Stolberg - Mühelose Reise durch die Musikepochen

Mühelose Reise durch die Musikepochen

Von: mlo
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Applaus für ein gelungenes Konzert: Die Pianistin Sheila Arnolds und Violoncellist Guido Schiefen hinterließen beim Publikum im Zinkhütter-Hof einen nachhaltigen Eindruck. Foto: M. L. Otten

Stolberg. Die Reihe der Kammermusiken im 2. Klassikfestival wurden am Samstagabend mit einem Duo-Vortrag fortgesetzt. Sheila Arnold (Klavier) und Guido Schiefen (Violoncello) hinterließen in der fürstlichen „Kammer“ des Museums Zinkhütter Hof ein ausdrucksstarkes Spiel voller Wärme und Tiefe.

Schon nach den ersten Tönen stand für die Zuhörer fest, dass man es hier mit außergewöhnlichen Interpreten zu tun hatte, die sowohl kultivierte Streicherklänge wie auch klangintensive Klaviertöne im besten Dialogstil und in jenem Respekt vortrugen, den gutes Handwerk immer und überall verdient. Es gelang den Beiden, dass Publikum nicht nur zu überzeugen, sondern regelrecht in Begeisterung zu versetzen.

Ohne Anstrengung

Ohne Anzeichen von Anstrengung oder Ermüdung, bewältigten sie die Werke verschiedenster Zeitepochen und bedankten sich am Ende sogar noch mit drei Zugaben.

Kontraste waren es, die die Programmfolge auszeichneten. Auf Ludwig van Beethovens „Sonate für Klavier und Violoncello C-Dur op. 102,1“ folgte eine „Sonate für Violoncello“ von Györg Ligeti, bestehend aus dem geschmeidigen Dialogo, den Schiefen sehr einfühlsam strich, und einem feurigen Capriccio, in dem der Preisträger des renommierten Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau seinem Temperament freien Lauf ließ.

Tief versunken im Spiel, lotete er sämtliche Extreme der Dynamik, Artikulation und Tempi aus und trieb den Puls der Zuhörer in die Höhe, der sich dann bei der „Sonate“ von Claude Debussy, von beiden gespielt, wieder auf ein Normalmaß einpendelte. Durch seinen unverwechselbaren Charme an farbensprühenden Klangbildern hat sich Debussys Werk als die meistaufgeführte Violoncello-Sonate des 20. Jahrhunderts etabliert.

Einen weiteren musikalischen Leckerbissen setzte Sheila Arnolds dann mit einer Auswahl von Préludes vom gleichnamigen Impressionisten und anderen Werken des japanischen Komponisten Tore Takemitsu, dessen Kompositionen sich an Debussy orientierten. Klangliche Sensibiliät, fließende, gleitende Melodiebewegungen, dissonante Klänge, übermäßige Dreiklänge tauchten für Augenblicke auf, vermischten sich und zeigten vielfältig wechselnde Farben.

Das Finalstück gehörte Johannes Brahms. Mit der sinnlichen „Sonate e-moll für Violoncello und Klavier“ schuf er eine hörbare Liebeserklärung an die 14 Jahre ältere Pianistin Clara Schumann.

Stehende Ovationen und lang anhaltender Beifall von Seiten des Publikums wurden mit der „Feldeinsamkeit“ und ungarischen Tänzen von Brahms als Zugaben belohnt.

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