Nach Diebstahl der Rollstuhl-Rampe: Überwältigende Hilfsbereitschaft

Von: Laura Beemelmanns
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Corinna und Sebastian Münch aus Zweifall sind sehr dankbar für die Welle der Hilfsbereitschaft, die sie gerade im positiven Sinne überrollt. Foto: L. Beemelmanns

Stolberg. Das Schicksal von Familie Münch aus Zweifall hat viele Menschen in der Region bewegt. Bisher haben Dutzende E-Mails und Anrufe die Redaktion der Stolberger Zeitung und Stolberger Nachrichten erreicht – alle mit nur einer Aussage: „Wir möchten helfen“.

Grund dafür war ein Artikel über den Diebstahl der Rollstuhlrampe der Zweifallerin Corinna Münch.

Die 31-Jährige ist aufgrund einer Muskelerkrankung seit drei Jahren auf den Rollstuhl angewiesen – und eben auch auf die Rampe, die ihr den Weg vom Bürgersteig auf die Straße erleichtert. Denn nur damit kann sie ihr Haus schmerzfrei verlassen. Würde sie den Bordstein einfach so runterfahren, würde das ihre instabilen Wirbel stark reizen.

Die 15 Kilogramm schwere, steinerne Rampe, die ihr Leben so sehr erleichtert hatte, wurde ihr jedoch vor einer Woche dreist gestohlen. Ein herber Schlag. Denn für eine neue Rampe fehlt der fünfköpfigen Familie derzeit das Geld.

Doch so sehr sie unter dem Diebstahl litten, so sehr dürften sie sich nun über die Hilfsbereitschaft freuen, die sie im positiven Sinne nahezu überrollt. „Ich bin immer noch total überwältigt“, sagt Corinna Münch. Denn dass so schnell so viele Menschen der Familie helfen möchten, damit hat wohl niemand gerechnet.

Der erste Anruf, der die Redaktion nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Artikels im Internet und in sozialen Netzwerken am Freitagabend erreichte, stammte von Karin Kutsch von der gleichnamigen Bauunternehmung Gebr. Kutsch aus Stolberg. „Wir würden den Bordstein auf unsere Kosten absenken, wenn das möglich ist“, sagte sie am Telefon. Die Redaktion fackelte nicht lange und schrieb noch am selbigen Abend Bürgermeister Tim Grüttemeier eine E-Mail.

Und auch seine Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Da werden wir sicher eine Lösung finden. Ich kläre das am Montag mit dem Technischen Betriebsamt.“ Gesagt, getan. Denn bereits am Montagmittag waren Vertreter des Technischen Betriebsamtes und Bauunternehmer Helmut Kutsch in Zweifall, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Das Ergebnis: Der Bordstein wird abgeflacht.

Dass so etwas möglich ist, damit hatte Familie Münch zuvor nicht gerechnet. Denn so ist Corinna Münch auch langfristig geholfen. Eine neue Rampe wäre zwar ebenso hilfreich, aber – wie sie erfahren musste – nicht diebstahlsicher. Daher haben die Firma Kutsch und die Stadt Stolberg sich auf diese Variante geeinigt. „Wir haben mögliche Ausführungen eines stufenlosen Zugangs abgestimmt“, sagt Tobias Röhm, Technischer Beigeordneter. „Wir freuen uns sehr über das beabsichtigte Engagement der Firma Kutsch und werden dies ebenfalls vollumfänglich unterstützen“, fügt er hinzu.

Helmut Kutsch und Tobias Röhm haben sich die Situation vor dem Haus genauestens angesehen. „Ich werde noch mit Frau Münch sprechen und fragen, wo der abgeflachte Bordstein ihr am meisten hilft. Dementsprechend werden wir die Arbeiten dann durchführen“, sagt Unternehmer Helmut Kutsch. Denn seitens der Stadt und Röhms bestünden im Bereich vor dem Haus alle Freiheiten.

Schon nächste Woche soll es losgehen. Einen genauen Termin gebe es allerdings noch nicht. Wichtig sei, dass der Familie so schnell wie möglich geholfen werde.

Möglich ist das natürlich auch, weil Zehntausende Menschen aus der Region den Artikel über die sozialen Netzwerke gesehen und verbreitet haben. Allein auf der Facebook-Seite „AZ/AN Lokales Stolberg“ wurde der Beitrag 156 Mal geteilt und zudem auch mehrfach kommentiert. Das Schicksal der Münchs ist eines, das eine ganze Region bewegt hat – und immer noch bewegt.

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