwald und Forsthaus Weiden könnte eine neue Haltestelle der Euregiobahn den Ausflugstourismus weiter ankurbeln und die Erreichbarkeit verbessern. Foto: J. Lange

Stolberg. Just an dem Tag, an dem Markus Hirtz seine Probleme mit Helmut Brandt diskutieren will, haben Mitarbeiter einer Kommune dem Hochwaldweg zwischen dem Bahnübergang Steinbachstraße und Forsthaus Weiden einen kräftigen Pflegeschnitt verpasst: Die schmale Fahrbahn und die Gefahren durch direkt angrenzende Feuchtflächen und Saubach sind zumindest wieder erkennbar.

Es war nicht, wie unterstellt, das Technische Betriebsamt der Kupferstadt. Deren Grenze endet direkt hinter dem Bahnübergang. Es könnten Mitarbeiter der „Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen“ (KDW) oder auch der Stadt Aachen gewesen sein.

Hirtz weiß es nicht. Und das kennzeichnet das Problem des Gastronoms. Forsthaus Weiden liegt in einem Drei-Städte-Eck, für das sich niemand so recht zuständig fühlt, sagt der 40-Jährige. Offiziell steht das 1864 erbaute Forsthaus auf Aachener Stadtgebiet. Das Umfeld der Immobilie liegt jedoch im Würselener Stadtwald, erreichbar ist sie nach langer Anfahrt über schmale Wege von Atsch aus oder derzeit von Merzbrück, da die Zufahrt von Weiden aus wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

Aber den direkteren Weg via Verlautenheide hat die Stadt Aachen gesperrt. Nur Land- und Forstwirtschaft dürfen dort verkehren. Pikanterweise steht ein entsprechendes Verbotsschild sogar an beiden Enden des Parkplatzes, so dass man ihn gar nicht erreichen oder verlassen dürfte. „Es ist zu teuer, die Schilder zu entfernen“, habe ihm die Stadt Aachen gesagt, berichtet Markus Hirtz. Weder die Kaiserstadt noch der Würselener Forst fühlten sich so richtig zuständig für den Zustand von Wegen, Parkplätzen und Spielplatz. „Vieles davon erledigen wir selbst“, so Hirtz.

Und viele Kunden ignorieren die Beschilderung in der Hoffnung, ungeschoren die Ausflugslokalität mitten im Wald zu erreichen. Und die Kunden kommen aus der ganzen Region aus allen Himmelsrichtungen, sagt Hirtz, der das Lokal der Familie ausbauen und dort weiter investieren möchte.

Bekannter Name in der Szene

Erworben hat sein Vater Willibert Hirtz 2010 das Ensemble, nachdem die Stolberger Wirtsfamilie Laukamp die Gastronomie 2009 geschlossen hatte. Hirtz ist ein bekannter Name in der Szene. Den Anfang machte 1979 die Breiniger Diskothek „Chartreuse“. Weitere Stationen waren in Aachen „Friesenstube“, „Goldene Kette“ und „Haus Ruland“. Und nun putzt Sohn Markus Forsthaus Weiden heraus. „Ich würde gerne noch mehr machen“, sagt er und blickt auf den derzeit nicht bewirtschafteten Waldgarten. „Es fehlt das Personal“, sagt Hirtz.

Das hat neben den üblichen Problemen der gesamten Branche hier im Drei-Städte-Eck noch einen besonderen Grund: „Ohne Fahrzeug kommt man hier nur zu Fuß hin und mit Auto ist es auch nicht einfach“, so Hirtz. „Ich habe 22 Mitarbeiter und könnte jetzt noch weitere fünf einstellen“. Ein Busanschluss fehlt. Die nächsten Haltestellen sind Forsthaus Würselen an der L 23, in Atsch, Merzbrück oder Broichweiden.

Mittelfristig Hoffnung versprechen auf eine verbesserte Erreichbarkeit können sich Forsthaus Weiden ebenso wie auf Stolberger Stadtgebiet die Ausflugsgastronomie Gut Steinbachshochwald von einem Vorschlag des Bundestagsabgeordneten Brandt als Mitglied im Beirat der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH. „Ein Haltepunkt der Euregiobahn würde hier die Erreichbarkeit verbessern und den Tourismus ankurbeln“, sagt Brandt und greift mit seiner Forderung eine alte Idee der Stolberger CDU für den im Juni vergangenen Jahres eröffneten Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und St. Jöris auf.

Beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland, der den Personenverkehr auf der Schiene in Auftrag gibt, will Brandt sich für eine zügige Realisierung starkmachen. Das gilt ebenso für den nächsten Ausbauabschnitt von Altstadt nach Breinig. Dort schwebt Brandt mit Blick auf das Sportzentrum und Neubaugebiet an der Schützheide ebenfalls ein zusätzlicher Haltepunkt am Wingertsberg vor. Dann könnte die Fußballjugend per Bahn zum Training anreisen.

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