Stolberg - Museum Zinkhütter Hof „macht Schule“

Museum Zinkhütter Hof „macht Schule“

Von: Dirk Müller
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Zur Eröffnung der Ausstellung spielen Büsbacher Kinder mit ihrem strengen „Fräulein Lehrerin“ interessant und kurzweilig eine Schulstunde zur Kaiserzeit nach. Foto: D. Müller

Stolberg. Zu Beginn der Schulstunde besingen die Kinder zunächst den Kaiser, beten dann für die Soldaten, die „auf dem Feld der Ehre“ ihr Leben gelassen haben. Dann überprüft das strenge „Fräulein Lehrerin“ erst einmal den Zustand der Kinder.

Prompt erhält eine Schülerin Stockschläge, weil ihre Hände schmutzig sind. Denn: „Ein deutsches Mädchen hat immer reinlich zu sein“, betont die Lehrerin. Pech hat auch der kleine Wilhelm. Er kommt zu spät zum Unterricht und muss daher zehn Minuten unbequem auf einem Ast knien.

Seinem Klassenkameraden, der 2 x 7 falsch ausrechnet, geht es kaum besser. Er muss die „Eselsmütze“ aufziehen und sich damit in die Ecke stellen.

Am Ende der Schulstunde werden nicht nur lehrreiche Hausarbeiten aufgegeben, sondern das Fräulein Lehrerin beauftragt den kleinen Paul damit, morgen Kohle für den Ofen im Klassenzimmer mitzubringen.

Mit dieser kurzweiligen wie interessanten Demonstration einer Schulstunde zu Kaisers Zeiten haben Kinder der Büsbacher Grundschule und das strenge Fräulein Lehrerin, Susanne Haan, die Ausstellung „220 Jahre Schulleben am Beispiel Büsbach“ im Museum Zinkhütter Hof eindrucksvoll eröffnet.

Zu der Eröffnung der bemerkenswerten Schau gehörte auch das gemeinsame Singen eines Liedes, das von Sabine Cassens an der Violine begleitet wurde, und Museumsleiter Sebastian Wenzler erzählte den Kindern kurz von seiner eigenen Großmutter, die 1916 eingeschult worden ist.

Und Wenzler dankte ausdrücklich den Ausstellungsmacherinnen Irmgard Remmert, ehemalige Leiterin der Grundschule in Büsbach, und Petra Grüttemeier, Museumspädagogin im Zinkhütter Hof. Sie haben die zahlreichen sehenswerten Exponate zusammengetragen, die als Unterrichts- und Lehrmaterialien Zeugen von 220 Jahren Schule sind. Die historischen Stücke faszinierten junge wie ältere Besucher der Ausstellungseröffnung ebenso wie die gezeigte Entwicklung der seit mehr als zwei Jahrhunderten bestehenden Schule im Stolberger Stadtteil Büsbach.

Eine der Besonderheiten der bis zum 30. Oktober andauernden Schau ist, dass sowohl Gruppenführungen als auch Sütterlin-Workshops im Museum Zinkhütter Hof angeboten werden.

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