Stolberg-Vicht - Nach 80 Jahren: Familie Graff gibt Friseursalon in Vicht auf

Nach 80 Jahren: Familie Graff gibt Friseursalon in Vicht auf

Von: Rudi Dreuw
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Eine Ära geht zu Ende: Friseurmeister Hans Graff und Ehefrau Erika Graff machen den Weg frei für die Errichtung des Vichter Dorfladens.

Stolberg-Vicht. Mehr als 80 Jahre lang stand der Name Graff in Vicht für das Friseur-Handwerk. Jetzt wird der Salon geschlossen. In die Räume wird Ende September der Vichter Dorfladen einziehen.

Bereits in den 1930er Jahren hat der Großvater des jetzigen Friseurmeisters Hans Graff, Josef Graff, geboren 1880, vielen Vichter Männern in der Vichter „Altstadt“, im Pützweg, nach „Feierabend“ den Kopf geschoren. Nachdem sein Sohn, der Friseur Arnold Graff, geboren 1908, in den 1930er Jahren die Tochter des Inhabers des bekannten Stolberger Friseur-Salons Wasser, Maria Wasser, auf einem Vichter Kirmesball kennengelernt hatte, war die gemeinsame Zukunft vorgezeichnet. So begründeten Arnold Graff und die spätere Friseurmeisterin Maria Graff im Jahre 1938 im elterlichen Haus Pützweg 12 ein Friseurgeschäft für Damen und Herren.

Der Salon bestand aus zwei Räumen, dem multifunktionalen Eingangsraum, der sowohl der Herrenbedienung als auch dem Verkauf von Rauch-, Schreib- und Kosmetikartikeln und als Kassenzone diente, und dem rückwärtigen Raum für die Damenbedienung. Das Geschäft florierte, und 1951 setzte bereits das Lotto- und Totogeschäft ein.

1953 trat mit Lehrling Hans Graff, geboren 1939, die dritte Generation, in das Friseurgeschäft ein. Fünf Jahre später erwarben seine Eltern das zentral gelegene Haus Eifelstraße 86. Zwei großzügige Schaufenster mit städtisch anmutender Dekoration zogen neue Zielgruppen an. Messing-eloxierte Fensterrahmen spiegelten den Geist der Zeit. Die Eingangstür, die noch heute zum Wohnhaus führt, trägt noch den Namenszug „Arn. Graff“.

Im November 1962 legte Hans Graff die Meisterprüfung im Friseurhandwerk ab. Zehn Jahre später war die Zeit wieder einmal reif für ein neues Erscheinungsbild, die Vergrößerung des Salons und des Warenangebotes. So bezogen Hans und Erika Graff im März 1972 ihr großzügiges Geschäfts- und Wohnhaus in der Eifelstraße 79. Das bisherige Sortiment im Bereich Lotto-Toto, Schreibwaren, Zeitschriften, Rauchwaren und Spielwaren wurde maßgeblich durch die Aufnahme eines Reisebüros erweitert, das Erika Graff seitdem mit großer Begeisterung führte. Friseurmeister Hans Graff und Erika Graff konnten in all der Zeit auf viele Stammkunden aus Vicht und Umgebung vertrauen, die sie mit der gewohnten Freundlichkeit und Fachberatung bedienten. Inzwischen wurde das Haus Graff auch die Vichter Postfiliale.

Am 27. September wird der Dorfladen im Hause Graff eröffnet. Damit startet das Haus Eifelstraße 79 mit einem vielfältigen kundenorientierten Angebot zur Stärkung der Nahversorgung und der Kommunikation unter Mitarbeit vieler Ehrenamtler als Zeichen des dörflichen Miteinanders in eine neue Zukunft. Die Dorfgemeinschaft hat dies mit einem beispiellosen ehrenamtlichen Engagement und vielen Geldzuweisungen zwischen 50 und 200 Euro geschafft. Transparenz von außen und viel Licht im Inneren laden in das Café zum Frühstück oder Kaffee und Kuchen ein, außerdem gibt es zahlreiche Produkte zur Deckung des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig geht die Ära der Familie Graff als Friseurhandwerker und Anbieter von Handelswaren endgültig zu Ende. Das Reisebüro führt Erika Graff allerdings auch nach der Eröffnung des Dorfladens in eigenen Räumen in ihrem Hause weiter.

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