Mitten ins karnevalistische Herz getroffen

Von: Heike Eisenmenger
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Liebeserklärung auf Jeckenart: Der enorme Besucherandrang beim Burggrafenfest zeigte, dass André Hennecken mit dem Wir-Slogan mitten ins Herz getroffen hat. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Mit dem Slogan „Wir sind Burggraf” hat der Breiniger André Hennecken mitten ins Herz der Stolberger Jecke getroffen. Ganz in diesem Gedanken hatte er „sein” Burggrafenfest am Sonntag in der Stolberger Burg aufgezogen - es war eine einzige Liebeserklärung an den Kupferstädter Fastelovvend.

Die Liebe wird erwidert; die Stolberger vergöttern den 20. Burggrafen, der aus der Riege der Breiniger Sündenböcke kommt. Das zeigt allein schon der Besucherandrang: Die Massen an Menschen, die auf der Burg unterwegs waren, sprengten alles Dagewesene. „So voll war es noch bei keinem anderen Burggrafenfest”, sagte Walter Beissel, der gemeinsam mit Horst Reidt für den Kassendienst eingeteilt war.

Der Besucherandrang war so enorm, dass Beissel und Reidt bereits um 14 Uhr die Kasse schließen mussten, weil ihnen die Buttons mit Andrés Konterfei ausgegangen waren.

„Man kriegt ja kaum noch ein Bier, so viel Volk ist unterwegs”, erzählte Reidt, der es irgendwie geschafft hatte, ein Tablett mit Bierchen sicher durch die Menschenenge zu balancieren.

Die enorme Andrang hatte einen Nachteil: Mit der Stimmung stieg auch die Temperatur. Es waren gefühlte 40 Grad Celsius im Rittersaal, und selbst auf dem Gang war es nicht wirklich kühler, weil auch dort die Besucher eng zusammengepresst standen und die vielen Körper eine enorme Hitze ausstrahlten.

Man hatte den Eindruck, der komplette Stolberger Karneval bündelt sich in diesem einen Fest. Burggraf André und seine Gräfin „Brischitt” (Birgit Hennecken) füllten dieses Wir-Gefühl auf der Bühne mit Leben. Da war nichts Steifes, nichts Zeremonielles, sondern einfach nur Spaß am Karneval pur.

Die Bühne befand sich dieses Mal gegenüber der Eingangstür im Rittersaal, also an der Längsseite statt an der Kopfseite. Das war eine gute Idee, hatten doch so mehr mehr Menschen eine gute Sicht auf das Geschehen.

Auf der kleinen Bühne tobte der Bär: André, der den Graf von Monte Christo gab, und seine Brischitt tanzten ausgelassen, flirteten miteinander und mit dem Publikum.

Flugs wurde Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auf die Bühne geholt und mit Taschentüchern ausgestattet. Mit Taschentüchern hatte Gatzweiler, der in Personalunion auch Standesbeamter ist, Hennecken bei dessen Hochzeit im August ausgeholfen. Vor lauter Aufregung war dem Breiniger der Schweiß auf die Stirn getreten, da ist man für ein jedes Taschentuch dankbar.

Durch das mehrstündige Programm führte Hans-Jürgen Kaußen von der „Wenkbülle”, der gewohnt auf kurzweilige Art und Weise moderierte. Es gab zwar ein Programm, was aber bei den Sündenböcken, die mit der Hauptorganisation betraut waren, nicht zwingend etwas heißen muss.

Wer spontan vorbeischaute wie etwa die Büsbacher Karnevalsgesellschaft, wurde mit offenen Armen empfangen und sogleich auf die Bühne geschickt.

Dort herrschte ein fröhliches Kommen und Gehen. Gäste waren u.a. die Rosa Funken mit Tanzgruppe, Stadtprinz Torsten I. samt Erste Große, die Brander Stiere, das Dreigestirn vom Balkan, selbstredend die Sündenböcke. Und für jeden auf der Bühne galt des Burggrafen Leitsatz, die da heißt: „Fastelovvend kütt va Häzze.”
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