Stolberg - Müllsäcke nicht abgeholt: Unmut über gelbe „Osterdekoration“

Müllsäcke nicht abgeholt: Unmut über gelbe „Osterdekoration“

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Bei diesem Anblick dürfte den Besuchern die Lust auf Kaffee und Kuchen wohl vergehen.

Stolberg. Die malerische Altstadt mit der imposanten Burg, ihren idyllischen Gassen und Höfen und pittoresken Häusern ist Stolbergs Aushängeschild. Doch wer an den Osterfeiertagen das geschichtsträchtige Ambiente genießen wollte, erlebte eine böse Überraschung – oder besser gesagt Dutzende davon.

Denn die Burgstraße war gesäumt von Gelben Säcken. Ob in kleineren Gruppen mit zwei bis fünf Exemplaren oder in Ballungen mit bis zu 50 Säcken – der Charme der Altstadt litt immens unter den Hinterlassenschaften, die von dem Unternehmen Schönmackers Umweltdienste am Samstag offensichtlich nicht abgeholt worden sind.

Die Bewohner der Altstadt trugen die wenig ansehnliche Flut von Gelben Säcken nicht mit Fassung, sondern mit bitterem Sarkasmus, wie ein Schild verdeutlichte: „Die Besucher, Bewohner und Geschäftsleute der Stolberger Altstadt bedanken sich bei der Firma Schönmackers Umweltdienste für die gelungene Osterdekoration“, prangte über einem Meer von Gelben Säcken.

Der „Dank“ gelte auch der Stadtverwaltung, die den neuen Abfallkalender herausgegeben habe. Doch damit tun die verärgerten Anwohner der Verwaltung Unrecht, denn die Neuerung, alle Gelben Säcke im gesamten Stadtgebiet geballt an einem Tag einzusammeln, hat Schönmackers eingeführt. Mit dem Ziel „Stadtbild und Sauberkeit“ zu verbessern.

Vor Pannen wie diesen hätten Fachleute des Stolberger Ordnungsamts bereits bei der Erstellung des neuen Abfallkalenders – im Herbst 2015 – gewarnt, sagte Bürgermeister Tim Grüttemeier, nachdem bereits bei der Einführung des neuen Systems das Stadtbild über Wochen versaut gewesen ist. In einem Brief an das in Aldenhoven ansässige Unternehmen warf Grüttemeier daraufhin der Schönmackers GmbH „mangelnde Abfallentsorgung“ vor und forderte dazu auf, künftig die Abfuhr des Verpackungsmülls pünktlich und zuverlässig sicherzustellen.

Mit Blick auf die Topographie und die Fläche Stolbergs hätte die Verwaltung immer wieder auf Probleme hingewiesen und gemahnt, die vollständige Abholung sei an einem Tag nicht zu bewerkstelligen. Eine Einschätzung, die der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Heinrich Offermann teilt.

Noch am Samstagabend schrieb er an die Firma Schönmackers, es sei aus seiner Sicht ein „Unding“, dass Schönmackers es wiederholt in diesem Jahr nicht geschafft habe, alle Gelben Säcke abzuholen – diesmal ausgerechnet an dem zentralen touristischen Punkt der Stadt. „Viele Bürger haben sich telefonisch bei mir darüber beschwert“, sagt Offermann. An Schönmackers schrieb er: „Ich erwarte von Ihnen eine Erklärung, warum Sie die Kupferstadt Stolberg erneut auf ihrem Müll sitzen lassen, und welche Maßnahmen Sie ergreifen, um solche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden.“

Der SPD-Ratsherr unterstützt in seinem Schreiben ausdrücklich den Bürgermeister bezüglich dessen Stellungnahme vom Januar: „Ich möchte Ihnen sehr deutlich machen, dass er mit seiner Meinung nicht alleine steht.“ In Anbetracht des Mülls adressiert Offermann an Schönmackers: „Vielleicht überdenken Sie dann doch, wie vielfach angeraten, Ihr Konzept, die Gelben Säcke in Stolberg alle an einem Tag einzusammeln. Es ist ja wohl klar ersichtlich, dass Sie das so nicht hinbekommen.“

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