Musikschule Merz: Die klangvolle Reise bietet Können und Vielfalt

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
12141396.jpg
Das große Orchester der Musikschule Merz gestaltet das furiose Finale des äußerst beindruckenden Konzerts, bei dem zuvor neun Ensembles jeweils mit ihren eigenen Auftritten überzeugt hatten. Foto: D. Müller

Stolberg. Diese musikalische Reise ist äußerst beeindruckend gewesen: Von den USA über Mexiko nach Brasilien, über Frankreich und Deutschland nach Skandinavien entführten die Akteure der Musikschule Merz das hellauf begeisterte Publikum.

Und auch stilistisch war der Spannungsbogen des Benefizkonzertes zugunsten des Fördervereins „Musica Stolberg“ sehr groß. Ob Klassik, traditionelle folkloristische Weisen oder Tänze, Jazz und Swing, Mambo oder aktuelle populäre Lieder – die Musikschüler überzeugten die zahlreichen Gäste im Museum Zinkhütter Hof mit ihrem Können. Am Ende kamen 1000 Euro Spenden zusammen.

Das ansprechende und facettenreiche Programm gestalteten insgesamt neun verschiedene Ensembles der Musikschule, deren Leiter in mehreren Funktion agierte. Kantor Herbert Merz begrüßte das Publikum sowohl als Direktor der Musikschule, die ihr 30-jähriges Bestehen begeht, als auch in seinem Amt als Vorsitzender des Fördervereins „Musica Stolberg“, der vor 20 Jahren gegründet wurde. Und Merz dirigierte das große Orchester der Musikschule und betätigte sich unter anderem als „Harfenträger“.

Mit dem virtuosen Auftakt machte zunächst der von Martina Blömer geleitete Streicher-Spielkreis Lust auf mehr. Von Victor Jianu am Flügel begleitet, präsentierte das elfköpfige Ensemble Werke wie das amerikanische Traditional „Old Joe Clark“ oder die bretonische Weise „An Dro“.

Zum Träumen luden die sechs Instrumentalistinnen des von Gabriele Sous geleiteten Harfen-Ensembles ein und entführten die Zuhörer zum Beispiel mit „Tourdion“ nach Frankreich und mit „Emma“ nach Skandinavien. Als Christoph Pampuchs „Vogelsbergwalzer“ verklungen war, wurden die Saiteninstrumente handlicher, denn das Gitarrenquartett der Musikschule Merz übernahm.

Unter der Leitung von Barbara Verdecia brachte die Formation mit Andrew Yorks „Lotus Eaters“ musikalisch den Frühling in den Zinkhütter Hof und wurde bei „Namikas“ aktuellem Pop-Song „Lieblingsmensch“ von der jungen und mutigen Sängerin Pia Schultz unterstützt.

Populäre Musik griff auch das folgende Duo auf: Zur Flügelbegleitung von Diana Janu sang Katrin Nellessen voller Gefühl die romantischen Balladen „Symphonie“ von „Silbermond“ und „Dir gehört mein Herz“ aus dem Musical „Tarzan“ von Phil Collins. Diana Jianu verblieb am Flügel, um jetzt Ruben Fehr zu begleiten. Fehr demonstrierte eindrucksvoll sein Talent, als er „Danse Macabre“ von Camille Saint-Saens virtuos intonierte.

Kunstvoll brachte das von Johannes Flamm geleitete Saxofon-Ensemble Thelonious Monks Modern-Jazz-Werk „Blue Monk“ und Alfred Desencios‘ „Quatour pour Saxophones“ zu Gehör, bevor es mit Unterstützung von Gerd Breuer am Schlagzeug swingend „Down by the Riverside“ spielte. Für Gänsehaut beim Publikum sorgte die Sopranistin Maria Mironova, die mit Uwe Böttcher an der Violine und Pianistin Diana Janu die Herzen der Zuhörer berührte.

Auf „Sag es laut“ von Xavier Naidoo folgte unwiderstehlich „Hello“ von Adele. Nach den großen Gefühlen begannen die Tanzbeine im Publikum zu wippen, denn das Modern-Sound-Orchester meinte „It‘s Time to Swing“ (Joe Grain). Unter dem Dirigat von Frank Rebien ließ die gut aufgelegte 14-köpfige Formation musikalisch die „Küchenschabe“ krabbeln, als die Musiker das mexikanische Revolutionslied „La Cucaracha“ spielten.

Feurig und schwungvoll empfahl sich das Modern-Sound-Orchester mit Manfred Schneiders „Viva Brasil“. Das eindrucksvolle Finale des ansprechenden Konzertes war dem großen Orchester vorbehalten, und Kantor Herbert Merz dirigierte die mehr als 30 Instrumentalisten, die sich in Bestform zeigten.

Die Musiker des Orchesters verzauberten ihre Zuhörer mit „L‘Arlèsienne“, das Georges Bizet ursprünglich als Bühnenmusik zum gleichnamigen Schauspiel von Alphonse Daudet komponiert hat. Im Zinkhütter Hof intonierten die Instrumentalisten freilich Bizets Suite für Orchester auf hohem musikalischen Niveau, allerdings übernahm Maria Mironova die Rolle der Sprecherin und erläuterte zwischen den Sätzen der Suite die Handlung der Tragödie, in der ein junger Bauer aus der Provence zwischen zwei Mädchen hin- und hergerissen ist.

Dem Orchester gelang eine brillante Umsetzung des Themas, und der lang anhaltende und lautstarke Beifall am Ende des hervorragenden Konzerts galt allen beteiligten Musiker, als das Publikum den Akteuren euphorisch Beifall spendete.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert