Neubaugebiet für Senioren statt Ruine

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
10804952.jpg
Zunehmend verfallen und als Müllablageplatz missbraucht ist das Gelände einer ehemaligen Bauelemente-Fabrik. Auf den rund 4446 Quadratmetern soll von der Gressenicher Straße aus eine kleine seniorengerechte Siedlung erschlossen werden. Foto: J. Lange

Stolberg-Mausbach. Genau dort, wo noch vor einigen Jahren ein Unternehmen aus Gründen des Immissionsschutzes den städtischen Gedanken an ein Neubaugebiet in Mausbach Grenzen aufzeigte, soll nun eine kleine seniorengerechte Siedlung entstehen.

„Seniorenwohnpark Gressenicher Straße“ haben Thomas Schröder von der Stolberger Minerva Immobilien & Besitz GmbH als Investor und Hans-Otto von der Heide von der VDH Projektmanagement GmbH aus Erkelenz ihr Projekt für das so genannte „Ripphausen-Gelände“ genannt.

Die gleichnamige Firma produzierte und vertrieb dort bis zur Insolvenz Ende der 1990er Jahre Fenster- und weitere Bauelemente. Ein Nachfolgebetrieb war auch nicht von Dauer. Aufbauten und Gelände verfielen und verwilderten zunehmend. Erhebliche Schäden richteten ein Feuer in der Mainacht 2006, als Maijungen ein Grill außer Kontrolle geriet, und ein Brand im November 2011 an. Aufgestellte Bauzäune sichern das Gelände nicht wirklich vor spielenden Kindern und der Ablagerung von wildem Müll.

Mittlerweile ist die Stolberger Minerva Eigentümer des Geländes, berichtet der Technische Beigeordnete Tobias Röhm für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am 24. September. Das Gremium soll dem am 29. September tagenden Stadtrat empfehlen, wie von der Minerva beantragt, einen Vorhaben- und Entwicklungsplan für das rund 4446 Quadratmeter große Areal aufzustellen.

Investor und Planer sind in der Kupferstadt keine Unbekannten. Schröder bebaut aktuell an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße das Gelände der Evangelischen Kirchengemeinde, von der Heide entwickelte den Kistenplatz in Atsch als Nahversorgungszentrum. Für das Ripphausen-Gelände planen sie eine seniorengerechte Wohnanlage mit elf Einzel- bzw. Doppelhäusern mit eher geringen Grundstücksgrößen von 250 bis 380 m2, was den Pflegeaufwand für zukünftige Bewohner minimieren soll. Art und Maß der Bebauung soll sich umstehenden Häusern anpassen mit 4,50 Meter Trauf- und acht Meter Firsthöhe sowie einer eingeschossigen Bauweise plus nicht voll ausgebildetem Dachgeschoss. Erschlossen werden soll die kleine Siedlung ausschließlich über die bestehende Zufahrt von der Gressenicher Straße (L12) aus. Eine Verbindung mit dem rückwärtigen Feldweg zwischen Gartenstraße und Wasserkaul wird laut Verwaltung nicht geplant.

In den 1990er Jahren war der ehemalige Gewerbebetrieb aufgrund von erforderlichen Abstandsflächen noch eine Hürde für die Stadt, die die Bebauung auch entlang der Gartenstraße komplettieren wollte.

Heute steht die Kupferstadt der Realisierung „einer seniorengerechten Wohnnutzung positiv gegenüber“, betont Röhm. Und auch die große Koalition hatte bereits im Mai 2012 erklärt, den Siedlungsschwerpunkt Mausbach weiter verfolgen zu wollen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert