Neue Bewohner schaffen schmucke, moderne Häuser

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Die Wohnhäuser für die belgischen Soldaten waren eher schlicht gehalten. Foto: Stadtarchiv

Stolberg. Im Rahmen der Reihe „Stolberger Ansichten über Jahrzehnte“ beleuchtet unser Autor, wie sich die Kogelshäuserstraße im Jahr 1972 darstellte und wie sie sich heute dagegen präsentiert. Es geht dabei um den Bereich der Straße zwischen den Hausnummern 49 und 81 im Jahr 1972.

So gab es dort vor 44 Jahren einen Kiosk. Das eingeschossige Gebäude, das im Vorgarten des Hauses Kogelshäuserstraße 49 lag und volkstümlich als „Titze-Büdchen“ bezeichnet wurde, ist 1951 entstanden.

Geführt wurde der kleine Kiosk in der Anfangszeit von August Titz, der dort Eis, Süßwaren und Getränke verkaufte. Später wurde das Angebot von seiner Ehefrau Ursula Titz erweitert, indem der Verkauf von Schreibwaren und Zeitschriften hinzu kam.

Dominiert wurde das Bild an dieser Stelle seinerzeit aber von mehreren zweigeschossigen Bauten, die mit Ausnahme eines Wohnblocks von einer einheitlichen Bild geprägt waren. Diese Gebäude wurden 1953 errichtet und gehörten zu einem aus 18 Häusern bestehenden Bauprogramm, das an der Kogelshäuserstraße Wohnraum für belgische Offiziere schaffen sollte.

Besatzungsstatus

Damals waren belgische Militärangehörige in den Kasernen „Camp Astrid“ (Atsch) und „Camp Zeebrügge“ (Donnerberg) untergebracht. Sie gehörten zu den alliierten Streitkräften, die im Rahmen des Besatzungsstatutes in Deutschland stationiert waren. Bauherr der kleinen Siedlung war die damals in Köln ansässige Oberfinanzdirektion. Sie hatte die Erstellung der Reihenhäuser, vier oder sechs Häuser wurden zu einem Wohnblock zusammen gefasst, dem in Düsseldorf beheimateten Bauträger, der Angestelltenwohnungsbau GmbH (Awog) übertragen.

Schrebergärten

Als Baugrund hatte man ein Gelände genutzt, auf dem zuvor eine Schrebergartenkolonie ansässig war. Die Wohnungen waren nicht besonders komfortabel. Im Erdgeschoss lagen zwei Räume und ein kleines Bad. Ergänzt wurde der Wohnraum durch zwei weitere Räume im Obergeschoss. Aus einem Guss war auch die Gestaltung der Außenbereiche. Die Fassaden besaßen einen grauen Zementputz und in den Vorgärten dominierten spärlich bewachsene Rasenflächen.

Von Blumenkästen oder Beeten keine Spur. Die Gestaltung der Außenbereiche war lieblos und trist. Am linken Bildrand ist eine von einem Geländer bekrönte Böschungsmauer zu sehen. Sie grenzt das Gelände ein, wo man 1952 die Schule Kogelshäuserstraße errichtet hatte.

Dies im Gegensatz zu heute: 44 Jahre später hat sich das Bild gewandelt. Die grauen Fassaden sind verschwunden. Unterschiedliche Pastelltöne haben dem Einheitsgrau Platz gemacht. Wo einst vernachlässigte Vorgärten lagen, ist jetzt individuell gestaltetes Grün sowie Blumenbeete und Parkflächen entstanden. Außerdem wurden die Dachgeschosse ausgebaut und im hinteren Bereich entstanden Erweiterungsbauten, die einen Zuwachs an Wohnkomfort und Bequemlichkeit bedeuteten.

Ermöglicht haben diese Veränderungen die Privatisierung der Häuser. Denn die Belgier verließen Mitte der 1990er Jahre Stolberg und räumten ihre Wohnbauten. Bevor die Häuser in Privathand übergingen, war das in Köln beheimatete Bundesvermögensamt Eigentümer gewesen. Den neuen Bewohnern hat der Umbau viel Arbeit gemacht.

Jahre leer gestanden

Schließlich hatten die Bauten nach dem Abzug der Belgier einige Jahre leer gestanden. Vandalismus hatte der Bausubstanz geschadet. Seinen Betrieb eingestellt hat inzwischen auch das „Titze-Büdchen“. Es wurde schon Mitte der 1980er Jahre stillgelegt.

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