Stolberg-Münsterbusch - Mundart aus Vicht eine Sache des Herzens

Mundart aus Vicht eine Sache des Herzens

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Hatte den Vichter Mundart-Nachmittag im Münsterbuscher Pfarrheim maßgeblich mit organisiert: Franz-Willi Hirtz trug bei dieser Gelegenheit Texte aus eigener Feder vor. Foto: C. Hahn
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Auf den Spuren von Wilhelm Busch: Mundartautor Dr. Walter Haas konnte mit seiner Version von „Max und Moritz“ einen Erfolg verbuchen. Foto: C. Haas

Stolberg-Münsterbusch. Wer seine Heimat liebt, der muss mitunter auf Reisen gehen. So erging es am Sonntag den Freunden der Vichter Mundart. In Fahrgemeinschaften und mit dem Bus machten sie sich auf die Reise zum Pfarrheim Herz-Jesu in Münsterbusch.

Dort wurden die Gäste bereits sehnlich erwartet – von etlichen Zuhörern, aber auch von den Mitgliedern der „Herz-Jesu-Band“, die den Nachmittag musikalisch begleitete. Und von Bernd Stickeler (Ortsausschuss), der zusammen mit etlichen Mitstreitern dem Leiter des Arbeitskreises „Veeter Platt“, Franz-Willi Hirtz, und allen anderen Vichtern in Münsterbusch Gastfreundschaft bot.

Viele Überraschungen

Organisator Hirtz und die Seinen konnten ihr Publikum ein ums andere Mal überraschen – nicht nur, weil sie viele Geschichten und Gedichte, solche amüsanten und solche eher ernsthaften Charakters, mitgebracht hatten. Nein: Überraschend wirkte auch die Zugänglichkeit der Heimatsprache, deren Witz und Hintersinn sich auch denen erschloss, denen der Dialekt nicht von vornherein nahe war.

Doch ein ums andere Mal stellte sich das Platt als Sprache der Herzen heraus. Und diese Sprache versteht auch, wer in puncto Wortschatz und Grammatik nicht besonders sattelfest ist.

Liebenswert – das machte das Zuhören und Verstehen noch leichter – wirkten die Verse und Anekdoten außerdem. Das heikle Thema „Vergesslichkeit“ tauchte Organisator Hirtz in feine Ironie und präsentierte es seinem Publikum in „D‘r Herr Denngens“.

Ein milder satirischer Ton war auch seinen anderen Beiträgen eigen: „Kathollisch“ etwa ließ die Menschen im Pfarrheim über den verqueren Mix von Frömmigkeit und übersteigerter Tierliebe schmunzeln. Dr. Walter Haas, ein weiterer wichtiger Mundart-Autor, setzte da noch einen drauf: Seine im Versmaß wie in der Wortwahl punktgenaue Übertragung von Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ in die Vichter Sprache riss die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin und gehörte zu den großen Erfolgen des Abends.

Texte anderer Autoren

Helga Nellessen, Margrit Heinrichs, Vera Gerhards und Norbert Franzen, die der Veranstaltung gleichfalls Leben und Profil verschafften, setzten hingegen auf Texte anderer Autoren. Werke von Norbert Franzens noch immer als Dichter beliebtem Vater André bildeten das Übergewicht.

Auf jeden Fall dokumentierte das rund zweieinhalbstündige, sehr unterhaltsame Beisammensein, dass Vichter Mundart eine Sprache des Herzens ist. Und die versteht auch, wer den Wortschatz und die Satzstruktur nicht unbedingt meistert.

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