Stolberg - Monolog eines frustrierten Kontrabassisten

Monolog eines frustrierten Kontrabassisten

Von: mlo
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Vor dem imaginären Orchesterauftritt lässt er sein Leben in seelischer Zerrissenheit Revü passieren: Hajo Mans als Hauptdarsteller in Patrick Süßkinds „Der Kontrabass“. Foto: M. L. Otten

Stolberg. Auf wenig Zuspruch stieß am frühen Sonntagabend „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind im Burghof-Theater Stolberg, denn nur knapp zwanzig Interessierte waren gekommen, um sich den Einakter aus dem Jahre 1981 anzuschauen.

Dabei hatte Schauspieler Hajo Mans viel zu sagen. Er verkörperte den einsamen und mäßig begabten Künstler, der als Staatsdiener im Orchester den Kontrabass spielt und auf den Auftritt am Abend wartet. Im Leben des Musikers war dieses raumfüllende Instrument Geliebte, Freund, Feind und Verhinderer des eigenbestimmten Weges.

Regisseurin Rena Zieger von der Aachener Theatergruppe Klartaixt hatte ihm ein schallisoliertes Zimmer gegeben, indem er hockte und mit rücksichtslosen Komponisten abrechnete. Es war der Aufschrei eines frustrierten Menschen.

Seine seelischen Belange und ambivalenten Stimmungen führten zu einer Spannung zwischen Gefühlsüberschwang und Vernunft. Der Kontrabassist neigte teilweise zu Größenwahn auf der einen Seite und zeigte große Schüchternheit, wenn es um die geliebte Sarah ging, junge Mezzosopranistin im gleichen Haus, die allerdings von seiner Liebe nichts weiß.

Als Beamter am dritten Pult „kratzte er auf seinem Instrument herum, das er nicht mochte“ und sehnte sich gleichzeitig nach einer heroischen Tat, die ihn freimachte und das Leben grundlegend veränderte. Obgleich er eine sichere Stelle hatte, war er mit dem Leben unzufrieden.

Hajo Mans schaffte es, die 90 Minuten spannungsreich zu gestalten. Am Ende gab es viel Applaus von einem mitleidenden Publikum.

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