Stolberg - Nach der Erstaufnahme folgt die Integration

Nach der Erstaufnahme folgt die Integration

Von: red
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Offene Worte: Heinz Herbort von der Firma Kerschgens Werkstoffe & Mehr GmbH (von links), Moderatorin Laura Beemelmanns, Astrid Brokmann von der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, Kerstin Faßbender von der IHK Aachen, Bürgermeister Tim Grüttemeier und der Selbstständige Eugène Anny diskutierten lebhaft. Foto: Stadt Stolberg
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Die Zuhörer lauschten gespannt. Foto: Stadt Stolberg

Stolberg. Im Rahmen der Europawoche 2016 hat das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Stolberg Vertreter aus Politik und Wirtschaft in den Zinkhütter Hof geladen, um gemeinsam über die Integration von geflohenen Menschen durch Beschäftigung zu sprechen.

Rund 70 Teilnehmer waren der Einladung zu der Veranstaltung unter dem Titel „Integration durch Beschäftigung – Zuwanderung als Chance für den Stolberger Arbeitsmarkt“ gefolgt und hörten gebannt den Vorträgen von Astrid Brokmann von der Agentur für Arbeit Aachen-Düren und Kerstin Faßbender von der IHK Aachen zu.

Die Europawoche hat zum Ziel, die Bedeutung Europas für die Bürger in all ihren Lebensbereichen hervorzuheben. Daher waren insbesondere der euregionale Aspekt der Vermittlung sowie die europäische Herausforderung, welche sich vor Ort in verschiedenster Weise zeigt, Themen der Veranstaltung, durch die Moderatorin Laura Beemelmanns von der Stolberger Zeitung und den Stolberger Nachrichten führte.

„Im vergangenen Jahr, im August 2015, ist die Herausforderung der europäischen Flüchtlingskrise auch bei uns in Stolberg angekommen. Um den Arbeitsmarkt vor Ort aber auch insbesondere euregional zu stärken, darf die Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit nicht an kommunalen und nationalen Grenzen Halt machen. Die Euregio ist ein gemeinsamer und starker Wirtschaftsstandort, die Chancen sollten und müssen wir hier gemeinsam nutzen“, sagte Bürgermeister Tim Grüttemeier in seinem Grußwort. Und er fügte hinzu: „Die Erstversorgung ist beendet, nun beginnt die Integration.“

Dass diese in Stolberg bereits in vollem Gange ist, das machten Heinz Herbort von der Firma Kerschgens Werkstoffe & Mehr GmbH und der selbstständige Stolberger Malermeister und Lackierer Eugène Anny am reellen Beispiel in einem gemeinsamen Interview deutlich. Die Firma Kerschgens hatte sich zuvor bei der IHK gemeldet, weil sie Praktikumsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchte. Anny beschäftigt in seinem Betrieb bereits den geflüchteten Asadullah Alizada aus Afghanistan – zunächst als Praktikanten und nun als Auszubildenden.

„Für meinen Auszubildenden bin ich Vater, Meister und Freund in einem. Nur so schaffen wir es, diese Herausforderung gemeinsam zu meistern und die Realität nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte Anny. Er verdeutlichte, dass es nicht reiche, ein Chef zu sein, sondern dass man eben auch soziale Verantwortung für diesen Menschen habe. „Die soziale Verantwortung eines Unternehmens nehmen wir sehr ernst. Ohne diese ist es nicht möglich, jeden Menschen nach seinen Neigungen und Fähigkeiten einzusetzen und zu beschäftigen, und dies kann nur unser aller Zeil sein“, ergänzte auch Herbort.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion, zu der auch Astrid Brokmann, Kerstin Faßbender und Tim Grüttemeier hinzu stießen, sprachen die Gäste über die Herausforderungen und Chancen, die Integration durch Beschäftigung mit sich bringt. Dass Unternehmen diesen Weg jedoch nicht alleine gehen müssten, das verdeutlichte Astrid Brokmann von der Agentur für Arbeit: „Unterstützung erfahren Unternehmen durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice. Dabei richtet sich die Suche nach geeignetem Personal nach der für den Betrieb ,passenden Arbeitskraft‘ unabhängig von der Herkunft.“ Und auch die IHK steht als kompetenter Ansprechpartner für Fragen zur Seite: „Seitens der IHK Aachen wird es im Laufe des Jahres ein Training für Personalverantwortliche und Ausbildungsleiter geben, wie es dies bereits für Azubis als Begleiter der Flüchtlinge in den Betrieben gegeben hat“, sagte Kerstin Faßbender.

Nach der Podiumsdiskussion hatten die Unternehmer und Politiker noch die Gelegenheit zum Austausch und konnten die Gespräche mit Brokmann, Faßbender, Herbort und Anny vertiefen. Fazit: Wirtschaft und Politik seien gewillt, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

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