Mitglieder der Bahái-Gemeinde: Mit Sekten in einem Topf

Von: Heike Eisenmenger
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Die Baháí-Mitglieder Tim Ha
Die Baháí-Mitglieder Tim Halabi und Eva Bachmann haben aufgrund ihrer Religion oft mit Vorurteilen zu kämpfen.

Stolberg-Zweifall. Als Mitglied einer Sekte verunglimpft zu werden, das passiert Eva Bachmann immer wieder. Mit der Gelassenheit und Vorurteilsfreiheit, die sie ihr Glauben lehrt, versucht sie, Akzeptanz zu schaffen. Eva Bachmann ist Mitglied der Baháí-Gemeinde in Stolberg. Baháí ist eine monotheistisch geprägte Weltreligion.

Warum ihre Religion mit Sekten in einen Topf geworfen werden, weiß Eva Bachmann durchaus. „Das Problem ist, dass viele gar nicht wissen, was die Baháí-Religion eigentlich ist.” Auch ihre Familie hatte anfangs große Angst, sie könne einem Verführer, der unter dem Deckmantel der Religion die Menschen nach seinem Gutdünken lenkt, aufgesessen sein.

Die Sorge ihrer Angehörigen kann Eva Bachmann durchaus verstehen, „ich bin in einem christlichen Haushalt groß geworden. Auch für mich selbst war die Baháí-Religion etwas völlig Neues”, erinnert sich die junge Stolbergerin. „Durch meinen Verlobten habe ich die Baháí-Religion gefunden”, sagt die 28-Jährige und drückt zärtlich die Hand von Tim Halabi.

Ihr Freund wurde als Kind zunächst als Moslem erzogen. Mit dem Religionswechsel seiner Eltern wurde er ein Baháí .

Weltweit gibt es circa sieben Millionen Anhänger. 70 Mitglieder aus dieser internationalen Gemeinschaft treffen sich an einem verregneten Wochenende im Solchbachtal. Auch Eva Bachmann und ihr Verlobter sind dabei.

Es regnet ohne Unterlass, die Wiese, auf der die Grillhütte steht, ist eine einzige Matschlandschaft. Das tut der guten Laune aber keinen Abbruch. Die Atmosphäre erinnert an die Flower-Power-Zeit.

Die Formel, nach der die Baháí-Gemeinde lebt, lässt sich auf wenige Punkte simplifizieren: Das Streben nach Liebe und Frieden. Dem Streben nach Glücklichsein.

Millionen Menschen sind im Namen Gottes ermordet worden. Die Kreuzzüge im Mittelalter sind hierfür trauriges Beispiel. Zwietracht im Auftrag der Religion ist für die Baháí-Gemeinschaft ein Widerspruch. Ebenso wenig darf der Glaube im Widerspruch zur Vernunft stehen.

Die Baháí-Religion verlangt soziale Verantwortung von den Anhängern. „Man wird Baháí nicht von heute auf morgen, es war ein langer Prozess; ich bin da langsam reingewachsen”, stellt Eva Bachmann klar.

Die Gemeinde trifft sich jeden letzten Freitag im Monat um 19.30 Uhr in der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße zum offenen Dialog. Gäste sind herzlich willkommen.
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