Stolberg - Nach 14 Jahren: Kupferstädter Traumtheater verlässt die Bretter

Nach 14 Jahren: Kupferstädter Traumtheater verlässt die Bretter

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Steckten viel Herzblut in ihre Stücke: Die Mitglieder des Kupferstädter Traumtheaters. Nach 14 Jahre Vereinsgeschichte und 25-jähriger aktiver Tätigkeit hat sich der Verein aufgelöst. Fotos (Archiv): D. Müller Foto: D. Müller

Stolberg. Das Kupferstädter Traumtheater hat sich nach 14 Jahren Vereinsgeschichte und 25-jähriger aktiver Tätigkeit aufgelöst. „Es waren wirklich schöne Zeiten“, erinnert sich Mary Willems. Wehmut schwingt in ihrer Stimme mit. Kein Wunder, stand die Erzieherin doch von Anfang an mit auf den Bühnenbrettern.

Aus der einst lockeren Gruppe, die sich auf Initiative von Helga Wolf zusammengeschlossen hatte, um für ihren Nachwuchs im Kindergarten Clara Fey ein Theater­stück zu spielen, war über die Jahre eine feste Gemeinschaft geworden, die in Stolberg bekannt und sehr beliebt war.

Helga Wolf war Mutter in Mary Willems‘ Gruppe und regte an, mal ein Theaterstück für die Kinder aufzuführen. Hänsel und Gretel war das erste Stück. Ellen Eder, auch Erzieherin in der Kita Clara Fey, stellte sich als Erzähler zur Verfügung, Helga Wolf schlüpfte in die Rolle der Hexe, Agnes Münstermann spielte Hänsel, Mary Willems Gretel, Ramona Blas den Vater von Hänsel und Gretel. Zu Weihnachten sollte das Märchen aufgeführt werden. „Und dann war da der große Brand im Kindergarten, 1984 oder 1985 muss das gewesen sein, das war schlimm.“

Reise in märchenhafte Welten

Kurzentschlossen zog die kleine Gruppe ins Rolandshaus, „wir waren total aufgeregt, schließlich hatte keiner von uns Theater-Erfahrung“, erzählt Willems. Egal, mit viel Aufregung und noch viel mehr Spaß war die Premiere ein voller Erfolg. Vom Rolandshaus ging es zu Edi Gather in die „Friederichs Ecke“, „das Lokal wurde schnell zu unserem zweiten Zuhause“. Aus der Interessengemeinschaft mit Eltern und Erzieherinnen wurde das Kupferstädter Traumtheater, „wir haben jedes Jahr gespielt, und es kamen immer mehr dazu“.

Die altbekannten Märchen der Gebrüder Grimm, wer kennt sie nicht? Frau Holle, Schneewittchen , Rotkäppchen, Schneeweißchen und Rosenrot. Das begeisterte Ensemble des Kupferstädter Traumtheaters spielte viele von ihnen.

Aber auch der Räuber Hotzenplotz, der Zauberer von Oz, die kleine Hexe und Peterchens Mondfahrt waren dabei. „Nach einer gewissen Zeit hatten wir einen großen Kostüm-Fundus, komplett entworfen und selbst genäht von Helga Wolf“, so Willems.

Ausgefallene Kulissen gab‘s von Familie Studer und später auch von Gabi Matzkeit. Vor sieben Jahren kam noch die „lebende Krippe“ im Schatten der Burg hinzu, und dann kam der Zeitpunkt, „da gingen uns die Stücke aus“, sagt die Laiendarstellerin. Kein Grund zur Sorge, selbst ist die Frau. Das haben sich die ehemalige Vorsitzende des Traumtheaters und die zweite Vorsitzende wohl auch so gedacht und fingen an selbst Stücke zu schreiben. Das hatte den Vorteil, „dass wir das auf unsere Gruppe münzen konnten. Ein halbes, manchmal ein dreiviertel Jahr haben die Damen die Feder schwingen lassen, bis das Skript fertiggestellt war. Und dann probten die Hobbyschauspieler fleißig. Das letzte Stück, „Der Zauberstein“, feierte großen Erfolg im Jugendheim Münsterbusch.

Hobby zu zeitintensiv geworden

Immer zur Weihnachtszeit traten die Traumtheater-Mitglieder auf die Bühne, entführten mit Märchen in eine phantastische Welt. Das Manko eines kleinen Budgets konnte stets mit viel Kreativität ausgeglichen werden. „Wir erinnern uns gerne an ein nettes und dankbares Publikum“, sagt Mary Willems, „das Faszinierendste war, dass die Kinder so lange konzentriert zuschauten – mit großen Augen und roten Wangen“. Eine der drei Aufführungen war ausschließlich ihnen gewidmet.

Für die Erzieherin ist es wichtig, dass das erhalten bleibt, Eltern sollten mit ihren Kindern ins Theater gehen. Dieses Angebot kann das Kupferstädter Traumtheater nicht mehr anbieten, die Auflösung steht fest.

Alle seien berufstätig, es würden immer weniger werden, die dieses zeitintensive Hobby pflegen wollten. „Na ja, und dann stimmt die Aufgabenverteilung einfach nicht mehr, wenn zu viel an zu wenigen hängen bleibt!“

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