Modellbauschau „Interscale Stolberg“ begeistert Besucher

Von: Dirk Müller
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Der vollständig aus Papier gefertigte Weltraumbahnhof „Kosmodrom Baikonur“ in Kasachstan ist einer der Publikumsmagneten der ersten „Interscale Stolberg“, die mit Hunderten qualitativ hochwertigen Modellen zahlreiche Besucher begeistert. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Augen der Besucher können sich kaum sattsehen: Hunderte Modelle ziehen bei der ersten „Interscale Stolberg“ bewundernde Blicke auf sich. Von filigranen Schiffen im Maßstab 1:250 über Autos und Trucks im Größenverhältnis 1:25, architektonische Motive, Flugzeuge und Raumschiffe bis hin zu Lokomotiven und militärischen Themen – die erste Stolberger „Interscale“ Modellbauausstellung im Museum Zinkhütter Hof besticht durch die Qualität der mannigfaltigen Exponate.

Das Fazit des Organisators Rainer Hilldebrand aus Breinig fällt eindeutig aus: „Unbedingt wiederholungswürdig!“

Ein Resümee, dem sowohl die Besucher der Schau als auch die Aussteller sich anschließen. „Die ,Interscale‘ ist schon bei der ersten Auflage eine sehr schöne Ausstellung und gut frequentiert. Das Industriemuseum ist ein toller Ausstellungsort, und ich würde mich freuen, wenn die Schau sich in Stolberg etabliert“, meint zum Beispiel Michael Knobloch.

Der Jülicher gehört zu der Fraktion der Kartonbauer und stellt einen der vielen Publikumsmagneten aus: den Weltraumbahnhof „Kosmodrom Baikonur“ in Kasachstan. Ein halbes Jahr lang hat der Rentner quasi in Vollzeit an dem großen Papiermodell gebaut, nachdem er gut drei Monate recherchiert hat.

„Für die Rakete gibt es einen Bausatz, den Rest habe ich anhand von vielen Fotos aus dem Internet selbst konstruiert oder teilweise existierende Bausätze so modifiziert, dass sie den Originalmotiven entsprechen“, beschreibt Knobloch. Andere seiner Kartonmodelle bedurften keiner digitalen Recherche, sondern das klassisch analoge Maßband kam zum Einsatz.

Etwa bei dem Hexenturm in Jülich, den Knobloch handvermessen hat, bevor er ihn in Papierform nachbaute. „Es ist ein sehr schönes Hobby, und heute macht es mir viel Spaß, aus dem eigenen Kämmerlein herauszukommen und Interessierten meine Modelle zu zeigen“, sagt Knobloch und verspricht: „Nächstes Jahr bringe ich mein Space Shuttle samt Abschussrampe mit.“

Andere Kartonbauer präsentieren Burgen und Schlösser, detaillierte und ungefährliche Einblicke in ein Atomkraftwerk, oder gar den kompletten Mont Saint Michel. „Wenn wir mit den ,Plastikern‘ gemeinsam ausstellen, ist das Publikum immer wieder erstaunt, was mit Papier alles möglich ist“, erklärt René Pinos.

Der gebürtige Österreicher hat unter anderem einen Triebwagen der Wiener Straßenbahn mit in die Kupferstadt gebracht. Das Dach des Modells bietet wie das große Original Platz für austauschbare Werbebanner. Aus aktuellem Anlass lässt Pinos den Triebwagen heute für die Premiere der „Interscale Stolberg“ Reklame machen.

„Für uns Kartonbauer besteht der Reiz darin, den zweidimensionalen Bastelbogen in die dritte Dimension zu heben. Die Auswahl an Bausätzen ist zudem sehr groß und die Preise relativ niedrig. Die Arbeit mit Papier erfordert allerdings sehr viel Geduld“, erläutert er Unterschiede zwischen den Kartonbauern und den „Plastikern“.

Letztere sind selbstverständlich ebenfalls mit zahlreichen Ausstellern und noch mehr Modellen bei der „Interscale“ vertreten. Klaus Clever vom Modellbauteam Düsseldorf liefert den besten Beweis, dass auch die Arbeit mit Kunststoffen eine Menge Geduld erfordert. Clever fertigt Trucks an, wobei er sich so gut wie keiner Bausätze bedient.

Er konstruiert und baut fast alles selbst, fräst und gießt die Einzelteile in Eigenregie, sogar die Reifen. „Je nach Modell kann die Bauzeit durchaus zwei Jahre betragen“, sagt Clever, der nicht das kleinste Detail vernachlässigt, wenn er ein Original maßstabsgetreu abbildet. Von der Ausstellung in Stolberg ist er begeistert wie sein Modellbaukollege Kai Specht. „Dieses schöne Industriemuseum ist natürlich ein traumhaftes Ambiente für uns. Die Exponate sind durchweg hochwertig, und die Besucher sind sehr interessiert, so dass wir Modellbauer uns nicht nur untereinander austauschen, sondern auch häufig mit den Gästen ins Gespräch kommen“, führt Specht aus.

Für die „Plastiker“ und die Kartonbauer habe sich die Anreise aus Städten wie Olpe, Wesel, Ludwigsburg, Mettmann, Unna, und Duisburg sowie aus Belgien und den Niederlanden gelohnt, ist der allgemeine Tenor der Aussteller. „Wir kommen gerne wieder“, ist ein Satz, den Initiator und „Interscale“-Organisator Rainer Hildebrand von Modellbauern wie Ausstellungsbesuchern oft und gerne hört, denn „es soll nicht die letzte ,Interscale Stolberg‘ gewesen sein“, betont Hildebrand.

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