Moschee Rathausstraße: Neuer Imam der Gemeinde vorgestellt

Von: Christoph Hahn
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Empfingen die Besucher in der Stolberger Ditib-Moschee an der Rathausstraße: Gemeindevorsitzender Erol Kilic (links) und der neue Imam Ömer Gelir. Foto: C. Hahn

Stolberg. Erst am Vortag war er in der Kupferstadt eingetroffen – und schon stand er im Mittelpunkt des Interesses: Ömer Gelir, neuer Vorbeter (Imam) der Ditib-Moschee an der Rathausstraße in Stolberg und Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Yüksel Mutlu, stand zusammen mit dem Gemeindevorsitzenden, Erol Kilic, im Vordergrund beim „Tag der offenen Moschee“.

Rund 20 der insgesamt 392 Mitglieder gaben der bundesweiten Aktion vor Ort Gestalt und Gesicht. Viele Mitbürger kamen und ließen sich von den Muslimen, deren Gebetshaus zu den von der türkischen Religionsbehörde in Deutschland (Ditib) betreuten gehört, das im Hinterhof gelegene Gebäude und die religiösen Sitten derer, die sich hier versammeln, erklären.

Lage ideal

Die Lage im Zentrum weiß Erol Kilic ebenso wie seine Mitstreiter sehr zu schätzen, schon wegen der Auffindbarkeit. Mit dem Motto „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“ wollten die örtlichen Veranstalter an die Flucht des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622 nach Christus hinweisen – aber nicht nur: „Aktuell hat man diese Situation mit den Flüchtlingen“, formuliert der Vorsitzende den zeitnahen Bezug und weist dabei auf die Relevanz für das Leben in der Stolberger Gemeinde hin: „Flüchtlinge kommen zu uns und suchen hier Schutz und ein Gespräch.“

Fragen nach den jüngeren politischen Entwicklungen in der Türkei und nach den Kontroversen mit der Europäischen Union sowie mit Deutschland begegnet Erol Kilic mit einer gewissen Zurückhaltung und geht auf Distanz: „Das hat nichts mit uns zu tun.“ Die Verhältnisse in der Gemeinde seien durchaus divers: „Manche Mitglieder sind für, manche gegen Erdogan.“ Denn die große Welt mache nicht vor der Rathausstraße halt.

Ganz und gar unmissverständlich und eindeutig äußert sich Kilic, der auch Mitglied des Integrationsrates ist, wenn es um die Gefühle der neuen, deutschen Heimat gegenüber geht: „Wir sind Stolberger; hier werden wir sterben“, sagt er mit einem gewissen Pathos und fügt hinzu: „Wir sind hier; das ist unser Zuhause.“

Zwischen den Führungen über steile Treppen hinauf zum Gebetssaal und den anderen Räumen bekennt sich der Chef auch zu den Schwerpunkten in der Gemeindearbeit: „Wir als Ditib-Moschee sind sehr daran interessiert, die Jungen Leute von der Straße zu holen.“

Das lassen sich die Stolberger Muslime auch einiges kosten: „Wir haben 15.000 Euro in unseren neuen Jugendraum investiert.“ Für dieses Engagement erwartet Kilic aber auch den Respekt seiner Umwelt: „Wir kosten nichts und leisten hundertprozentige Dienste – wir verdienen viel mehr Anerkennung.“ Jeder sei eingeladen, sich auch außerhalb des „Tages der offenen Moschee“ davon zu überzeugen und die Ditib-Moschee an der Rathausstraße zu besuchen, denn: „Wir haben nichts zu verbergen.“

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