Nationalpark Eifel: Demenz kein Hindernis mehr

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Mit dem Ranger durch den Nationalpark zu wandern, ist bei Familien beliebt. Doch die Führer wurden jetzt auch im Umgang mit Dementen geschult. Es geht daraum, anschaulich zu kommunizieren und verschiedene Sinne anzusprechen. Foto: Nationalparkverwaltung

Nordeifel. Wer „Demenz“ hört, denkt an das „Vergessen“ und körperliche Unzulänglichkeiten, die mit dem Krankheitsbild verbunden sind. Dabei verfügen Betroffene häufig über Stärken wie eine hohe emotionale, körperliche und sinnliche Erlebnisfähigkeit. Und wo lassen sich diese Eigenschaften besser fördern als in der Natur?

Damit die hauptamtlichen Ranger und ehrenamtlich tätigen Waldführer des Nationalparks Eifel das Krankheitsbild und die Bedürfnisse von Betroffenen kennen und sich darauf einstellen können, veranstaltete die Nationalparkverwaltung Eifel Fortbildungen zu diesem Thema. Schwerpunkt der Fortbildungen, die in Zusammenarbeit mit dem Demenz-Servicezentrum Region Köln und südliches Rheinland durchgeführt wurden, ging es um die Sensibilisierung der Exkursionsführer zum Krankheitsbild Demenz.

Immer mehr Betroffene

Bedingt durch den steigenden Anteil der älteren Bevölkerung wird es voraussichtlich immer mehr von Demenz betroffene Menschen geben, die auch an den geführten barrierefreien Angeboten im Nationalpark teilnehmen. Gegenstand der Schulungen waren deshalb Themen wie die demografische Entwicklung und die Kommunikation mit Menschen mit Demenz: Anhand von Praxisbeispielen aus dem Alltag der Waldführer und Ranger während der geführten Wanderungen konnten Fragen zum Umgang und auch zur Einbindung von Menschen mit Demenz veranschaulicht werden.

Konkret wurden beispielsweise Hilfen zur Kommunikation gegeben: Sich einfach und ruhig zu verständigen, ist genauso wichtig, wie die Besucher nicht mit den Defiziten ihrer Erkrankung zu konfrontieren – dazu gehört der Verlust zeitlicher oder räumlicher Orientierung. Wird der Fokus auf die Stärken gelegt, auf Gefühle und Erleben im „hier und jetzt“, dann ist Demenz kein Hindernis auf dem Weg in die Natur.

Scham groß

Häufig ist die Scham, sich mit der Erkrankung in öffentlichen Gruppen aufzuhalten, vor allem bei den Angehörigen sehr groß, so dass sie viele ihrer gemeinsamen Aktivitäten einstellen und sich zunehmend sozial isolieren. Häufig braucht es dann ein Umfeld, das zum Thema informiert ist und sensibel auf diese Menschen eingehen kann, damit sie sich wohl und sicher fühlen.

Projekte seit 2004

Bewegung in der Natur ist zudem ein wichtiges Lebenselixier, das auch bei älteren Menschen und Menschen mit Demenz den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität situativ verbessert.

Barrierefreie touristische Angebote wurden dazu in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt.

Seit 2004 verfolgt die Nationalparkverwaltung das Ziel, den Nationalpark Eifel allen Menschen – mit und ohne Behinderung – zugänglich zu machen. Bis heute sind zahlreiche barrierefreie Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung im Nationalpark Eifel entstanden.

Dazu kommt die Qualifizierung von Multiplikatoren durch Fortbildungen im Bereich Barrierefreiheit für Ranger, Servicemitarbeiter sowie die Auszeichnung von „Barrierefreien Nationalpark-Gastgebern“.

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