Musik-Oldtimer zu neuem Leben erweckt

Von: Dirk Müller
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Franz Holli, Lena Kaever an der Hopf-Gitarre, David Bellmann, Norbert Walter Peters und Georg „Jorgo“ (v.l.) an einer selbst gebauten E-Gitarre bei einer Jam-Session im Musikstudio Stolberg. Foto: D. Müller

Stolberg. Zartbesaitet ist sie nicht gerade, doch schon auf den ersten Blick lässt sich ihre zeitlose Schönheit, ihre formvollendete Eleganz erkennen. Obwohl sie in neuem Glanz erstrahlt, ist sie doch betagt, denn die Hopf-Jazz-Gitarre wurde in den 50er Jahren gebaut. Lange hat sie geruht, aber beim Neujahrsempfang der Stadt Stolberg am Sonntag, 13. Januar, ist ihr musikalischer „Dornrösschenschlaf“ beendet, und die Hopf-Gitarre wird im Museum Zinkhütter Hof wieder vor Publikum erklingen.

Bevor das außergewöhnliche Instrument den Ohren der Zuhörer schmeicheln kann, war allerdings das Zusammenspiel mehrerer Beteiligter nötig. Allen voran steht dabei Franz Holli.

Aufwendige „Rettungsaktion“

Der Bassist des Akustik-Duos „Franzrudolf“ sammelt wie sein Partner Rudolf P. Müller Instrumente, entdeckte die Hopf-Gitarre im Sommer bei einem Bekannten im Keller und nahm sich ihrer an. „So ein schönes Instrument konnte ich nicht in einem Keller vor sich hin gammeln lassen. Spielbar war die Gitarre aber leider nicht mehr“, beschreibt Holli. Mit seiner alten Neuerrungenschaft machte er sich auf in den Steinweg und zeigte sie seinem Gitarren- und Basslehrer Norbert Walter Peters, Leiter des Musikstudios Stolberg. „Ich war natürlich begeistert und gleich der Meinung, dass mit diesem Instrument wieder Musik gemacht werden soll“, sagt Peters.

Er stellte den Kontakt zu Georg „Jorgo“ Meletlidis her. Der Stolberger baut und restauriert Gitarren und Bässe mit einem klaren Credo: „Man kann fast alles retten.“ Bis zur vollkommenen, also auch klanglichen, Wiederherstellung seines „Musik-Oldtimers“ musste Holli jedoch Geduld mitbringen. „Ich habe die Gitarre auch einmal eine ganze Woche einfach nur in der Ecke stehen lassen, um zu beobachten, was das Holz macht“, erklärt Meletlidis.

Der Gitarrenhals der Hopf sei nicht mit Stahlstäben in seinem Inneren verstärkt gewesen. „Die damalige Bauweise war etwas instabil. Wenn man bedenkt, dass sechs Stahlsaiten einen Zug von rund 60 Kilogramm auf den Gitarrenhals ausüben – und das länger als 50 Jahre – dann ist es kein Wunder, dass der Hals verzogen ist“, führt „Jorgo“ aus.

Eigene Komposition

Bei aufwendigen Arbeiten am Hals der Gitarre blieb es nicht: Die Hopf ist inzwischen absolut generalüberholt, sie sei in einem besseren Zustand als bei der Erstauslieferung, wobei ihre Klangcharakteristik erhalten geblieben sei, betont Meletlidis. „Sie spielt sich toll. Die Hopf hat einen weichen Klang und überhaupt im Vergleich zu modernen Instrumenten einen super Sound“, schwärmt David Bellmann. Der Schüler des Musikstudios unterstützt das von Peters geleitete „Suprise Project“ mit Schülern der Gesamtschule und Realschule bei dem Neujahrsempfang als Gast. Ihm und Lena Kaever vom „Suprise Project“ überlässt Holli die Ehre, die Hopf-Gitarre vor Publikum zum Klingen zu bringen.

„Die beiden können das auch besser“, sagt Holli bescheiden. Zu dem Neujahrsempfang, der unter der Gesamtleitung von Rainer Peitsch musikalisch hauptsächlich vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet wird, trägt das „Suprise Project“ mit seinen Gastmusikern zwei Stücke bei. „Das jazzige ,Valerie‘ von Amy Winehouse und die Hopf-Gitarre passen wirklich optimal zusammen“, verspricht Lena Kaever. Das zweite Lied „Don‘t leave“ hat sie gemeinsam mit David Bellmann und Norbert Walter Peters selbst komponiert .

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