Nacht der Ausbildung: Nicht nur Roboter freuen sich auf Azubis

Von: Dirk Müller
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Das Interesse der jungen Leute an den möglichen Berufsperspektiven ist groß, und alle Unternehmen sind stark frequentiert. Und als witziges Detail grüßte in einem Betrieb ein winkender Roboter mit einem Willkommensschild. Foto: D. Müller
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Neben vielen Informationen bietet die Nacht der Ausbildung auch Gelegenheiten, erste praktische Erfahrungen zu machen.
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Unter fachkundiger Anleitung können interessierte Schüler zum Beispiel eine pneumatische Steuerung selbst aufbauen.

Stolberg. Ob sie die Nacht zum Tage gemacht haben oder umgekehrt, sei dahingestellt: So viele junge Leute wie noch nie haben sich bei der dritten Auflage der Stolberger Nacht der Ausbildung über ihren möglichen beruflichen Werdegang informiert.

Zum Beispiel bei Saint-Gobain, wo bereits pünktlich zum Start der Aktion eine Traube von Schülern vor dem Werkstor wartete. Ein Grund dafür war sicher die Bandbreite, die bereits dieses Unternehmen bot: Vom Dualen Studium Betriebswirtschaft plus über die Ausbildungsberufe Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Verfahrensmechaniker Glastechnik und In­­dus­triekaufmann reichte die Palette.

Willkommenskultur

Und dass Saint-Gobain den Anspruch, Schülern im Rahmen der Berufsfelderkundung Ausbildungsberufe detailliert vorzustellen, ernst nahm, wurde spätestens in der Glasschule mehr als deutlich. Interessierte konnten Glas schneiden, unter Anleitung zum Beispiel pneumatische Steuerungen selbst aufbauen und mit flüssigem Glas arbeiten. Dazu gab es reichlich Informationen, und die Möglichkeit, Fragen rund um die Ausbildung in dem Betrieb zu stellen. Und zwar auf Augenhöhe, denn wie in allen Unternehmen standen nicht nur Ausbilder, sondern vor allem Azubis und junge Mitarbeiter Rede und Antwort.„Heute sind rund 50 unserer Auszubildenden im Einsatz, haben aufgebaut, demonstrieren ihre Tätigkeiten und führen die Schüler als Scouts über das Betriebsgelände“, beschrieb Maik Cebulla, Geschäftsführer Personal bei Saint-Gobain. Einem Ausbildungsbetrieb mit Perspektive für jungen Menschen, denn: „der Standort Stolberg ist gesichert, und es gibt Überlegungen hinsichtlich Investitionen, um den Standort weiterhin wettbewerbsfähig zu halten“, sagte Cebulla. Wie bei den anderen zwölf an der Nacht der Ausbildung teilnehmenden Unternehmen waren die Schüler angenehm überrascht von der „Willkommenskultur“ ihnen gegenüber.

„Wir suchen dich!“

Der Fachkräftemangel war allgegenwärtig, und potenzielle Azubis sind die Mitarbeiter von morgen. „Wir suchen dich!“, stand auf den T-Shirts der Arbeiter und Azubis in der Glasschule, ein Industrieroboter schwenkte „freundlich“ ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen zur Nacht der Ausbildung“.

Kaffee und Kuchen standen bei Dalli und Mäurer & Wirtz bereit. Am Eingang verteilte Tom-Lucas Meyer Infomaterial und Formulare zum Abstempeln der Berufsfelderkundung. Eine junge Kollegin zählte die Besucher und kam auf rund 400 – nach nur eineinhalb Stunden. „Man merkt, dass die Stolberger Schulen diesmal viel aktiver an der Nacht der Ausbildung teilnehmen“, meinte Meyer.

„Besonders attraktiv“

Ein gutes Beispiel dafür war die Realschule Mausbach. „Wir nehmen in dem Maße zum ersten Mal an der Stolberger Nacht der Ausbildung teil und sind mit allen drei achten Klassen unterwegs. Hinzu kommen viele Schüler der 9. und 10. Klassen“, erklärte Jacqueline Marr, Berufskoordinatorin der Mausbacher Realschule. Für die Schüler sei die dritte Auflage der Ausbildungsnacht besonders attraktiv, erläuterte Marr.

„Für die Jungs sind oft technische Berufe interessant“, sagte sie mit Blick auf Stolberger Unternehmen wie Aurubis, Berzelius, Kerschgens, KMD Connectors, Leoni Kerpen, West Pharma und der Energie- und Wasserversorgung GmbH (EWV). Daher sei es gut, dass die Firmen zum Teil auch kaufmännische Berufe und den Bereich Informatik abdecken würden, und damit auch die Schülerinnen ansprächen.

„Besonders, dass das Bethlehem Gesundheitszentrum jetzt an der Nacht der Ausbildung teilnimmt, ist für unsere Mädchen eine große Bereicherung“, meinte Marr und verwies auf Ausbildungsberufe wie Alten- und Krankenpflege, Physiotherapie oder Medizinische Fachangestellte, die das Krankenhaus anbietet. Die Ausbildungswerkstatt bei Prym zog hingegen eher die Jungs an. Einer von ihnen wurde von Bernd Böhmer mit den Worten verabschiedet, „dann bis in zwei Jahren“, bevor der Ausbildungsleiter berichtete, dass viele ernsthaft interessierte jungen Menschen bei der Nacht der Ausbildung unterwegs gewesen seien.

Bewerbung in der Tasche

Einem davon widmete er sogleich seine Aufmerksamkeit, denn Torsten Kreitz hatte schon seine Bewerbung für die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker mitgebracht.

„Ich möchte etwas Handwerkliches machen und finde, die Nacht der Ausbildung ist eine gute Sache – nicht nur für junge Schüler“, sagte der 25-Jährige, der gleich um die Ecke wohnt und die Ausbildungsnacht von 13 Stolberger Unternehmen, der Kupferstadt, der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer und des Jobcenters nutzte, um sich zu bewerben.

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