Stolberg - Musikzug-Leiter Karl Schäfer: „Quasi eine Big-Band ohne Gitarren“

Musikzug-Leiter Karl Schäfer: „Quasi eine Big-Band ohne Gitarren“

Von: Dirk Müller
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Karl Schäfer (links) probt mit einem Teil des städtischen Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr für das Weihnachtskonzert und die Neujahrsmatinee der Kupferstadt. Sie steht unter dem Motto Österreich. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Seit 1997 ist Karl Schäfer Mitglied des städtischen Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr. Er spielte in dem Ensemble zunächst Saxofon und Klarinette, bis er 2001 Zugführer wurde, also die musikalische Leitung übernahm.

Am Heiligabend präsentiert der Musikzug um 13 Uhr sein 58. Weihnachtskonzert an der Burg, und am Sonntag, 8. Januar, gestaltet das Ensemble ab 11 Uhr die Neujahrsmatinee der Kupferstadt mit Blick auf das kommende Kulturfestival „Stolberg goes Österreich“ vom 9. bis 11. Juni 2017. Dirk Müller sprach mit Karl Schäfer über die Konzerte und den Musikzug.

Das Weihnachtskonzert des Musikzugs soll am Heiligabend auf dem oberen Burghof unter freiem Himmel stattfinden. Wie wetterfest ist der Musikzug?

Schäfer: Na ja, wir müssen natürlich an unsere Instrumente denken. Das sind teure Geräte. So mussten wir 2010 auch schon ein Weihnachtskonzert wegen zu starken Schneefalls absagen und haben stattdessen dann ein Frühlingskonzert gespielt. Vor zwei Jahren sind wir bei heftigem Sturm in das Innere der Burg gewechselt und haben im Rittersaal konzertiert.

Was passiert, wenn um 13 Uhr Wind und Regen den oberen Burghof zu ungemütlich machen?

Schäfer: Wir sind Monika Lück sehr dankbar dafür, dass wir dann wieder in den Rittersaal wechseln können. Mit der Pächterin der Burg ist vereinbart, dass dies auch ganz spontan geschehen kann. Das ist toll, denn wir können dann unsere Instrumente schützen, und schließlich steht das Publikum auch nicht gerne in Regen und Sturm.

Apropos Publikum: Wie hat sich der Publikumszuspruch für das Weihnachtskonzert entwickelt?

Schäfer: Sehr gut. Ich erinnere mich daran, wie wir Ende der 1990er Jahre vor rund 50 Zuhörern gespielt haben. Heutzutage sieht das schon ganz anders aus: Gegen 12.30 Uhr ist die Burg wie ausgestorben und niemand zu sehen, aber wenn wir um 13 Uhr mit dem Konzert beginnen, sind etwa 350 Zuhörer auf dem oberen Burghof.

Worin sehen Sie diese positive Entwicklung begründet?

Schäfer: Einerseits in dem guten Ruf, den der städtische Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr genießt. Aber ich glaube, unser Repertoire spielt auch eine große Rolle und sorgt für den Publikumszuspruch. Wir arbeiten ständig an unserem Repertoire – sowohl im Sinne der Zuhörer, als auch für uns selbst: Die Musiker werden dadurch gefordert und die Qualität des Musikzugs gefördert.

Welche Lieder wird der Musikzug bei dem Weihnachtskonzert präsentieren?

Schäfer: Wir werden die Zuhörer wechselweise mit klassischen und modernen Weihnachtsliedern unterhalten. Festliche Titel wie „Vom Himmel hoch“, „Leise rieselt der Schnee“ und „O du fröhliche“ treffen auf swingende Klänge wie bei „Santa Claus is coming to Town“, „Let it snow“, „Winter Wonderland“ und „Mary‘s Boy Child“. Ganz neu in unser weihnachtliches Repertoire aufgenommen haben wir die „Lustige Schlittenfahrt“ und „Küss mich, halt mich, lieb mich“, die Titelmusik des Films „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

In welcher Instrumentierung spielt der Musikzug?

Schäfer: Wir konzertieren immer mit rund 20 Musikern. Piano und Schlagzeug gehören ebenso dazu wie Tuben, Bariton- und Tenorhörner, Posaunen, Trompeten, Flügelhörner, Saxofone und Klarinetten. Der Musikzug ist kein sinfonisches Blasorchester, sondern quasi eine Big-Band ohne Gitarren.

Schon am Sonntag, 8. Januar, steht das nächste Konzert an, und der Musikzug spielt bei der Neujahrsmatinee der Kupferstadt. Das Konzert ist zugleich ein musikalischer Vorbote von „Stolberg goes Österreich“. Wie beurteilen Sie die Wahl des Motto-Landes?

Schäfer: Ich finde die Wahl sehr gut. Österreich ist ein schönes und vielseitiges Land, und ich habe es bisher als Motto von „Stolberg goes ...“ vermisst. Als der Kulturmanager Max Krieger mich anrief und anfragte, ob wir bei dem Neujahrskonzert spielen, habe ich mich sehr gefreut. Dem Musikzug gefällt das Thema „Österreich“, und es fällt uns leicht, das Land musikalisch in Szene zu setzen. Immerhin haben wir rund 400 Musikstücke im Programm – abgesehen von unserem Weihnachtsrepertoire.

Was können die Besucher der Neujahrsmatinee erwarten?

Schäfer: Es wird ein kurzweiliges und vielfältiges Programm werden. Wir wollen mit den Zuhörern ein wenig durch Österreich reisen. Dabei machen wir Station in musikalisch reizvollen Städten wie Salzburg und Wien, bereisen Regionen wie Kärnten und Tirol. Polkas und bekannte Märsche werden erklingen, und natürlich darf auch „Ein Strauß von Johann Strauss“ nicht fehlen.

Wird der Musikzug sich auch an dem eigentlichen Kulturfestival „Stolberg goes Österreich“ vom 9. bis 11. Juni 2017 beteiligen?

Schäfer: Das konkrete Programm steht noch nicht fest, aber selbstverständlich sind wir gerne mit von der Partie. Da wir nicht marschieren, werden wir nicht als Walking-Act zur Verfügung stehen, allerdings spielen wir gerne auf Bühnen oder Plätzen. Für das Kulturfestival können wir auch noch weitere Titel, die zu Österreich passen, in unser Repertoire aufnehmen.

Bei welchen weiteren Gelegenheiten konzertiert der Musikzug?

Schäfer: Übers Jahr spielen wir viele Kurkonzerte in Aachen und in der Eifel. Auch bei kirchlichen Anlässen geben wir Konzerte. Wir spielen in Seniorenheimen, bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr und haben 2015 zum Beispiel den instrumentalen Teil beim Gemeinschaftskonzert der Stolberger Chöre übernommen. Hinzu kommen Ortsveranstaltungen, Feiern und Jubiläen. Grundsätzlich kann man sagen: Wir spielen dort, wo Unterhaltungsmusik gerne gehört wird.

Wie ist der Musikzug aufgestellt? Auch mit Blick auf die Zukunft...

Schäfer: Die Besetzung des Musikzuges ist sehr gut. Die musikalische Qualität ist hoch und die Kameradschaft vorbildlich. Nichtsdestotrotz können wir immer Musiker gebrauchen, die den Zug ergänzen. Diese müssen übrigens nicht unbedingt der Freiwilligen Feuerwehr angehören – die einzigen Voraussetzungen sind gute Notenkenntnisse und Spaß am Musizieren. Wir proben immer donnerstags von 19.30 bis 21 Uhr im Josefshaus in Stolberg, und Interessierte können sich gerne bei mir melden.

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