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Münsterbusch bleibt ein Stück Identität erhalten

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Kein Denkmal, aber erhaltenswürdig: Ein Sanierungskonzept für den alten Zincoli-Schornstein wird jetzt erarbeitet.
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Wird auf einen Spatenstich in Stolberg weiter warten müssen: Rainer Maria Schäfer von der Strabag.

Stolberg. Auf jeden Fall erhalten und saniert werden soll der Zincoli-Schornstein in Münsterbusch, das ist die Linie der Verwaltung, die Fachbereichsleiter Bernd Kistermann jetzt vom Bauausschuss bestätigt bekam. Der beauftragte zunächst einmal ein Ingenieurbüro aus Eschweiler damit, die erforderlichen Voruntersuchungen zu tätigen.

Sein Kollege Andreas Pickhardt hatte schon immer auf die städtebauliche Bedeutung dieses Schornsteins für Münsterbusch hingewiesen – als Landmarke, als Wahrzeichen und als Identifikationspunkt für die Menschen aus dem Stadtteil, der sich vom einst industriell geprägten Gewerbe- zum Dienstleistungsstandort entwickelt hat.

Der Kamin ist marode. Die Strabag Real Estate als Investor für das Einzelhandels-Projekt auf dem insgesamt vier Hektar großen ehemaligen Zincoli-Gelände mag den Schornstein nicht übernehmen, sich aber mit bis zu 75.000 Euro an Abriss oder Sanierung beteiligen; Bei der weiteren Unterhaltung ist angestrebt, dass sich die NRW-Stiftung engagiert. Spätestens beim Beschluss zur Bauleitplanung muss sich der Stadtrat festlegen auf einen Erhalt.

Angestrebt ist, den Satzungsbeschluss noch vor der Kommunalwahl zu fassen, sagt Pickhardt. Spätestens am 18. März oder eine Woche zuvor auf einer Sondersitzung soll der Stadtrat über die Offenlage der Planung befinden. „Die frühzeitige Bürgerbeteiligung förderte keine Hindernisse zutage, die letzten Vorbereitungen für die Offenlage laufen“, sagt Rainer Maria Schäfer, Bereichsleiter der Strabag.

Mit dem Satzungsbeschluss soll der Bauantrag gestellt werden, mit einem Baubeginn wird dann im Sommer, mit einer Fertigstellung Ende 2015 gerechnet. Dann sollen an der Mauerstraße ein Bau- und Gartenmarkt (6800 m² Verkaufsfläche), ein Verbrauchermarkt (2500), ein Discounter (1000) und ein Drogeriemarkt (1000) als Hauptmieter öffnen. „Die Optionsverträge stehen“, so Schäfer.

Doch noch längst nicht ist das Projekt in trockenen Tüchern. Das regionale Einvernehmen auf Basis des Städteregions-Einzelhandelskonzeptes ist noch nicht hergestellt und werde parallel betrieben und angestrebt, bestätigte Andreas Pickhardt. „Ich kann nicht verhehlen, dass noch Dissens besteht.“ Insbesondere die Industrie- und Handelskammer sowie die Bezirksregierung sehen das Vorhaben sehr kritisch. Angezweifelt wird, dass das Projekt verträglich mit dem Angebot in der Innenstadt sei.

Deutliche Umsatz-Umverteilung

Immerhin bescheinigt die für das Strabag-Projekt eigens durch die Kölner GMA erstellte Analyse deutliche Auswirkungen. Die vier neuen Märkte würden zu einer Neuverteilung des Umsatzes in Höhe von 10,3 Millionen Euro im Segment der Genuss- und Nahrungsmittel führen und insgesamt ein Volumen von 27 Millionen Euro Umsatz generieren. Aber die Gutachter rechnen auch damit, dass eine Kaufkraft von 6,8 Millionen Euro zurück nach Stolberg geholt wird, davon 4,8 Millionen Euro im Nahrungs- und Genussmittelbereich.

Mit einer Umsatzverteilung von 2,8 Millionen Euro ist bei Drogerieartikeln, mit 300.000 Euro bei Spielwaren sowie 200.000 Euro bei Schreibwaren zu rechnen. Für diese Segmente sollen Festlegungen im Bebauungsplan den Wettbewerb entschärfen. Zu diesen Zahlen hat sich die Politik bislang nicht geäußert.

Eine Unverträglichkeit des Projektes mit der Tallage kann die Verwaltung nicht erkennen. „Natürlich wäre es schön, wenn wir solche Verbrauchermärkte direkt in der Innenstadt ansiedeln könnten“, erklärt Pickhardt. Aber die bietet an keiner Stelle auch nur annährend den erforderlichen Raum- und Platzbedarf.

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