Stolberg - Museumsmeile soll den Leerstand verdrängen

Museumsmeile soll den Leerstand verdrängen

Von: Michael Grobusch
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Der Steinweg als Museumsmeile – das schwebt dem Verein „Historische Altstadt Stolberg“ für die Zukunft vor. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das ist doch mal eine Ansage: „Von der Leerstands- in eine Museumsmeile“ will der kürzlich gegründete Verein „Historische Altstadt Stolberg“ den Steinweg verwandeln. Das klingt zunächst nach großen Visionen mit kleinen Chancen auf eine Realisierung.

Doch der Vorsitzende Hartmut Kleis macht im Gespräch mit unserer Zeitung sehr schnell klar, dass er und seine Mitstreiter es mit der Umsetzung durchaus ernst meinen.

Dabei wollen sie sich eines im Grunde ganz simplen Tricks bedienen. Um den dramatischen Leerstand in der innerstädtischen Problemzone zu „verstecken“, sollen Schaufenster hergerichtet und so aus dem weitgehend öden Steinweg nach und nach ein begehbarer Ausstellungsraum gemacht werden. „Wir möchten, dass dies ein Stolberger Markenzeichen wird“, betont Kleis, dass die Initiatoren auf einen nachhaltigen Effekt setzen. Der könnte im Idealfall zur Folge haben, dass sich Einheimische wie auch Touristen wieder vermehrt im Steinweg aufhalten. Und dass sich durch die spür- und sichtbare Verbesserung des Umfeldes auch der dramatische Leerstand reduzieren lassen wird.

„Positivere Rahmenbedingungen“

„Wir können natürlich keine zusätzliche Vermietung garantieren. Aber es ist unumstritten so, dass eine Vermietung für private und gewerbliche Zwecke einfacher möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen positiver sind.“ Der Vorsitzende spricht in diesem Zusammenhang von „einem intakten Stadtteil“ – ein Ziel, das ehrgeizig ist und mittelfristig erreicht werden soll. „Wir haben uns vorgenommen, pro Quartal ein museales Schaufenster herzurichten und zwei bestehende Schaufenster zu verschönern“, nennt Hartmut Kleis die eigene Vorgabe. Die ausgewählten „Museumslokale“, in denen die Exponate zu sehen sein werden, sollen allesamt für eine Vermietung zur Verfügung stehen – und dank der optischen Aufwertung für potenzielle Mieter von erhöhtem Interesse sein.

Schaufensterthemen

Erste Themen für museale Schaufenster hat der Verein bereits festgelegt: Kupfermeister, Kupferhöfe, Blei in Stolberg, Zink, die Sozialgeschichte der Region Aachen, der Arzt Karl Georg Theodor Kortum und Johann Wilhelm Meigen stehen derzeit auf der Liste. „Wir werden bei unserem Vorhaben von 40 aktiven Mitgliedern unterstützt“, freut sich Hartmut Kleis. Und besonders stolz ist er darauf, mit Professor Roland Fuchs, Vorsitzender des Fördervereins des Torburg-Museums, und Sebastian Wenzler, Leiter des Zinkhütter Hofs, zwei führende Experten als Unterstützer gewonnen zu haben.

Auch das Projekt „Altstadttore“ schreitet weiter voran. Laut Kleis haben sich mit den Optikern Michael Osthoff und Gerd Radermacher sowie dem Kunstschmied Adi Radermacher Sponsoren für die Gestaltung von zwei weiteren Toren gefunden. Für drei zusätzliche werden noch Geldgeber gesucht. Das wird Initiator Hartmut Kleis jedoch nicht davon abhalten, nach dem Erhalt der städtischen Baugenehmigung mit der Errichtung des ersten Tores an der Zweifaller Straße zu beginnen. „Wenn alles gut läuft, werden wir im Juni oder Juli starten“, ist Kleis zuversichtlich. „Dann können wir die historische Schönheit unserer Innenstadt schrittweise noch besser zur Geltung kommen lassen.“

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