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Neue Burggräfin: „Das Amt war schon immer ein Traum von mir“

Von: Marie-Luise Otten
Letzte Aktualisierung:
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Birgit Hennecken-Vaßen ist Tierliebhaberin. Neben ihrem Hund hält sie noch einen Ziegenbock, Hühner und Kaninchen. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Birgit Hennecken-Vaßen, die 46-jährige Friseurmeisterin aus Breinig, hat es geschafft, als erste Burggräfin in Stolbergs Geschichte einzugehen. Was die für den 1. FC Köln Begeisterte und Tierliebhaberin eines Hundes, von acht Hühnern, zwei Kaninchen und eines Ziegenbocks mit diesem Amt verbindet, hat sie unserer Mitarbeiterin erzählt.

Was macht eine Burggräfin überhaupt? Und welche Aufgaben sind mit dem Amt verbunden?

Hennecken-Vaßen: Die Burggräfin ist Hausherrin der Burg und repräsentiert in dieser Eigenschaft für einen Tag den Karneval. Für Stolbergs Tollität Holli I. hat sie die Proklamationsurkunde mit unterschrieben. Sie richtet das Burggrafenfest nach ihren eigenen Vorstellungen aus. Ich erwarte bei meinem Fest, das übrigens für alle zugänglich ist, Gäste aus Stolberg, Aachen und Köln.

Wie sind Sie zu dem Amt gekommen? War es Ihr Traum?

Hennecken-Vaßen: Beim Burggrafenfrühstück von Dr. Rüdiger Fröschen habe ich unvorsichtig gesagt, wenn ich mir im Karneval etwas aussuchen könnte, dann möchte ich Burggräfin werden. Ich habe mir diesbezüglich keine Hoffnung gemacht, es werden zu können, weil dieses Amt bisher nur von Männern ausgeführt wurde. Es war kein Traum, sondern nur ein laut gedachter Gedanke.

Wie haben Sie es denn geschafft, die Männerdomäne zu durchbrechen?

Hennecken-Vaßen: Das lag nicht an mir. Der Vorschlag kam vom Komitee, also von den Männern selbst.

Wer ist das Komitee?

Hennecken-Vaßen: Zu dieser Gruppe zählen alle bisherigen Burggrafen. Es werden Vorschläge gemacht und dann innerhalb des Gremiums abgestimmt.

Was wollen Sie anders machen als Ihre Vorgänger im Amt des Burggrafen?

Hennecken-Vaßen: Anders ist es schon, weil es in diesem Jahr zum ersten Mal eine Frau in diese Position geschafft hat. Meine Vorgänger sind meine Vorbilder. Sie haben die Burggrafenfeste jeweils würdig vertreten, und ich möchte in diesem Sinne dann auch weiter machen.

Wie bereiten Sie sich auf den großen Tag vor?

Hennecken-Vaßen: Ich bin spontan, wie ein Karnevalist sein soll. Freies Sprechen ist sehr wichtig für mich. Im Kopf habe ich ein Grundgerüst meiner Rede, das ich am Tag selbst im Geiste noch einmal abrufe. Aus Erfahrung weiß ich, dass dann alles „wie am Schnürchen“ läuft.

Was ziehen Sie an?

Hennecken-Vaßen: Das ist zunächst mein Geheimnis. Nur so viel, es ist nicht von langer Hand geplant. Meine Tochter arbeitet als Maßschneiderin im Stadttheater Aachen.

Welche Insignien haben Sie oder erhalten Sie?

Hennecken-Vaßen: Bei der Proklamation am Sonntag gibt es einen speziellen Orden (ein Unikat), der von Dirk Nolte persönlich gestaltet wurde, für mich.

Wen bringen Sie denn am Sonntag mit? Wer wird zu Ihrem Gefolge gehören?

Hennecken-Vaßen: Meine Freundinnen Monika Terstappen, Doris Zange, Bea Heinze, Astrid Köder, Marcella Krasny-Snijders und Jessica Weiß sind enge Vertraute, die mich in Wort und Tat unterstützt haben. Sie sind auch mein Beistand am Sonntag und meine Zugehfrauen.

Wer hält die Laudatio?

Hennecken-Vaßen: Da Angela Merkel verhindert ist, wird die Laudatio an Ihrer Stelle Heinz Hartmann, Präsident der Ersten Großen, übernehmen.

Worauf können sich die Menschen in Stolberg am Sonntag besonders freuen?

Hennecken-Vaßen: Auf ein vielfältiges, abwechslungsreiches Programm mit vielen Überraschungen. Als Geschenk meines Mannes gibt es unter anderem auch Livemusik von einer bekannten Kölner Band.

Seit wann sind Sie im Karneval überhaupt aktiv mit dabei?

Hennecken-Vaßen: Meine Mutter hat schon in Kindertagen mit uns die damals bekannten Karnevalslieder gesungen. Im Kinderkarneval habe ich dann auch hier und da mitgemacht. Richtig los ging es aber erst durch meinen Mann, der mich vor 20 Jahren mit dem Karneval infiziert und mich genötigt hat, mitzumachen. Ich engagiere mich im Kabarett der Sündenböcke und halte bei den jährlichen Flüstersitzungen eine Büttenrede, allerdings habe ich wegen der Aufgabe als Burggräfin in diesem Jahr darauf verzichtet.

Was wünschen Sie sich für Stolberg und die Narren?

Hennecken-Vaßen: Ich wünsche mir für alle ein friedliches, lustiges und amüsantes Fest, wobei ich hoffe, dass man sich an das eine oder andere Highlight noch lange erinnern wird.

Haben Sie sich durch das Amt verändert?

Hennecken-Vaßen: Nein, ich bin immer noch die Gleiche, die ich war, als das Komitee mich vorgeschlagen hat, werde aber, je näher das Burggrafenfest rückt, von Tag zu Tag nervöser.

Was wollen Sie auf den Weg bringen?

Hennecken-Vaßen: Ich möchte mit dazu beitragen, dass das Burggrafenfest in Stolberg weiterhin etwas Besonderes bleibt und in dieser Form auch noch lange Bestand hat.

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