Stolberg - Nach langer Inventur steht fest: Stolberg ist 430.800.000 Euro wert

Nach langer Inventur steht fest: Stolberg ist 430.800.000 Euro wert

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Jetzt kann man´s erstmals schwarz auf weiß nachlesen: Stolberg ist 430.800.000 Euro wert. So steht es in der Eröffnungsbilanz der neuen Haushaltsrechnung, die mit Stichtag erstmals zum 1.Januar erstellt wurde.

Vorangegangen ist eine monatelange Inventur. Jedes Gebäude, jede Straße, Möbel und Fahrzeuge, aber auch Rechte und Kunstgegenstände mussten erfasst und bewertet werden.

Der Reichtum der Kupferstadt basiert im Wesentlichen auf ihrer Infrastruktur (Känäle 117 Mio. , Straßen 62,7 Mio., Schulen 52,8 Mio, Grünflächen 31,5 Mio und Wald 12 Millionen Euro); mit 34,3 Millionen Euro schlagen die Beteiligungen vor allem an der EWV zu Buche.

Dem stehen auf der Passivseite u.a. 182 Millionen Euro Verbindlichkeiten, 56,3 Millionen Euro Rückstellungen für Beamtenpensionen sowie ein Eigenkapital von insgesamt 82,6 Millionen Euro gegenüber. 23,6 Millionen Euro machen dabei die Ausgleichsrücklage, gebildet von bis zu einem Drittel der Steuereinnahmen und Zuwendungen, aus - der Posten, von dem die Kupferstadt zehren wird.

Drei Jahre lang, dann wird sie nach der Prognose des Kämmerers aufgebraucht sein: 2012 kann der Haushalt nicht mehr ausgeglichen werden und Stolberg muss sein Vermögen zu Geld machen. Das bedeutet in der Praxis, dass ein Haushaltssicherungskonzept aufgestellt werden muss. Das Zahlenwerk aus dem Dezernat von Dr. Wolfgang Zimdars prognostiziert einen weiteren Anstieg des Dispo-Kredits von 100 Millionen in diesem auf 104,3 Millionen Euro in 2012, aber auch einen weiteren Abbau der investiven Verschuldung: Sie steigt in diesem Jahr um satte zehn Millionen auf 109,5, soll aber bis 2012 wieder auf 100,5 Millionen singen. Mit über 204 Millionen Euro wird die Kupferstadt dann in der Kreide stehen.

Dabei geht das Haushaltsbuch von deutlich steigenden Einnahmen durch Gewerbesteuer und Zuweisungen aus. „Ich sehe darin ein erhebliches Risiko”, gesteht Dr. Zimdars mit Blick auf die Rezession ein. „Aber uns blieb seriöserweise nichts anderes übrig, als die Orientierungsdaten des Landes als Berechnungsgrundlage zu nehmen.” Und selbst aus dem aktuellsten Modell lassen sich keine Rückschlüsse auf einen Einbruch der Einnahmen ablesen.

Deshalb geht Stolberg in diesem Jahr von Gewerbesteuer-Zahlungen in Höhe von 22,9 Millionen (+0,5 Millionen) Euro, die bis 2012 kontinuierlich auf 27,2 Millionen ansteigen werden, sowie von wachsenden Einnahmen aus der Grund, Einkommen- und Umsatzsteuern sowie Schlüsselzuweisungen aus. Dickster Batzen auf der Ausgabeseite bleiben die - weiter steigenden - Personalkosten. Trotz der eingerechneten Einsparung von sechs Stellen steigen sie um satte 1,7 Millionen auf 29,96 und bis 2012 auf über 30 Millionen Euro.

Doch jenseits aller Zahlen steht an erster Stelle der Dank des Bürgermeisters an das hauseigene Team, „das mit großem Engagement und Aufwand ein Jahrhundertwerk selbst vollbracht” habe mit der Umstellung der kameralen auf die kaufmännische Buchführung bei laufendem Betrieb, lobt Ferdi Gatzweiler „äußerst anspruchsvolle Werk”. Was aus dem Inhalt der 742 Seiten wird, das „werden wir dann sehen”. Aber zurecht stolz sein kann Stolberg auf diese Leistung, unterstreicht auch Dr. Wolfgang Zimdars. Denn bei der Bilanzierung der Stadt sei äußerst seriös und qualitativ vorgegangen worden.
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