Nathalie Malekzadeh strickt an Netzwerk für Stolberger Unternehmen

Von: Jürgen Lange
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Bei der Nacht der Unternehmen präsentieren sich am Donnerstag neben der Berzelius Bleihütte Binsfeldhammer auch die Stolberger Firmen Caseris, Dyna-Mess und CAE Elektronik im Aachener Technologiezentrum am Europaplatz. Foto: Berzelius
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Betreut das Stolberger Unternehmernetzwerk: Wirtschaftsförderin Nathalie Malekzadeh. Foto: J. Lange

Stolberg. Die neuen Büros auf der Chefetage sind bezogen, die Auftaktveranstaltung zum Aufbau eines Industriedialogs mit FH-Rektor Prof. Dr. Marcus Baumann hat ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Nun muss Nathalie Malekzadeh die „Stricknadeln“ auspacken und mit den Unternehmen das Netzwerk knüpfen, mit dem Standort, Wirtschaft und Arbeitsmarkt profitieren können.

Zwei große Veranstaltungen stehen für die neue Wirtschaftsförderin in der Kupferstadt in diesen Tagen auf dem Programm: Am Donnerstag machen sich bei der Nacht der Unternehmen einige Stolberger Firmen auf die Suche nach den Fachkräften von Morgen, und nächste Woche Mittwoch geht es darum, die Wirtschaft in der Kupferstadt auf dem Weg zur Bildung einer Marke als Arbeitgeber zu begleiten, damit sie interessant sind für die neue Generation von Mitarbeitern.

Arbeitgeber als Marke

„Wir möchten weg vom Grünen Tisch“, sagt die 27-Jährige, „und hin zum Bedarf vor Ort“. Um Unternehmen in Stolberg besser mit der Stadt und Behörden und vor allem den relevanten Akteuren in der Region besser zu verknüpfen. Der Aufbau eines funktionierenden Netzwerkes ist die eine Herausforderung, vor der die Wirtschaftsförderin steht.

„Die andere Frage ist einfach, was ist für die Stolberger Unternehmen relevant?“ Gedanken machen, Aktivitäten anstoßen, Veranstaltungen organisieren – das könne sicherlich nur eine Seite sein. „Wichtiger ist doch sicherlich die Frage: Was können wir für die Unternehmen tun?“, sagt Malekzadeh. Denn letztlich ist Wirtschaftsförderung eine Dienstleistung am Kunden, an den Unternehmen. Da mögen die Ansprüche und Problemstellungen in der Stolberger Wirtschaftslandschaft recht unterschiedlich sein.

„Aber helfen und unterstützen können wir letztlich nur, wenn wir auch ein Feedback von den Arbeitgebern bekommen, was für sie relevant ist.“ Und relevant sind sicherlich auch die Fragen, was braucht Stolberg und was können Unternehmen für Stolberg tun? Einen Diskussionsbasis, der kontinuierlich verstetigt werden soll, soll das Netzwerk bieten. Vor dem Hintergrund, dass der Industriestandort Stolberg im Wandel ist, und dass der demografische Wandel auch für die Wirtschaft in der Kupferstadt veränderte Rahmenbedingungen setzen wird.

Einen ersten Ansatz dazu bietet das erste Netzwerktreffen des Stolberger Industriedialogs. „Employer Branding“ lautet das Schlagwort für Mittwoch, 12. November, das ab 9 Uhr im Zinkhütter Hof die Professoren für Wirtschaftswissenschaften Dr. Gerd Wassenberg und Dr. Axel Thomas erläutern werden: Wie können sich Unternehmen aufstellen, um als Arbeitgeber bekannt und attraktiv zu sein?

„Man muss eine Unternehmenskultur aufbauen und sie nach außen tragen“, weist Malekzadeh auf die eingeforderte Markenbildung als Arbeitgeber hin, um trotz eines eintretenden Mangels an Fachkräften das erforderliche qualifizierte Personal rekrutieren zu können.

Die Generation Y

Dabei sei die auf den Markt drängende „Generation Y“ nicht mehr nur darauf aus, gutes Geld zu verdienen. Die Generation zeichne sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus, weil sie als erste mit Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen sei, aber sie stelle vielmehr die Frage nach dem Sinn und die Freude an der Arbeit in den Mittelpunkt ihrer Stellensuche.

Eine Entwicklung, auf die sich die Wirtschaft in der Kupferstadt einstellen müsse. Die Einzigkeit eines jeden Arbeitgebers und das Gefühl, dort zu arbeiten, müsse transportiert werden. Wie das gehen kann, das werden bei dem Netzwerktreffen der Leiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion sowie der Unternehmensberater erklären.

Denkfabrik wird gegründet

„Darüber hinaus wird Prof. Wassenberg die Initiierung eines ,Think Tank‘ moderieren“, erklärt die Wirtschaftsförderin: Die Gründung einer Denkfabrik, die Eckpunkte der zukünftigen Wirtschaftsförderung der Kupferstadt aufzeigt, um entlang des Bedarfs die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Stolberg gemeinsam zu gestalten.

Ein Schritt, eine Marke als Arbeitgeber zu bilden und Fachkräfte zu interessieren und rekrutieren, ist die Beteiligung Stolberger Firmen an der „Nacht der Unternehmen, die am morgigen Donnerstag, 6. November, um 17 Uhr ihren Auftakt im Technologiezentrum am Aachener Europaplatz findet.

Neben Saint-Gobain, das neben Stolberg auch in Aachen, Würselen und Herzogenrath präsent ist, beteiligt sich die Caseris GmbH mit Sitz im Birkenfeld, die durch innovative Softwarelösungen die Kommunikationsprozesse in Unternehmen fördert. Sie ist auf der Suche nach studierten Informatikern, bietet die Ausbildung zu Fachinformatikern und die Möglichkeit zu Praktika und Diplomarbeiten.

Studien-, Bachelor-, Masterarbeiten und Praxissemestern bietet auch die Dyna-Mess Prüfsysteme GmbH vom Leimberg. Die Entwicklung, Konzeption und Realisierung kunden­spezifischer Prüfmaschinen stehen bei dem Unternehmen im Fokus, das auch Ausbildungsplätze für Elektroniker und Mechatroniker bietet. Auf eine enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen kann die Berzelius Bleihütte Binsfeldhammer verweisen, deren Werk am Donnerstag auch mit einem eigenen Shuttle angesteuert wird.

Und wie gut Netzwerke funktionieren können, sieht man am gemeinsamen Stand der Städteregion und der Agit bei der „Nacht der Unternehmen“. Sie präsentiert sich unter anderem mit dem euregionalen Projekt „Tettra“, das sich neben dem Technologietransfer zum Ziel gesetzt hat, qualifizierte Fachkräfte über ihren Studienabschluss hinaus an die Region zu binden – ein Projekt das Nathalie Malekzadeh vor ihrem Wechsel in die Kupferstadt betreut hat.

So wird neben der „AS Tech Industrie- und Spannhydraulik GmbH“ aus dem Kreis Heinsberg die Stolberger CAE Elektronik GmbH gleich im Eingangsbereich des Technologiezentrums vertreten sein. Nach seiner Restrukturierung bietet der Simulator-Entwickler und Service-Dienstleister in der Steinfurt eine ganze Reihe von offenen Stellen für Hochschulabsolventen mehrerer Fachrichtungen, aber auch für Techniker und Auszubildende.

Nacht der Unternehmen

„Wir sind überzeugt davon, dass die Nacht der Unternehmen ein hervorragender Weg ist, Studierenden Karrieremöglichkeiten innerhalb der Region aufzuzeigen“, sagt die städteregionale Wirtschaftsförderin Dr. Ute Gartzen. Insbesondere Unternehmen aus dem Mittelstand oder inhabergeführte Großunternehmen zählten zwar oftmals zu den „Global Playern“ und Weltmarktführern in ihren Branchen, „sind aber leider nicht so bekannt wie multinationale Konzerne oder stark markengetriebene Technologieunternehmen“, sagt Gartzen. Die Nacht der Unternehmen helfe, Wege zu bauen für die Rekrutierung von Fachkräften und ihre Bindung an die Region.

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