Mozart-Konzert ohne Mozart-Stück

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„Mozart im Ohr“ lautet der Titel der „Tonspur Nr. 51“, die das Kölner Aaron-Quartett am Sonntag, 18.01.2015 um 0.00 Uhr im Töpfereimuseum Langerwehe zur Aufführung bringt. Foto: Aaron-Quartett

Stolberg/Langerwehe. Das Aaron-Quartett Köln spielt bei den „Tonspuren“ im Töpfereimuseum Langerwehe, Pastoratsweg 1. Das Ensemble stellt am Sonntag, 18. Januar, 20 Uhr, sein neues Programm vor. Die Kölner Musiker sind bereits zum dritten Mal zu Gast bei der Konzertreihe „Tonspuren“ und begeistern stets mit lebendigem Spiel und gekonnt humorvollen Moderationen.

Mit „Mozarten im Ohr“ präsentiert das Aaron-Quartett ein Mozart-Programm ohne ein einziges Stück von Mozart. Allerdings steht Mozart als Referenzgröße bei allen Werken versteckt im Hintergrund.

Joseph Martin Kraus, geboren im fränkischen Miltenberg, wird oft als der „schwedische Mozart“ bezeichnet, da er die längste Zeit seines Berufslebens am schwedischen Hof wirkte. Seine Lebensdaten entsprechen fast genau denen des Salzburger Meisters, doch schaffte es Kraus, einen eigenen originellen Stil zu entwickeln, der ihn deutlich von der Wiener Klassik abhebt. „Schottisches Quartett“ verdankt seinen Namen seinem zweiten Satz mit Variationen über ein schottisches Thema.

Exponierte Cello-Partie

Das Motto „Mozarten im Ohr...“ spielt auf eine zeitgenössische Rezension an, in der der Rezensent Mozartschen Geist in der Kammermusik von Johann Wilhelm Wilms entdeckt: „Mag er (Wilms) nun Mozarten dabey im Auge gehabt haben oder nicht: Im Herzen war er ihm ganz gewiss!“ Wilms, gebürtig im bergischen Witzhelden, avanciert in Amsterdam zum ersten Komponisten seiner Zeit. Seine zwei Streichquartette gehören zum Schönsten, was er hervorgebracht hat.

Die Quartette Opus 50 widmet Haydn 1787 dem Preußischen König Friedrich Wilhelm II, für den auch Mozart später seine letzten Streichquartette schreibt.

Von Haydn inspiriert

Da der preußische König selbst als ein sehr guter Cellist gilt, ist die Cello-Partie in diesen Quartetten relativ exponiert und ausgearbeitet. Es ist offenkundig, dass sich der Jüngere, Mozart, gerade auf dem Gebiet des Streichquartetts von Haydn inspirieren lässt und ihm 1785 sechs neue Quartette wie heranwachsende Kinder ans Herz legt. Gerne wäre man dabei gewesen, als Haydn am 15. Januar 1785 in Mozarts Wohnung diese Streichquartette anhört, die Mozart dem älteren Kollegen gewidmet hat.

Die vier Musiker des Aaron-Quartetts Köln haben seit 2002 einen Ton kultiviert, der einerseits eine himmlische Versonnenheit, andererseits aber auch einen erdigen Klang mit Ecken und Kanten zulässt.

Einen Schwerpunkt des Repertoires bilden die Werke der Klassik und frühen Romantik, wobei hier der Epoche angemessene historische Instrumente zum Einsatz kommen.

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