Stolberg-Münsterbusch - Nach Toom-Abriss: Einzelhandel expandiert in Münsterbusch

Nach Toom-Abriss: Einzelhandel expandiert in Münsterbusch

Von: Jürgen Lange
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Das Ende von Toom an der Mauerstraße bedeutet einen neuen Anfang: Im Frühjahr eröffnet Aldi seine vierte Filiale und dm die zweite Niederlassung in der Kupferstadt. Foto: J. Lange
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Das Ende von Toom an der Mauerstraße bedeutet einen neuen Anfang: Im Frühjahr eröffnet Aldi seine vierte Filiale und dm die zweite Niederlassung in der Kupferstadt.

Stolberg-Münsterbusch. In dieser Woche sind sie angerückt, die Bagger, die die letzten Überreste des Toom an der Mauerstraße beseitigen. Anfang Mai hatte der Baumarkt den Verkauf eingestellt und bis Ende des Monats die Inneneinrichtung demontiert. Seit 1. Juni ist die Aldi GmbH & Co. KG mit Sitz in Eschweiler Eigentümerin der Immobilie.

Fachgerecht wird in diesen Tagen der Altbau auf dem gut 12 600 Quadratmeter großen Grundstück demontiert und nach den unterschiedlichen Fraktionen entsorgt. Der bis zu 6,50 Meter hohe Neubau soll zügig folgen und an etwa der gleichen Stelle entstehen. „Unser Ziel ist die Fertigstellung und eine Eröffnung im nächsten Frühjahr“, sagt Gilbert Penser, der Leiter der Filialentwicklung bei Aldi Eschweiler.

Voraussichtlich im März oder April werden die Kunden auf 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche bei Aldi und weiteren 800 Quadratmetern beim Drogeriediscounter dm einkaufen können. Ihnen werden dann rund 140 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Die Zufahrt auf das Gelände von der Mauerstraße aus bleibt – zukünftig mit einer Schranke versehen – an der gewohnten Stelle, und auch die Rampe zu Edeka Cevik soll laut Planung erhalten bleiben. Die Anlieferung für die Märkte ist an den beiden Kopfseiten vorgesehen. Neu entstehen Lärmschutzwälle und -wände zur benachbarten Wohnbebauung an Mauer- und Prämienstraße.

Baumarkt auf Zincoli-Gelände

Ein Ersatz für den entfallenen Baumarkt an der Mauerstraße soll in unmittelbarer Nähe auf dem vier Hektar großen Zincoli-Gelände geschaffen werden. Zumindest hat sich aufgrund der kupferstädtischen Ausschreibung für die Industriebrache Anfang April ein Projektentwickler beworben.

Details zur genauen Anordnung der Gebäude sind noch offen, aber auf 30.000 Quadratmetern möchte die Gesellschaft einen Bau- und Gartenmarkt realisieren. Neben dem erforderlichem Stellplatzangebot sind Warm- und Kalthalle und ein Backshop mit rund 6800 Quadratmetern Verkaufsfläche angedacht zuzüglich eines Freilagers. Der Betreiber des Baumarktes steht derzeit noch nicht fest.

Allerdings soll in der Vertragsgestaltung mit der Stadt eine Option vorgesehen werden, wenn sich binnen weniger Monate kein Mieter finden lassen sollte. Einer jahrelangen Hängepartie, das Strabag-Projekt war sieben Jahre lang ein Thema, möchte die Verwaltung offenbar begegnen.

Zudem plant der Projektentwickler zwei Fachmärkte mit jeweils 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Allerdings dürfen dort keine „innenstadt- oder nahversorgungsrelevante Sortimente“ angeboten werden. Details regelt die „Stolberger Liste“, die vor neun Jahren zur Steuerung des Einzelhandels außerhalb der innerstädtischen Bereiche mit der Bezirksregierung abgestimmt wurde.

Es bleiben nur wenige, im gesamten Stadtgebiet seltene oder nicht vorhandene Sortimente übrig, die die Fachmärkte anbieten könnten. Deshalb gelten abweichend von der üblichen Regel bei Einzelhandelsansiedlungen außerhalb der Kernbereiche in Stolberg beispielsweise Teppiche, ein gartenmarktspezifisches Blumenangebot, Campingartikel und Zooartikel als nicht relevant für das Zentrum, weil sie dort bislang eher unterrepräsentiert sind.

Auf die landesplanerischen Regelungen zum Einzelhandel ist in der Ausschreibung ebenso hingewiesen worden wie auf die Kontamination des Bodens. In diesem Fall sieht das Sanierungskonzept vor, die belasteten Flächen durch Versiegelung zu sanieren. Und da es sich überwiegend um eine Schwermetallbelastung handelt, kommen auf dem Areal die geschützten Galmeiveilchen vor, deren Entfernung Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auslöst.

Bliebe noch der nicht denkmalgeschützte Industriekamin. Der Projektentwickler kann sich Lösungen mit und ohne Schornstein vorstellen. Allerdings gibt es für beide Fälle eine Voraussetzung: Die Stadt als Eigentümerin übernimmt die Kosten für eine Sanierung und Unterhaltung des Kamins – oder eben die für einen Abriss. Spätestens mit der Bauleitplanung auf Kosten des Projektentwicklers müsste eine Entscheidung fallen.

Weitere Details dazu lässt die Verwaltung in ihrer Vorlage für den Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarktpolitik offen, der am Donnerstag eine Verkaufsempfehlung für den am 11. Juli entscheidenden Stadtrat fassen soll.

Zwei Angebote für die Ecke

Abgesehen von diesen drei Vierteln des Geländes verbleiben zwei etwa 4500 Quadratmeter große Teilflächen. Für den an das Dienstleistungszentrum (DLZ) angrenzenden Bereich plant die Stadt eine Erweiterung. Das Zentrum ist aktuell zu 93 Prozent mit 34 Existenzgründern und zwölf weiteren Unternehmen belegt, die rund 160 Arbeitsplätze bieten. Aufgrund der starken spezifischen Nachfrage strebt die Kupferstadt – sie ist mit 56 Prozent an der Betreibergesellschaft beteiligt – eine Erweiterung der Werkhallen mit Büroeinheiten auf der angrenzenden Teilfläche an, die deshalb nicht veräußert werden soll.

Für die andere Teilfläche am Knotenpunkt von Mauerstraße (K 13) und Cockerillstraße (L 221) liegen zwei Angebote Stolberger Unternehmen vor, die in ihrer Größe, positiven Entwicklung und räumlicher Notlage vergleichbar seien sowie vergleichbare Preisgebote abgegeben hätten.

Bei der Entscheidung über den Zuschlag solle für den Ausschuss die städtebauliche und architektonische Gestaltung des markanten Grundstückes eine besondere Rolle spielen, rät die Verwaltung der Politik.

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