Stolberg - Musik als Ausdruck der Lebensfreude

Musik als Ausdruck der Lebensfreude

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Der Büsbacher Männer-Gesang-Verein und die Musikalische Gesellschaft Breinig sorgten mit „An der schönen blauen Donau” für den furiosen Schlusspunkt des Neujahrsempfanges. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Er wollte nur für ein kurzes Intermezzo sorgen, doch die Worte des Gastgebers wirkten noch lange nach. Ferdi Gatzweiler nutzte den Neujahrsempfang im Zinkhütter Hof, um eindringlich vor den Konsequenzen eines drohenden finanziellen Kollaps der Kommunen zu warnen.

„Es gibt derzeit keine Zusammenkunft, bei der nicht über die Krise gesprochen wird. Das ist ein sehr schwieriges Thema, mit dem wir aber umgehen müssen”, mahnte der Bürgermeister, der nicht die Rolle des Spielverderbers, wohl aber die des Verfechters von Ehrenamt und gesellschaftlichem Engagement einnahm.

„Man muss die freiwillige Arbeit in einem Gemeinwesen würdigen und die Rahmenbedingungen dafür sicherstellen”, erklärte Gatzweiler, der einmal mehr eine von Bund und Land initiierte Finanzreform forderte, „die den Kommunen dauerhaft die Lebensfähigkeit ermöglicht”. Für den Bürgermeister ist die Reform ohne Alternativen, wie er deutlich zum Ausdruck brachte: „Wenn das nicht gelingt, könnte es sein, dass an dieser Stelle 2011 kein Bürgermeister mehr spricht und es in dieser Stadt bald kein gesellschaftliches Engagement mehr gibt.”

Das waren harte Worte für einen Abend, der der „Musik in Stolberg” gewidmet sein sollte, doch gelang es Ferdi Gatzweiler bestens, den Übergang zum eigentlichen Thema seines Neujahrsempfangs zu schaffen. „Trotz aller Probleme sollten wir Punkte setzen, an denen man freudig miteinander umgeht. Nur wer fröhlich ist, kann diese Krise bewältigen.”

Die Interpreten auf der Bühne ließen sich da nicht zwei Mal bitten. Allesamt sorgten sie dafür, dass trotz kritischer Worte auch der Wohlklang des Dargebotenen am Ende eines kurzweiligen und sehr gelungenen Abends einen angemessen Platz in den Erinnerungen der rund 500 Gäste fand.

Das Programm zusammengestellt hatte ein „echter Fachmann” (Gatzweiler). Der Berufsmusiker und Sänger hatte die Protagonisten ausgewählt, die die Musik in all ihren Facetten präsentierten und gekonnt einen Bogen schlugen vom Schubertchen „Ständchen” über moderne Popmusik von Shakira bis zum Walzer von Johann Strauß, dessen „An der schönen blauen Donau” einen beschwingt-fröhlichen Schlusspunkt setzte.

Dem Büsbacher Otten, der unter anderem Mitglied des WDR-Rundfunkchores ist, war aber nicht nur die Rolle des „Programmdirektors” zugedacht. Als diesjähriger Festredner beschäftigte er sich zudem mit der Musik als stetigem Begleiter des Menschen.

„Den ganzen Tag sind wir von Musik umgeben”, stellte Otten fest - durch den Radiowecker am frühen Morgen, die Straßenmusikanten auf dem Weg zur Arbeit, die Hintergrundmusik im Restaurant und im Kaufhaus oder schließlich dank des bewusst gewählten Genusses im heimischen Wohnzimmer am Abend. Dass die Musik trotz ihrer Vielfältigkeit ein Zusammengehörigkeitsgefühl schafft, steht für Josef Otten fest. Und sie ist Ausdruck von Toleranz. „Schließlich sind Stilrichtungen keine Qualitätskriterien.” Darum sei es mit der Musik im Grunde wie mit dem Wein „Es gibt kein âentweder oderÔ, sondern nur ein âsowohl als auchÔ.”

Ohnehin zähle die Musik zur Kategorie der Genussmittel, „aber sie ist nicht schlecht für die Gesundheit und sie macht nicht dick”. Den Gästen des Neujahrsempfangs empfahl der Festredner, auch im fortgeschrittenen Alter nicht den Einstieg in die Musik zu scheuen, denn: „Es ist nie zu spät etwas anzufangen, das einem so viel Freude bereiten kann.”

Wer danach immer noch Zweifel hegte, wurde von den Künstlern auf der Bühne überzeugt. Der Männer-Gesang-Verein Büsbach und das „Musikstudio Stolberg Ensemble” wussten ebenso zu überzeugen wie die Musikalische Gesellschaft Breinig, Theo Palm am Klavier sowie Alexander Schwabauer und Peter Verhees an Gitarre und Geige. So endete der Abend mit Beifallsstürmen und der Erkenntnis, dass nachdenkliche Töne und fröhliche Klänge sich keinesfalls ausschließen müssen.
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