Mühlener Ring/Bierweiderstraße: Übrig ist nur eine Freifläche

Von: Toni Dörflinger
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Von der Hermann-Ritter-Straße ist nichts mehr übrig geblieben. Die dort ansässige Kohlenhandlung Görres wurde abgerissen. Heute liegt dort nur noch eine große Freifläche. Auch die Halde Fettberg ist verschwunden. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. In unserer Serie „Stolberger Ansichten über Jahrzehnte“ geht es heute um die Entwicklung der Straßenecke Mühlener Ring/Bierweiderstraße. Im Jahr 1951 ist die Straße Mühlener Ring, die anfänglich als Hermann-Ritter-Straße bezeichnet wurde, noch nicht gebaut.

Sie wurde zwei Jahre später fertig gestellt. Vermutlich sind auf dem historischen Foto die Vorbereitungsarbeiten für die Erstellung der Straße abgelichtet.

Im Vordergrund, wo heute die Straße verläuft, sind die Schuppen der Kohlenhandlung Görres zu sehen: Die Firma war seit 1933 an der benachbarten Blaustraße ansässig. Zu einer Belebung des Motivs tragen außerdem der im vorderen Bereich abgebildete Aushub, die Abstützung aus Holz, die Schubkarre, die beiden Personen und das Wasserfass auf Rädern bei.

Rechts ist das Gebäude Bierweiderstraße 1 abgelichtet, das man 1927 errichtet hatte. Hinter den Schuppen der Kohlenhandlung Görres schiebt sich eine lange Häuserzeile ins Bild, die zur damaligen Wohnbebauung „Pümpchen“ gehört. Links ist am Giebel eines dort liegenden Gebäudes ein Andreaskreuz abgebildet.

Das Andreaskreuz gehört zum Bahnübergang Blaustraße und dient dem Autofahrer als Hinweis, dass dort eine Bahnlinie - die Talbahnstrecke - die Straße quert. Überragt wird die Szene im Hintergrund von der Halde Fettberg. Diese große Schlackenhalde ist Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und wurde anfänglich von der oberhalb gelegenen Blei- und Silberhütte genutzt.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sie die Münsterbuscher Zinkhütte für die Ablagerung und Entsorgung ihrer Schlacken verwendet.

65 Jahre später hat sich das Bild entscheidend gewandelt. Wie eingangs berichtet wurde dort um 1953 eine neue Straße angelegt: Eine Straße, die man schon in den 1920er Jahren geplant, aber in der Folgezeit nicht verwirklicht hatte. Die auf dem historischen Foto abgelichtete Häuserzeile, die zur Bebauung Pümpchen gehörte, ist 1958 abgerissen worden. Heute liegt dort eine große Freifläche.

Verschwunden ist auch die Halde Fettberg. Sie wurde im Zeitraum von 1972 bis 1978 bis auf den gewachsenen Boden abgetragen. Das Haldenmaterial ist von einer niederländischen Firma entsorgt worden und fand im dortigen Deich-, Damm- und Straßenbau Verwendung. Eine dicke Schicht Mutterboden hatte danach die Voraussetzung für eine Bepflanzung der einstigen Halde geschaffen, die sich längst zu einer großen Grünzone entwickelt hat. Außerdem hatte der oberhalb der Kleefeldstraße liegende Haldenfuß Raum geschaffen für die Anlegung der Europastraße in den Jahren 1993 bis 1997.

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