Nächtlicher Großeinsatz: Brandstiftung ausgeschlossen

Von: Ottmar Hansen
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Bei einem Feuer in Atsch ist in der Nacht zum Mittwoch der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses vollkommen ausgebrannt. In einem Großeinsatz evakuierte die Feuerwehr 29 Bewohner der umliegenden Gebäude. Foto: Ralf Roeger
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Bei einem Feuer in Atsch ist in der Nacht zum Mittwoch der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses vollkommen ausgebrannt. In einem Großeinsatz evakuierte die Feuerwehr 29 Bewohner der umliegenden Gebäude. Foto: Ralf Roeger
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Bei einem Feuer in Atsch ist in der Nacht zum Mittwoch der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses vollkommen ausgebrannt. In einem Großeinsatz evakuierte die Feuerwehr 29 Bewohner der umliegenden Gebäude. Foto: Ralf Roeger

Stolberg/Eschweiler. Der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Stolberg ist in der Nacht zum Mittwoch bei einem Feuer komplett zerstört worden. Nur mit dem Großeinsatz ihrer Kräfte konnten Stolberger und Eschweiler Feuerwehrleute ein Übergreifen auf die Nachbarhäuser verhindern. 29 Menschen mussten evakuiert werden. Die Polizei vermutete am Mittwoch einen technischen Defekt als Brandursache.

Einsatzkräfte der Stolberger Hauptwache waren kurz vor Mitternacht ohnehin unterwegs. Sie steuerten die Lohrstraße an. Dort war Gasgeruch gemeldet worden. Vor Ort konnte jedoch kein Gasleck gefunden werden. Die Feuerwehr wollte denn auch schon wieder abrücken, als um 23.49 Uhr die Brandmeldung von der nur wenige Meter entfernten Schneidmühle einging. Dort stand der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Flammen.

Die Löschgruppe Atsch traf zuerst am Einsatzort ein. Das entsprechende Haus steht nur wenige Meter vom Gerätehaus der Löschgruppe entfernt. Die Atscher Feuerwehrleute holten zunächst vier Personen aus dem brennenden Haus, die sich im Erdgeschoss aufhielten und von dem Feuer unter dem Dach noch gar nichts mitbekommen hatten. Währenddessen hatten sich die Flammen allerdings bereits über den gesamten Dachstuhl ausgebreitet. Von Giebelwand zu Giebelwand brannte es.

Hilfe aus Eschweiler

Neben den Kräften der Hauptwache rückte noch Verstärkung der Löschgruppen Donnerberg, Mitte, Büsbach und Münsterbusch an. Rund 70 Feuerwehrleute waren schließlich im in der Schneidmühle Einsatz. „Um zu verhindern, dass die Flammen auf die Nachbarhäuser übergreifen, haben wir noch eine Drehleiter von den Kollegen in Eschweiler angefordert“, so Feuerwehrsprecher Michael Konrads am Mittwochmorgen. Aus Eschweiler rückten ferner ein zusätzlicher Rettungswagen und ein Notarzt an.

Mit zwei Drehleiterwagen und den entsprechenden C-Rohren hielt die Wehr die Wände der Nachbarhäuser nass. So sollte unterbunden werden, dass sich das Feuer auf die angrenzenden Häuser ausbreitete. Sicherheitshalber wurden alle 29 Bewohner der drei Häuser evakuiert. Auch Kinder waren dabei. „Sie wurden im Gerätehaus der Löschgruppe mit Getränken versorgt“, so Konrads.

Unter Atemschutz

Zwei Trupps unter Atemschutz gingen dann im brennenden Haus gegen die Flammen im Dachgeschoss vor. Zwei weitere Trupps bezogen Stellung jeweils im Obergeschoss der Nachbarhäuser, um bei Bedarf sofort eingreifen zu können, wenn sich das Feuer dorthin ausbreiten sollte.

Das Konzept ging auf. Um 1.22 Uhr hatten die Helfer unter der Führung von Einsatzleiter Andreas Dovern das Feuer unter Kontrolle. Auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands war vor Ort und verfolgte die Löscharbeiten, die bis in die frühen Morgenstunden andauerten. Die letzten Brandnester konnten erst bei Tageslicht gelöscht werden. Am Mittwochmorgen um 11 Uhr waren immer noch Kräfte der Feuerwehr vor Ort, um die Brandstelle zu sichern und ein Wiederaufflammen des Feuers zu verhindern.

Die meisten der 29 Hausbewohner konnten dann wieder in ihre Wohnungen zurück kehren. Einige kamen bei Verwandten unter. Drei Betroffene mussten allerdings anderweitig untergebracht werden.

Die Kriminalpolizei nahm am Mittwoch die Ermittlungen zur Brandursache auf, Experten suchten am Mittwochmittag nach der Ursache des Brandes. „Eine vorsätzliche Brandstiftung kann nach bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden“, hieß es am später Vormittag in einem ersten Bericht. Ein technischer Defekt scheine als Ursache wahrscheinlich. Ein Sachverständiger werde in die Ermittlungen mit einbezogen und soll den Brandort untersuchen.

Die Straße „Schneidmühle“ war bis Mittwochmittag noch komplett für den Verkehr gesperrt. Mit einem Kran versuchten Mitarbeiter eines Spezialunternehmens, den abgebrannten Dachstuhl zu demontieren. Während der Löscharbeiten war in der Nacht auch die Eisenbahnstraße für den Verkehr gesperrt worden. Hier hatte die Feuerwehr die zweite Drehleiter postiert, von der aus die rechte Giebelwand des brennenden Hauses unter Wasser gehalten wurde.

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