Nach 15 Jahren setzt die Säge dem Widerstand ein Ende

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
9581050.jpg
Generationen spielten hier am Dreieck von Fleuth und Vichter Straße, das von der Stadt verkaufte Grundstück soll bebaut werden. Foto: J. Lange

Stolberg-Mausbach. Heute sind sie zu spät dran: Aber 15 Jahre ist es her, dass die Mausbacher von der Fleuth auf die Barrikaden gegangen sind. Kurz nach der Jahrtausendwende hatte die Kupferstadt vor, die so genannte Spielwiese im Dreieck zur Vichter Straße hin zu veräußern – zur Haushaltskonsolidierung versteht sich. Das erfuhren die Bürger frühzeitig und machten mobil.

Ein paar Büsche, eine Bank, ein Stück freie Wiese zum Spielen weit genug entfernt von stark befahrenen Verkehrsadern: Die gut 700 Quadratmeter Freifläche vor ihrer Haustüre wollten die Anlieger nicht aufgeben. Leserbriefe wurden geschrieben, kleine Demonstrationen durchgeführt, eine Bürgerinitiative und die Anwohner bekamen Unterstützung seitens der damaligen Opposition.

Die Zusage für den Bau eines Zauns rund um die Spielwiese hätten die Anwohner kaum erhalten, attackierte eine frühere SPD-Ratsdame den damaligen CDU-Bürgermeister; er wolle den Kindern ihre Spielwiese wegnehmen. Jedenfalls kam es nach vielem Wirbel nicht zu einem verkauf des Dreiecks.

Mehr noch: Die städtische Immobilie tauchte erstaunlicherweise auch nicht mehr auf in den Haushaltssicherungskonzepten der Folgezeit, die Stolberg ab 2003 aufstellen und immer wieder fortschreiben musste. Erst im Jahre 2012 wird das Areal wieder zu einem Thema. Damit die Stadt die Bedingungen des Stärkungspaktes erfüllen kann, wird der Verkauf der Spielwiese zur Konsolidierung wieder aktiviert.

Seit 2012 wieder im Angebot

Es ist eines von fünf Grundstücksgeschäften, die Verwaltung und große Koalition in die Liste aufgenommen haben. Neben der Fleuth sind der Verkauf des landwirtschaftlichen Gutes Steinbachshochwald sowie der Erweiterungsflächen des Friedhofs Alt Breinig, die bereits erfolgt sind, ebenso gelistet wie zwei Flächen an der Walther-Dobbelmann-Straße sowie am Schevenhütter Backofen.

Wenn auch ursprünglich geplant war, Erlöse von der Fleuth bereits 2013 verbuchen zu können, so konnte der Stadtrat erst im vergangenen Dezember über den Verkauf von der 794 Quadratmeter aus insgeamt sechs Flurstücken entscheiden.

Weil die Stadt gehalten sei, alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen, wurde der nicht mehr Grundbesitz überprüft, erläuterte der Technische Beigeordnete: „Diese Grünanlage wurdeals veräußerbare Immobilie aufgenommen“, führte Tobias Röhm aus. Trotz einer Vielzahl von Verhandlungen in der Vergangenheit könne nun erst ein Verkaufserlös erziet werdeln. Der Beschluss fiel einstimmig. Ein Bauantrag für das Areal liegt nach Auskunft von Pressesprecher Robert Walz noch nicht im Rathaus vor. Als aber dieser Tage der Bewuchs auf der nun privaten Immobilie gerodet wuirde, wurde den Mausbachern gewahr, was an ihnen vorbei gegangen war.

Zu spät, wie Wolfgang Pieters bedauert, der vor 15 Jahren den bürgerschaftlichen Widerstand koordiniert hatte. „In letzter Zeit wurde die Wiese wegen des Generationenwechsels nicht zum Spielen genutzt, aber leider ist diese Möglichkeit des nachbarschaftlichen Treffens durch den Verkauf für die nächste Anwohner-Generation komplett dahin“; meint der Anlieger, dass dies sehr kurzfristig gedacht sei. Nicht unter den alten Scharmützeln leiden sollen jedenfalls die zukünftige Nachbarn. „Sie sind uns natürlich willkommen“, betont Wolfgang Pieters.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert