Mit vereinten Kräften für die Jugendlichen

Von: Michael Grobusch
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Die letzte Phase des Projektes ist gestern eingeläutet worden: Der Aufbau des Treffs an der Heinrichstraße wird von Schülern des Berufskollegs übernommen. Foto: M. Grobusch

Stolberg-Münsterbusch. Eigentlich waren sie ja zu bedauern, die jungen Handwerker, die sich in voller Montur und in der prallen Sonne ihrer Arbeit widmeten. Doch Mitleid erregend war der Eindruck keineswegs, den sie Donnerstagnachmittag vermittelten.

Alle Beteiligten waren vielmehr mit spürbarer Freude bei der Sache. Und das hatte seinen Grund: Mit der Fertigstellung des Jugendtreffpunktes in Münsterbusch geht ein knapp zweijähriges Pilotprojekt zu Ende, das diesen Namen wirklich verdient. Erstmalig setzen Jugendliche aus einem Stadtteil gemeinsam mit verschiedenen Stellen der Stadtverwaltung, der Jugendberufshilfe und mit dem Berufskolleg Simmerath/Stolberg ihren Traum von einem eigenen Treffpunkt in die Wirklichkeit um.

„Vor fünf Jahren hätte ich nicht geglaubt, dass einmal solche Netzwerke entstehen würden”, freute sich Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, dass auf diesem bis dato einmaligen Wege ein über viele Jahre schwelendes Problem gelöst werden konnte. Lange Zeit war unter potenziellen Nutzern und möglicherweise betroffenen Anwohnern umstritten, wo denn der von den Jugendlichen so sehr herbeigesehnte Treff entstehen könnte. Auch der letztlich ausgewählte Standort an der Heinrichstraße war eigentlich nur dritte Wahl, wird vom mobilen Jugendsozialarbeiter Frank Döhla mittlerweile aber als nahezu ideal eingestuft. „An der Ecke Cockerillstraße gibt es derzeit einen inoffiziellen Treffpunkt. Die Jugendlichen werden jetzt in unmittelbarer Nähe eine richtige Bleibe finden.”

Daran haben die Schüler des Berufseingangsjahres sowie die angehenden Zimmerleuten des Berufskollegs einen wesentlichen Anteil. Sie setzten das einst am runden Tisch angeregte und von Jugendlichen entworfene Modell um und waren für die Wände bzw. den Dachstuhl des Treffpunktes verantwortlich. Das Fundament wurde derweil von Mitarbeitern des Technischen Betriebsamtes gebaut, während das städtische Forstamt das Holz lieferte. So erklärt es sich in der Summe, dass der Treffpunkt in Münsterbusch nicht nur in seiner Entstehung und Gestaltung in Stolberg einzigartig ist, sondern sich auch in seiner stabilen Bauweise von den „Unterständen” in Mausbach, Gressenich und der Velau unterscheidet.

Davon begeistert zeigte sich Donnerstag auch Ingrid Wagner. „Für uns ist das Projekt in zweifacher Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen sind wir als Schule, die in Stolberg beheimatet ist, grundsätzlich an Kooperationsprojekten mit der Stadt interessiert. Zum anderen bietet ein solches Projekt die Möglichkeit, realitätsnah zu arbeiten”, erklärte die Leiterin des Berufskollegs. Die Schüler des Berufsgrundschuljahres könnten sich so sehr praxisnah orientieren, während die Zimmerer das in den Unterricht integrierte Projekt nutzen würden, um etwas Bleibendes zu schaffen.

Folgt jetzt Breinig?

Ob aus dem Pilotprojekt jetzt ein Modellprojekt wird, ist noch offen. „Das Problem liegt in der langen Dauer”, schränkt Frank Döhla mit Verweis auf die fast zweijährige Entstehungsgeschichte des Treffpunktes ein. Andererseits könne man aber die in Münsterbusch gesammelten Erfahrung bei künftigen Projekten zeitsparend einbringen, gab Ingrid Wagner zu bedenken.

Davon profitieren könnten beispielsweise die Jugendlichen in Breinig. Sie stehen ganz oben auf der Prioritätenliste des Jugendamtes, wenn es darum geht, in weiteren Stadtteilen Treffpunkte einzurichten.
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