Moslems und Nachbarn gehen aufeinander zu

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Sie sind köstlich, die mit Schafskäse gefüllten Teigtaschen. Su Börek heißt die leicht salzig schmeckende Spezialität, die die türkisch-islamische Gemeinde (DITIB) dem Besuch auftischt.

Es ist der Tag der offenen Moschee, zu dem islamische Gemeinden in ganz Deutschland einladen. Die Kampagne findet immer am Tag der deutschen Einheit statt. Die DITIB-Gemeinde an der Rathausstraße beteiligt sich seit 2007 an der Aktion. Turgay Sacu, Vorsitzender der Gemeinde, betrachtet den Tag der Moschee als eine Plattform des multikulturellen und religiösen Austauschs.

Auf die Menschen in der Nachbarschaft zuzugehen, Fragen zum Islam zu beantworten, die Inhalte der Religion vorzustellen, sich auszutauschen und voreinander zu lernen - das ist der Weg zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander, findet Sacu.

Regelmäßige Einladung

Monika Weißhaupt nimmt das Angebot des Kennenlernens gerne an. Sie ist neugierig zu erfahren, „was hinter den verschlossenen Türen passiert.” Über das Interesse freut sich der Vorsitzende sehr, den Satz mit der Formulierung „hinter verschlossenen Türen” will er aber nicht unkommentiert im Raum stehen lassen. „Unsere Türen waren noch nie verschlossen, sondern waren und sind immer geöffnet”, stellt Turgay Sacu klar. „Wir gehen ganz gezielt an die Öffentlichkeit, um einander besser kennenzulernen und laden immer regelmäßig zu uns ein.”

Besucherin Änne Bigge war schon mehrfach beim Tag der offenen Moschee und hatte gehofft, auch dieses Mal wieder liebe Bekannte zu treffen. Was sie ein wenig ärgert ist, dass nur wenige Familien gekommen sind. Vor allem auf Seite der Gastgeber. „Kinder nehmen sich ein Beispiel an ihren Eltern. Dennoch sind viele Eltern, die ich kenne, heute nicht hier”, erklärt die 77-Jährige, die sich im Bereich der Migration ehrenamtlich engagiert. „Der Vorstand der Gemeinde ist zwar vertreten, aber die Mitglieder, also die Familien, sollten an einem solchen Tag auch anwesend sein. Kinder lernen von ihren Eltern.”

Kinder ist auch das Stichwort für Monika Weißhaupt, die zum Organisatorenteam des Stolberger Musiksommers gehört. „Wir planen eine Veranstaltung mit Kindern im Fokus. Es liegt auf der Hand, Herrn Sacu anzusprechen, damit er die Gemeinde unterrichtet und so viele Kinder erreicht”, erklärt die Stolbergerin und probiert eine vor Honig triefende Nascherei. „Ist das gut”, sagt sie genießerisch. „Wer etwas Süßes isst, aus dessen Mund kommen nur süße Worte”, zitiert der Vorsitzende eine türkische Volksweisheit und schmunzelt.

Die Einladung zum Essen ist mehr als nur das Vorstellen der Spezialitäten aus der türkischen Küche. Man teilt das Essen miteinander - und man teilt die Gedanken, sinniert der Vorsitzende.

Es wird schwarzer, heißer Tee in zierlichen Gläsern serviert. Bei Tee, Naschwerk und Su Börek entspannt sich eine angeregte Diskussion zwischen Gästen und Gastgebern. Thema sind unter anderem die Parallelen beider Religionen. „Adam und Eva, die haben wir auch in unserer Entstehungsgeschichte”, erzählt Sacu.

Der Tag der offenen Moschee wird in der DITIB-Gemeinde als erfolgreicher Beitrag zum Miteinander gesehen. „Zu unserem ersten Fest im Jahr 2007 kamen 110 Gäste und der Tag der Moschee wird von Jahr zu Jahr populärer”, zieht der Vorsitzende ein positives Fazit.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert