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Neue Gasleitung über Stolberger und Aachener Gebiet

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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ZEELINK-Projektleiter Franz-Josef Kißing und Pressesprecher Helmut Roloff (von links) stellten erste Schritte des geplanten Projekts in der Redaktion vor.

Stolberg/Lichtenbusch. Im Rahmen des Projektes „ZEELINK“ wird das Unternehmen Open Grid Europe eine neue Erdgasleitung von der deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis St. Legden nahe Coesfeld verlegen. Die Rohre werden zuerst über Aachener und dann über Stolberger Stadtgebiet, in direkter Nachbarschaft zum Würselener Wald, verlaufen.

Das Unternehmen versichert, für die rund 215 Kilometer lange Leitung quer durch NRW nicht den kürzesten, sondern den sinnvollsten Weg zu nehmen: „technisch realisierbar, umweltschonend und genehmigungsfähig“.

Der Trassenfindungsprozess verläuft in einem mehrstufigen Verfahren. Erste Antragsformulare wurden bereits bei der Bezirksregierung Köln eingereicht. Im laufenden Jahr wird ein Raumordnungsverfahren eingeleitet. Dabei soll auch die Meinung der Stolberger Bürger zu dem Projekt abgefragt werden. Eine entsprechende Informationsveranstaltung ist für den 24. Februar vorgesehen.

Die Open Grid Europe GmbH ist einer der führenden Infrastrukturbetreiber für Erdgas in Deutschland. Das Unternehmen mit 1650 Mitarbeitern betreibt das längste Fernleitungsnetz für Gas in Deutschland. Kunden sind nicht die einzelnen Haushalte, sondern Stadtwerke, Händler und größere Industriebetriebe.

Wie ZEELINK-Projektleiter Franz-Josef Kißing jetzt erläuterte, wird die neue Gasleitung fast 600 Millionen Euro kosten und durch eine Umstellung der Gassorte erforderlich. Bislang werden viele Kunden mit L-Gas (low caloric) versorgt. Doch die Verfügbarkeit dieser Gassorte werde nach Schätzungen bis zum Jahr 2030 um etwa 90 Prozent zurück gehen, so Kißing.

Demnächst H-Gas

Alternative ist das höherwertige H-Gas (high caloric), mit einem größeren Energiegehalt. Langfristig sei man darauf angewiesen, den Bedarf mit diesem Gas zu decken. Das H-Gas soll von Zeebrugge an der belgischen Nordseeküste durch neue, stärkere Rohre nach Deutschland transportiert werden. Die Gasleitung wird in Lichtenbusch die Grenze überschreiten.

Und soll dann über Verlautenheide und Stolberger Stadtgebiet geführt werden. Ehe es zunächst entlang der Autobahn 4 und dann durch die Feldflur Richtung A44 bei Erkelenz und Mönchengladbach geht. Über den Abschnitt „ZEELINK 2“ geht es von Krefeld aus zum Endpunkt der Leitung bei Coesfeld. Für das L-Gas gibt es heute bereits eine Verdichterstation im Wald nahe Stolberg bei Gut Schwarzenbruch. Für das H-Gas soll eine weitere Station auf dem Gebiet von Verlautenheide errichtet werden.

„Wie die Leitung über Stolberger Stadtgebiet verlegt werden soll, ist derzeit noch völlig offen“, versichert Kißing. Im Juni 2015 habe das Unternehmen erste Pläne entwickelt und bei den Bezirksregierungen eingereicht. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens werden ab diesem Frühjahr alle betroffenen Behörden, Energieversorger und Kommunen um ihre Stellungnahme gebeten. Eingehende Anregungen und kritischen Anmerkungen werden dann im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens in den Jahren 2017 und 2018 Berücksichtigung finden.

Geht alles glatt, kann das Projekt im Anschluss von den Behörden genehmigt werden. Die Bauphase ist für die Jahre 2019 und 2020 vorgesehen. Im März 2021 könnte die neue Erdgasleitung dann in Betrieb genommen werden. So weit die Pläne von Open Grid Europe. „Wir werden bis zur Inbetriebnahme im kontinuierlichen Dialog mit der Öffentlichkeit bleiben“, verspricht Kißing. Die Bürgerinnen und Bürger würden vor jedem Schritt ausführlich informiert. Eine erste Informationsveranstaltung für die Stolberger Bevölkerung werde am Mittwoch, 24. Februar ab 18 Uhr im Museum Zinkhütter stattfinden, betont ZEELINK-Sprecher Helmut Roloff. Hier können dann bereits erste Fragen zur Pipeline stellt werden.

An dieser Informationsveranstaltung wird auch Bürgermeister Tim Grüttemeier teilnehmen. „Wir wissen momentan auch noch nicht viel über das Projekt“, teilte Grüttemeier am Donnerstag auf Anfrage mit. ZEELINK habe bislang lediglich grob mitgeteilt, um was es gehe, dass es unterschiedliche Linienführungen für die Leitung gebe und nachgefragt, ob man im Rathaus einen Veranstaltungsort für die Bürgerinformation benennen könne.

Da habe sich das Museum Zinkhütter Hof angeboten, so Grüttemeier. Die Kölner Bezirksregierung bestätigte am Donnerstag auf Anfrage den Eingang des Antrages zur Verlegung des Gasrohres in der Region. Allerdings seien noch nicht alle erforderlichen Unterlagen eingereicht worden, so die Behörde.

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