Stolberg - Müll muss einige Tage am Straßenrand liegen bleiben

Müll muss einige Tage am Straßenrand liegen bleiben

Von: Jessica Küppers
Letzte Aktualisierung:
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Müll am Straßenrand: An der Duffenter Straße Richtung Eschweiler werfen Autofahrer achtlos ihren Müll aus dem Fenster. Foto: J. Kueppers

Stolberg. Burgertüten, Coladosen, Zigarettenschachteln – rechts und links der Duffenter Straße liegt einiges im Gebüsch, was dort nicht hingehört, sondern im nächsten Mülleimer entsorgt werden müsste. Auch in der Nähe des Wanderparkplatzes am Schlangenberg Richtung Breinig sieht es nicht besser aus.

Dort liegen Kaffeebecher, Pappteller und sogar ganze Müllsäcke am Straßenrand. Dass diese achtlos aus dem Fenster geworfen wurden, scheint offensichtlich.

Der Stadt Stolberg ist dieses Problem bekannt. „Wir können leider nicht alles im gewünschten Umfang der Bürger entfernen, dafür fehlt uns das Personal“, sagt Georg Paulus vom Technischen Betriebsamt. Die Straßen würden aber in regelmäßigen Abständen kontrolliert und wilder Müll entsorgt.

Dass gerade in den beiden Waldstücken an der Duffenter Straße Richtung Eschweiler und am Schlangenberg so viele Tüten von einer großen Fastfood-Kette zu finden sind, ist jedoch laut Paulus kein Zufall: „Wenn man mal überlegt, wie die Halbwertszeit eines Burgers ist, dann ist der etwa dort aufgegessen und dann fliegen die Sachen aus dem Auto, wenn keiner guckt“, sagt Paulus.

Bei den Babywindeln, die die Mitarbeiter gleich säckeweise am Straßenrand finden, ist die Lage anders. „Warum, kann ich mir auch nicht erklären“, sagt der Amtsleiter.

Zusätzlicher Müllsack

Ein Blick auf die Entsorgungskosten lässt zumindest die Vermutung zu, dass die Entsorgung des zusätzlichen Mülls einigen Menschen zu teuer ist. Ist die Restmülltonne voll, müsste eigentlich ein zusätzlicher Müllsack gekauft werden. Die gibt es am Kiosk für fünf Euro. Vier Euro davon gehen an die Stadt, einen Euro darf der Kioskbetreiber pro Sack behalten.

Sonderregelungen oder vergünstigte Mülltüten für junge Eltern oder Menschen mit Inkontinenz gibt es bislang in Stolberg nicht, weil sich dadurch die Einnahmen aus den Müllgebühren reduzieren und die Summe durch die allgemeinen Haushaltsmittel ausgeglichen werden müsste. Stattdessen landen die benutzten Windeln in handelsüblichen Müllsäcken und werden illegal auf Parkplätzen oder am Straßenrand liegen gelassen.

Dass die Entsorgung wilden Mülls – und dazu zählt von der Zigarettenschachtel bis zu den Windeln alles – illegal ist, scheint nur wenige Menschen zu interessieren. Das hängt auch mit der fehlenden Bestrafung zusammen. „Mir ist niemand bekannt, der dafür einmal bestraft wurde“, sagt Paulus. Außerdem sei es sehr schwierig, so jemanden zu kriegen.

Kapazitäten gefragt

Deshalb wird es wohl auch weiterhin an vielen Stellen in Stolberg wilden Müll geben und der bleibt dann so lange liegen bis das Betriebsamt Kapazitäten hat, Pappbecher, Dosen und Co. zu entsorgen. Oder die Bürger und Autofahrer fassen sich mal an die eigene Nase und entsorgen ihren Müll richtig.

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