Stolberg - Münsterbusch: Im Frühjahr sollen die Bagger loslegen

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Münsterbusch: Im Frühjahr sollen die Bagger loslegen

Von: -jül-
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Stolberg. Bereits im Vorgriff auf die Anregungen von Bürgern und Behörden markierten Rolf Engels und Paul M. Kirch die Rahmenbedingungen: „Dieses Projekt hat allergrößte Bedeutung für den Stadtrat“, sagten die Sprecher der Großen Koalition im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Eine Industriebrache werde mit hochwertiger Architektur zu neuem Leben erweckt, eine Altlast versiegelt, Einnahmen und Kaufkraft für die Kupferstadt generiert und ein attraktives Angebot für die Bürger geschaffen.

Die Vorentwürfe zum Münsterbuscher Strabag-Projekt passierten einstimmig die Ratsgremien und sollen voraussichtlich am Donnerstag, 17. Oktober, im Anschluss an die nächste Ausschusssitzung in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung der Öffentlichkeit präsentiert werden, um Kritik und Anregungen der Stolberger in das Verfahren einbringen zu können.

Auf dem Gelände der ehemaligen Zincoli sollen in direkter Nachbarschaft von Museum Zinkhütter Hof und Dienstleistungszentrum in zwei Baukörpern ein Bau- und Gartencenter mit rund 6800 m2 Verkaufsfläche sowie ein Verbrauchermarkt mit 1500 m2, ein Discounter mit 1000 m2 und ein Drogeriemarkt mit 1000 m2 Verkaufsfläche entstehen.

Bis Anfang nächsten Jahres soll Planungssicherheit bestehen, im Frühjahr soll Baubeginn sein und die Eröffnung Ende 2014/Anfang 2015 erfolgen, erklärte Architekt Bernhard Reiser von der Mesa Development GmbH aus Stuttgart, die im Auftrag der Kölner Strabag Real Estate die Planungen betreibt.

Umfangreiche Vorleistungen wurden bereits während der seit 2007 laufenden Vorbereitungsphase für das Projekt geleistet, „so dass wir heute bereits sehr detailliert wissen, woran wir sind“, sagte Reiser mit Blick auf die Altlasten, für die ein Sanierungsplan vorliege. Bergbau und Bodenbeschaffenheit wurden ebenso analysiert wie erforderliche Umweltbelange, Immissionsschutz und Verkehr untersucht wurden.

Entgegen erster Überlegungen, die Erschließung des Geländes über Kreisverkehre an den Einmündungen der Mauerstraße mit der Prämien- bzw. Cockerillstraße (L 221) zu regeln, geben die Gutachter konventionellen Kreuzungen den Vorzug. Kreisverkehre würden zwar ebenso leistungsfähig sein, aber für den Investor finanziell nicht darstellbar. Ein werktäglicher Mehrverkehr von 5150 Fahrzeugbewegungen können durch einen Ausbau der Kreuzung mit der Prämienstraße mit einer neuen Ampelanlage abgewickelt werden, und mit einer Optimierung der bestehenden Lichtzeichenanlage an der L 221 werde ein besserer Verkehrsfluss als heute erzielt.

Das schalltechnische Gutachten offenbarte darüber hinaus Konflikt durch das Projekt für einen Teil der Bebauung an der Cockerillstraße. Der Gutachter schlug passive Maßnahmen in Form von Schallschutzfenstern vor – eine Anregung, die aber nicht im Bebauungsplan gelöst, sondern nur mittels städtebaulichem Rahmenvertrag geregelt werden könne.

Konflikte löst die Ansiedlung der Märkte auch für den Einzelhandel aus. Umsätze im Volumen von 10,3 Millionen Euro werden laut Gutachten neu verteilt. Betroffen sein dürften in erster Linie das benachbarte E-Center, Netto sowie die am 30. September eröffnende Lidl-Filiale. Betroffen sein werden auch die Baumärkte in Breinig und in der Steinfurt, wenn der Münsterbuscher Toom-Markt auf dem Zincoli-Gelände eine neue Adresse finden wird.

Abgestimmt werden muss das Projekt auch noch im Rahmen des städteregionalen Einzelhandels-Konzeptes (Strikt), was angesichts der jüngst übereinstimmend praktizierten Ansiedlungspolitik im Grenzbereich von Monschau und Simmerath jedoch unproblematisch sein dürfte.

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