Nach 57 Jahren neues Kapitel aufgeschlagen

Von: Robert Flader
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Stolberg-Breinig. Wenn 180 Gebäude im gesamten Stadtgebiet zu sanieren sind, dann geht es einfach nur ganz langsam, Stück für Stück - und immer unter der Prämisse: meckern gilt nicht. „Wir sind nunmal am unteren Ende des Fördertopfes”, sagt Ulrich Coopmann, während er auf die Breiniger Grundschule blickt.

Traurig sieht er dabei nicht aus, im Gegenteil: Immerhin flossen vor mittlerweile vier Jahren überhaupt Fördermittel, 600.000 Euro waren es damals, und das „Resultat kann der Leiter des Hochbauamtes nun sichtlich zufrieden begutachten. „Es war ein langer Prozess”, ergänzt Guido Weber, ebenfalls vom Hochbauamt.

Es waren mehrere Bauphasen, die hier und da auch die Geduld der Schüler und Lehrer beansprucht hatten. Doch wenn in der übernächsten Woche die Schulferien beendet sein werden, dann erstrahlt die Schule an der Stefanstraße in neuem Glanz. Dann werden auf den ersten Blick keine Baugerüste mehr, sondern vielmehr die neue, bunte Fassade die Schüler begrüßen.

Denn: Die Sanierungsarbeiten sind endgültig abgeschlossen: Neue Heizkessel im Keller, die neben der Schule auch die angrenzende Mehrzweckhalle und die Zweifachturnhalle der Schule bedienen, ein neues Wärmedämm-Verbundsystem für das Dach des 1954 errichteten Gebäudes, moderne Beleuchtungsanlagen sowie neue Fenster und eine neugestaltete Außenfassade sorgen dafür, dass in der Schule ein ganz neues (Energie-)Kapitel aufgeschlagen wird. „Wir hatten zum Zeitpunkt des Beschlusses die Auflage, die Energieeinsparverordnung von 2007 zu berücksichtigen”, sagt Ulrich Coopmann und klingt bei diesen Worten erleichtert. Denn: „Wir wollten das Bild der Schule unbedingt erhalten.”

Genau das wäre mit 2009er Auflagen wesentlich schwieriger geworden, sagt auch Guido Weber. „Je strenger die Auflagen, desto schwieriger ist der Spagat zwischen Bewahrung des ursprünglichen Bestandes und schrittweiser Erneuerung.”

Die neuen Heizkessel im Keller der Schule - sie wurden bereits im vergangenen Jahr installiert - sollen etwa ein Drittel weniger Energie verbrauchen als das alte Rohrsystem, das seit den 1950er Jahren die Schule versorgte. In diesem Fall stellte sich eher ein logistisches Problem: Da die beiden Kessel durch keine Tür passten, musste am Gebäudetrakt, der Richtung Turnhalle führt, ein Loch gegraben und die Mauer eingerissen werden, um die Kessel überhaupt an ihrem neuen Standort installieren zu können. „Das Loch wird noch in den Ferien mit Erde zugeschüttet und isoliert”, sagt Coopmann, das nach den Ferien von den Arbeiten jede Spur verwischt sein wird.

Ein Drittel der Gesamtkosten von etwa 900.000 Euro trägt die klamme Stadt selber, im Zuge der Keller-, Dach- und Fassadensanierungen wurden auch neue Beleuchtungsanlagen in allen Klassenräumen installiert und Mängel im Kaltwassersystem beseitigt.

„Muss zur Umgebung passen”

Aufwendig gestaltete sich in den vergangenen Monaten vor allem die, nun ja, neue Außenfassade, zum Teil mit doppelt verglasten Fenstern im Zuge des Wärmedämm-Verbundsystems ausgestattet. Dabei blieb die ursprüngliche Bruchsteinfassade erhalten. „Wichtig war, dass die Schule nach wie vor optisch zur Umgebung passt”, sagt Ulrich Coop.

Die Fassade wurde zum Teil um 14 Zentimeter vorgesetzt, Styropor aufgeklebt, verdübelt, verputzt und abwechselnd grün, rot, orange, rosa und blau gestrichen. „Das war eine Idee des Hausmeisters”, lacht Ulrich Coopmann. „Er hatte innen angefangen, die Wände abwechselnd bunt zu streichen.” Das neue Farbkonzept wird Anfang des neuen Schuljahres den Eltern vorgestellt, „denn so”, sagt Guido Weber, „ohne Baugerüst hat die Schule hier noch niemand gesehen.”

Zum aktuellen Energiespartrend passt auch die Solaranlage auf dem Dach des Gebäudes. Sie wurde vom Grundschulförderkreis installiert und betrieben. Auf einem Monitor in der Aula erscheinen die aktuellen Verbrauchszahlen.

Ein Projekt dieser Größenordnung, die ersten Arbeiten an der Grundschule begannen bereits vor rund zwei Jahren, mache dann Sinn, „wenn man es im Verbund anpackt”, erklärt Ulrich Coopmann. Mit Blick auf rund 180 weitere Gebäude, die auf ihre Sanierung warten, sagt er: „Der Gebäudestandard muss ständig überprüft und unterhalten werden.”

Während die Arbeiten in Breinig beendet sind, wirft das nächste Projekt bereits seine Schatten voraus: Voraussichtlich in den Herbstferien werden die Fenster an der Mausbacher Grundschule ausgetauscht, bevor auch diese Schule ab 2013/14 saniert werden soll. Schritt für Schritt, versteht sich.
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