Mordprozess: Blutige Attacke auf Ex-Freundin und Mutter

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Gericht Stolberg 28-Jähriger
Seit Montag muss sich ein 31-jähriger Stolberger wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Nötigung vor dem Aachener Landgericht verantworten. Foto: Ralf Roeger

Stolberg/Aachen. Der Vorwurf des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der schweren räuberischen Erpressung ist eine sehr ernste Sache. Seine Schwere war dem angeklagten Patrick B. vor dem Aachener Schwurgericht am Montag womöglich noch nicht voll und ganz ins Bewusstsein gedrungen.

So gestand der selbstständige Gartenbauer aus Stolberg in der Verhandlung, dass er tatsächlich am 4. März kurz nach 6.30 Uhr in der Frühe in das Haus der Eltern seiner Ex-Freundin an der Jeremias-Hoesch-Straße eingedrungen war. Dort traf er auf deren Mutter und schlug mit einem Hammer zwei Mal auf ihren Kopf ein - die gehbehinderte Frau überlebte das Drama nur knapp.

Er habe „nur“ mit der Ex sprechen und „letzte Sachen“ regeln wollen, spielte der 31-Jährige das brutale Ende seiner Beziehung mit der Tochter des Opfers herunter.

Doch die Ex-Partnerin selbst kam anschließend an die Reihe. Denn als die Mutter blutend auf dem Sofa im Erdgeschoss zusammensank, erspähte B. den Fuß seiner einstigen Lebensgefährtin, die aus der gemeinsamen Wohnung in Stolberg ausgezogen war und wieder bei ihrer Mutter lebte, auf der Treppe zum ersten Stock.

„Ich wollte doch nur mit ihr reden“, führte der Angeklagte vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann aus und bestätigte auch den weiteren Tatverlauf. Kurz entschlossen nahm er die Frau auf der Treppe in den Schwitzkasten und zerrte die Erzieherin nach draußen. Dabei sei er an der Küchenzeile vorbeigekommen, wo er ein Küchenmesser gegriffen und es ihr an die Kehle gehalten habe.

Wie gesagt: Er habe „draußen mit ihr reden wollen“, bekräftigte der vorbestrafte Angeklagte in naivem Tonfall seine Motive. Dieser Versuch, zu reden, ging jedoch völlig schief. Denn jener Märzmorgen war so kalt, dass es draußen noch glatt war. Beide fielen auf dem Gehweg hin, die Frau konnte sich dabei befreien. Doch sie trug Schnittverletzungen am Hals und an den Beinen davon.

Ein enger Freund von Patrick B. sagte am Montag im Zeugenstand aus, eigentlich habe sein Freund den Hals seiner Ex-Freundin am nahen Stacheldrahtzaun „aufschlitzen“ wollen, so wütend sei er gewesen. „Ich habe ihm immer wieder gesagt, lass sie einfach, es gibt genügend andere“. Doch B. habe sich völlig in die Sache hineingesteigert.

Ein Fall für den Psychologen dürfte B.s Einlassung werden, warum er den Hammer so brutal gegen eine behinderte, auf Krücken gehende Frau einsetzte. Ja, er sei hineingestürmt und habe gefordert, sofort die Tochter sprechen zu wollen, sagte er vor Gericht. Die Mutter habe ihn stehend empfangen und dann begonnen, mit den Krücken „gegen meine Brust zu stoßen“. Immer wieder. Da habe er den Hammer genommen und zugehauen. Richter Bormann entgegnete, beinahe verzweifelt: „Konnten Sie die Krücken nicht einfach beiseiteschieben?“

Den Schlüssel zum Haus hatte sich Patrick B. nur Minuten vorher durch eine weitere Gewalttat besorgt. An einer nahen Bushaltestelle hatte er den 18-jährigen Bruder seiner Ex-Freundin unter Todesdrohungen gezwungen, den Schlüssel herauszugeben. Der junge Mann tat das, völlig verängstigt.

Der Prozess geht am 7. Juli ab 9 Uhr weiter.

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