Natürlich „Auld Lang Syne” zum Abschied

Von: Marie Luise Otten
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Bei „Auld Lang Syne” reicht man sich immer die Hände: Es ist das Lied über Freundschaft und Abschied von Robert Burns, gesungen von John Cashmore und dem begeisterten Publikum in Stolberg. Foto: Otten

Stolberg. Heiß umjubelt wurde John Cashmore bei seinem schottischen Liederabend im Zinkhütter Hof. Inspiriert durch seinen Vater, der Fan von Kenneth McKellar war, und durch viele Tourneen mit der Schottischen National Oper entstand das Programm „Schottland, Deine Lieder”.

Cashmore wirkte in jedem Lied authentisch und wusste auf charismatische Art und Weise das Publikum zu begeistern.

Die koreanische Pianistin Han Gyeol Lie begleitete ihn souverän am Flügel. „Special guest” war Willi Mager, Dudelsackspieler aus Belgien, der mit seinen militanten Klängen das Publikum gleich zu Beginn in die schottischen Highlands entführte.

Wie auch Cashmore, so traten die beiden im Original schottischen Kilt auf. Dann erklang die samtweiche Stimme Cashmores mit einer der drei inoffiziellen Nationalhymnen Schottlands: „Scotland the Brave”. Diese ist eigentlich ein Pipe Band Marsch der Kanadischen Streitkräfte.

„My love is like a red red rose”, ein Liebeslied von Nationaldichter Robert Burns, gehört wohl zu den Lieblingsliedern von Cashmore, denn Gänsehautfeeling zeigte sich bei den Zuhörern nach dieser innigen Interpretation.

Traurig erschien dagegen das schottische Traditional „Loch Lomond”, das ein Gefangener auf dem Weg zum Schafott für seine in London zurückgebliebene Frau geschrieben haben soll.

Es folgten weitere traditionelle Songs wie „Down in the glen” und „Flower of Scotland”. Mit Flower, so Cashmore sei keine Frau gemeint, sondern die junge Generation, die im Krieg für Schottland gefallen ist.

Die Zuhörer waren in ihrem Enthusiasmus nicht zu bremsen als der Künstler sie kurz vor der Pause zu einem echt schottischen Whisky einlud, denn neben Dudelsack und Kilt gehört dieser zu den bekanntesten Elementen der schottischen Kultur. Das witzige „Donald, wheres your trousers” beendete den ersten Teil.

Nach der Pause ging es zunächst mit „The Skye Boat Song” weiter. Flora MacDonald soll Bonnie Prince Charlie nach der verlorenen Schlacht bei Culloden mit einem Ruderboot auf die Insel Skye gefahren haben, von wo aus er nach Frankreich fliehen konnte. „Keep Right on to the End of the Road” wurde von Harry Lauder geschrieben und war seinem Sohn gewidmet, der während des 1. Weltkrieges getötet wurde.

Dudelsackmusik war in früheren Zeiten ein Instrument von einfachen Leuten wie Hirten, Schäfern, Spielleuten oder Gauklern. Aufgrund der enormen Lautstärke wurde sie über viele Jahrhunderte als Kriegsinstrument eingesetzt, um den eigenen Truppen Mut einzuflößen und dem Gegner Angst einzujagen. Heute wird der „bagpipe” nur noch zu friedlichen Zwecken verwendet und wo er auch zu hören ist, macht er einen bleibenden Eindruck.

Das „Highland Cathedral”, das 1982 produziert wurde, findet bei vielen Veranstaltungen Gehör. Es ist bisher 310-mal von anderen Künstlern auf Tonträgern veröffentlich worden. U.a. wurde es von der Kölner Kultband „Bläck Föös” als musikalisch-rheinische Liebeserklärung an Köln („Du bes die Stadt”) verwandt wie auch für die britische Filmproduktion „Vier Hochzeiten und ein Todesfall”. Willi Mager spielte diese erfolgreiche Melodie auch in Stolberg und erntete damit viel Beifall.

Es folgten traditionelle schottische Liedern von 1770/1780 und der tröstlich keltische Song „You raise me up”. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus bei Sänger John Cashmore, Pianistin Han Gyeol Lie und Willi Mager und forderte noch Zugaben.

Dem kam Cashmore gerne entgegen, und so erklang - selbstverständlich - das weltbekannte Abschiedslied „Auld Lang Syne” vom schottischen Nationaldichter Robert Burns und das geistliche „Amazing Grace”.
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