Stolberg - Motorradlärm in der Eifel: Stadt soll Resolution zustimmen

Motorradlärm in der Eifel: Stadt soll Resolution zustimmen

Von: Mischa Wyboris
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Bald überholt? Rücksichtslosen Manövern von Motorradfahrern in der Eifel will eine Resolution künftig ein Ende bereiten. Foto: Peter Stollenwerk

Stolberg. Der Hilferuf der Gemeinde Simmerath kommt auf leisen Sohlen. Geduldig und auf Papier gebannt. Höhere Bußgelder, niedrigere Grenzwerte: Stolberg soll eine Resolution und damit mittelfristig den Motorradlärm in der Eifel verabschieden, von dem auch der Süden der Kupferstadt betroffen ist.

Am 13. Januar berät der Verkehrs- und Umweltausschuss über das Thema, fünf Tage später könnte der Stadtrat die Resolution bereits beschließen. Man solle „gemeinsam mit der Polizei und den Verkehrsbehörden erkennen, dass das Problem auf kommunaler Ebene nicht gelöst werden kann”, heißt es in dem zu unterzeichnenden Papier.

Das Hilfegesuch der Gemeinde Simmerath richtet sich nicht allein an Stolberg. Zahlreiche Kommunen aus dem Bereich des Naturparks Eifel haben das Schreiben bereits unterzeichnet, so auch die Städteregion Aachen. Die Resolutionen seien indes den zuständigen Landes- und Bundesgremien vorgelegt worden und hätten bereits Reaktionen der Ministerien und des Landtags ausgelöst.

Die Unterzeichner fordern „einen wirksamen Stopp des durch den Motorradverkehr verursachten Lärmpegels und der hierdurch entstehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen”. Überholverbote und Tempolimits, Geschwindigkeitsmessungen sowie „in eingeschränktem Maße Streckenverbote für Motorräder” und Öffentlichkeitsaktionen seien längst diskutiert worden, würden jedoch „das generelle Kernproblem” nicht lösen.

Die unterzeichnenden Kommunen fordern deshalb in der Resolution, die gesetzlich zugelassenen Lärmpegel-Grenzwerte für Motorräder und -roller auf 70 Dezibel zu senken. Das würde dem derzeitigen Höchstwert für Pkw entsprechen. Außerdem soll es Kontrolleuren künftig vereinfacht werden, die „leicht manipulierbaren und zu lauten Ersatzschalldämpfer” aus dem Verkehr zu ziehen.

Frontkennzeichen gefordert

Auch mit repressiven Maßnahmen will man die Biker ausbremsen. Die Rede ist von einer „angemessenen Sanktionierung des Benutzers und Halters illegal manipulierter Maschinen durch Erhöhung von Bußgeld und Punkten im Verkehrszentralregister”. Auch sollen Motorradfahrer künftig nicht mehr so leicht lärmsteigerndes Zubehör an ihrer Maschine anbringen und genehmigen lassen dürfen. Geht es nach den Unterzeichnern, sollen Motorräder demnächst sogar Frontkennzeichen tragen müssen, und im Fall eines Verkehrsverstoßes soll bald auch der Halter haftbar gemacht werden.

Neue EU-Dezibel-Richtwerte?

„Die Schutzbedürftigkeit des Nationalparks Eifel wird von uneinsichtigen Heizern missachtet”, heißt es in dem Schreiben. Das Papier soll als Vorschlag an den Rat der Europäischen Union weitergeleitet werden. Neue Dezibel-Richtwerte könnten dann europaweit beschlossen werden.
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