Nachwuchsfotografen zeigen ungewöhnlichen Blick auf Stolberg

Von: Dirk Müller
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Noch hängen die Jugendlichen die Werke auf, aber ab Montag ist die Ausstellung „STO 52 – Straßenfotografie in Stolberg“ eröffnet. Foto: Müller

Stolberg. Es ist eine faszinierende Ausstellung, die ab kommenden Montag, 6. Juni, im Museum Zinkhütter Hof zu sehen sein wird. Mit insgesamt rund 190 Exponaten zeigt die Ausstellung „STO 52“ die Kupferstadt in all ihren Facetten und präsentiert dabei künstlerisch hochwertige Fotografien.

In 33 Großformaten und mehr als 150 weiteren Fotos präsentieren junge Nachwuchsfotografen Natur- wie Stadtansichten Stolbergs. Historisches wie die stolze Burg oder die pittoreske Altstadt trifft auf moderne Gebäude und Straßenansichten. Die ländlichen Gegenden Stolbergs sind ebenso gekonnt fotografisch in Szene gesetzt wie prachtvolle Gebäude oder das Wasser und das Grün in der Stadt.

Die Fotoausstellung thematisiert viele reizvolle Seiten der Kupferstadt, die zur oft kaum noch wahrgenommen Lebenswirklichkeit in Stolberg gehören. Und die beeindruckende Schau greift auch die Schattenseiten auf. Während industrielle Ansichten noch einen gewissen Charme beinhalten können, vermitteln Leerstand und Schmuddelwetter Tristesse im Steinweg.

Eine Fotografie lässt den Betrachter schwanken, ob die derzeitige Baustellensituation in der Kupferstadt noch ein Ärgernis oder schon Kunst ist. Auf einem anderen Bild erinnert bei einer Straßenansicht im Hintergrund ein gelber Sack an eine ebenfalls aktuelle Problematik.

Eine Aufnahme von einem „Schilderwald“ in der Innenstadt inspiriert zu kritischen Gedanken in Richtung Bürokratie oder gar an einen Vergleich mit Schilda, in dem die Schildbürger so manchen Streich gespielt haben. Der Tenor der Ausstellung könnte lauten: Stolberg ist schön, lebendig, natürlich und hat viel Flair – Stolberg ist zum Teil aber auch marode, trist und einsam. So vielfältig die gezeigten Motive sind, so abwechslungsreich sind auch die Herangehensweisen der 33 Fotografen, wobei alle Exponate hohen künstlerischen Anspruch aufweisen.

Die Motive eröffnen besondere Perspektiven, fangen spezielle Momente oder ansprechende Details ein. Die Fotografen spielen mit Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe, Schatten und Spiegelungen, bilden eindrucksvolle Kompositionen ab. Die Jugendlichen haben offensichtlich den richtigen Blick, der für Fotokunst unerlässlich ist. Was nicht von ungefähr kommt, denn die Ausstellung mit den zahlreichen äußerst gelungenen Werken ist in einem Projekt mit der Fotokünstlerin Agnes Bläsen-Jansen entstanden.

Unter professioneller Anleitung haben die Jugendlichen des Teilstandorts Stolberg der Willi-Fährmann-Schule und der Jugendwerkstatt der Jugendberufshilfe der Kupferstadt ihr „fotografisches Auge“ entwickelt. Aber „die Fotografien haben die Jugendlichen allesamt selbst gemacht“, betont Bläsen-Jansen. Resultat ist eine sehr attraktive Ausstellung über die Stadt Stolberg mit zahlreichen Exponaten von imponierender Qualität.

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