Stolberg - Mitbringsel und Geschichten inspirieren mehr als 20 Künstler

Mitbringsel und Geschichten inspirieren mehr als 20 Künstler

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Zwischen Fundbüro und „Story Point Stolberg“ sind Live-Ateliers zu erleben: Hier fertigt Ingeborg Schröter ein Porträt vom Bildhauer Alexander Göttmann. Foto: D. Müller

Stolberg. Sie haben Pinsel und Leinwand, Papier, Stifte und Kreide, Fotoapparate und Diktiergerät mitgebracht – und vor allem ihre Kreativität: Im Skulpturengarten am Hammerberg standen die teilnehmenden Künstler bereit, um den Startschuss für die Aktion „Stadt, Land, Flow in Kunst und so“ zu geben.

Gemeinsam mit den Stolbergern, denn die Bürger waren eingeladen, mit Erinnerungs- und Fundstücken, Geschichten und Mitbringseln, die sie mit ihrer Heimat verbinden, Impulse zu geben, aus denen mannigfaltige Kunstwerke entstehen sollen.

So konnten die Besucher der Auftaktaktion in Live-Ateliers Künstler bei ihrem Schaffen über die Schultern schauen, vor allem aber Dinge im Kunst-Fundbüro abgeben oder Anekdoten und Erinnerungen im „Story Point Stolberg“ erzählen.

Und die Stolberger sorgten so dafür, dass die folgende Ausstellung „Stadt, Land, Flow in Kunst und so“ äußerst interessant zu werden verspricht (siehe Infokasten). Denn, so vielfältig die Disziplinen der Künstler sind, so unterschiedlich waren auch die Anregungen, die von den Besuchern in das Kunst-Fundbüro getragen wurden.

Ein alter kleiner Kaugummi-Automat, der vor zwei Jahrzehnten an der Ritzefeldstraße gefunden wurde, eine Murmel, die aus dem Vichtbach geborgen wurde, oder ein altes Straßenschild warten nun darauf, in künstlerische Schaffensprozesse einzufließen. In Zeiten der Aufwertung der Innenstadt, in denen Baustellen nicht nur notwendige Ärgernisse sind, sondern auch für positive Veränderung, Aufbruch und Dynamik stehen, ist es nicht verwunderlich, dass ein Besucher eine Baustellenleuchte in das Fundbüro brachte.

Assoziationen

Doch die Gäste am Hammerberg verbinden viele facettenreiche Assoziationen mit ihrer Heimatstadt. Für einen ehemaligen Pfadfinder etwa sind ein Klappspaten und eine Dose Ravioli bedeutende Kindheits- und Jugenderinnerungen an die Heimat.

Bei einem verrosteten Messer offenbart der Fundort den Heimatbezug: Der Steinbruchbereich und das Naturschutzgebiet Bernhardshammer und Binsfeldhammer, der mit großer Artenvielfalt und einer Karl-May-würdigen Kulisse beeindruckt. Andere Besucher brachten beispielsweise alte Fotos und Reklameanzeigen wie vom „Hotel Scheufen“ mit der Telefonnummer „71“ in das künstlerische Fundbüro. Oder eine betagte leere Munitionskiste, in der einst drei Panzerfaustgranaten Platz fanden – auch ein Kapitel Stolberger Geschichte.

In angenehmer Atmosphäre und idyllischem Ambiente des Skulpturengartens von Birgit Engelen kamen die Besucher mit den teilnehmenden Künstlern in persönlichen Kontakt und erzählten bei der Übergabe der Mitbringsel oft kleinere oder größere Geschichten. Zum Beispiel bei der Abgabe eines alten Holzkastens, der Druckknöpfe „von Weltruf“ aus dem Jahr 1940 beinhaltete.

Die Innenseite der Klappe ist mit einem Spiegel versehen, der die Aufschrift trägt: „Prym‘s Zukunftdruckknopf – Die Weltmarke“. Damit einher ging die Geschichte von deformierten, plattgedrückten Daumen, die Stolberger Frauen von der Heimarbeit mit den Druckknöpfen davontrugen.

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